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    OCHSENFURT

    Überraschender Führungswechsel an der Volkshochschule

    Julia Halbleib (Zweite von links) ist die neue Leiterin der Ochsenfurter Volkshochschule. Im Bild ihre Vorgängerin Vanessa Weick, vhs-Vorsitzender Karl Ludwig (links) und Bürgermeister Peter Juks. Foto: Gerhard Meißner

    Für viele kam der Personalwechsel überraschend. Vanessa Weick, seit vier Jahren Leiterin der Ochsenfurter Volkshochschule (VHS), hat der Stadt zum Jahresbeginn den Rücken gekehrt. In einer Feierstunde wurde Julia Halbleib als Nachfolgerin in ihr Amt eingeführt.

    Gründlich modernisiert und neu strukturiert hat Vanessa Weick die VHS. Nicht zuletzt wird dies an der Umbenennung des in den 50er Jahren gegründeten Volksbildungswerks zur zeitgemäßeren Volkshochschule deutlich. Aber auch hinter den Kulissen sei das Wirken der VHS-Leiterin segensreich gewesen, erinnerte Vorsitzender Karl Ludwig. Die Teilnehmerzahlen und damit die Gebührenerlöse seien unter der Leitung von Vanessa Weick kontinuierlich gestiegen, so Ludwig.

    Den Zuschuss der Stadt, der auf jährlich 27 000 Euro gedeckelt ist, hat die VHS in den vergangenen Jahren nie vollständig ausschöpfen müssen, obwohl kräftig investiert wurde, etwa in die Ausstattung des EDV-Raums. Die Volkshochschule schwimme deshalb zwar nicht im Geld, aber man komme zurecht. Die Öffnung der VHS für Kooperationen mit anderen Kultur- und Bildungsträgern hatte die Arbeit von Vanessa Weick ausgezeichnet.

    Dazu gehören Kurs- und Vortragsangebote in Zusammenarbeit mit Vereinen, dem Unibund, der Main-Klinik, dem Ärztenetz MainArzt und anderen Gesundheits-Dienstleistern, aber auch eine regelmäßige Veranstaltungsreihe gemeinsam mit dem Casablanca-Kino und der Stadt. Für das Kulturangebot der Stadt sei die VHS seit jeher eine Bereicherung gewesen, so Bürgermeister Peter Juks. Die bessere Vernetzung verschiedener Kulturträger und die Fortschritte in wirtschaftlicher und organisatorischer Form hätten die Arbeit von Vanessa Weick ausgezeichnet.

    Erst kurz vor Ende ihrer Kündigungsfrist habe sie sich entschieden, ein Angebot des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (BBW) anzunehmen berichtete Vanessa Weick. Nicht als Entscheidung gegen Ochsenfurt, wo sie in Teilzeit tätig war, sondern für eine neue Aufgabe sei ihr Entschluss zu werten. Beim BBW wird sie künftig als Koordinatorin für das Projekt „Integration durch Arbeit und Ausbildung“ tätig sein, ein Programm das vor dem Hintergrund des aktuellen Flüchtlingszuzugs von verschiedenen Wirtschaftsverbänden und der Agentur für Arbeit aufgelegt wurde.

    74 Bewerbungen seien auf die Ausschreibung der Leitungsstelle bei der VHS eingegangen. Die Wahl des Vorstands fiel nach einem gründlichen Auswahlverfahren auf die 30-jährige Germanistin Julia Halbleib aus Bad Brückenau. Nach dem Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Latein war sie bisher als pädagogische Fachkraft an verschiedenen Würzburger Gymnasien und als Assistentin am Lehrstuhl für ältere Germanistik an der Uni Würzburg tätig.

    Aus diesem Fachbereich stammt auch ihre Doktorarbeit, die sie in den vergangenen Monaten über einen Zeitgenossen Albrecht Dürers verfasst hat. Die Promotion steht ihr noch bevor. Zunächst hat sie sich vorgenommen, möglichst nahtlos an die Arbeit ihrer Vorgängerin anzuknüpfen, so Julia Halbleib. „Die größte Bürde des Amtes ist, eine sehr beliebte Vorgängerin zu haben“, scherzte sie in ihrer Vorstellungsrede.

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