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    WÜRZBURG

    Umstrittenes Wahlplakat sorgt weiter für Ärger

    Über dieses Wahlplakat ärgern sich CSU und mehrere Bürger. Foto: Thomas Obermeier

    Das Wahlplakat der Satirepartei „Die Partei“, auf dem die Kandidatin Andrea Kübert den abgetrennten Kopf von Markus Söder hochhält, sorgt bei vielen für Ärger. Nicht nur in Würzburg, sondern auch in Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) beschwerten sich Bürger bei Polizei und Stadtverwaltung. Das teilten die Behörden mit. Die Stadt Karlstadt reagierte und forderte „Die Partei“ in einer E-Mail vom 8. Oktober auf, die betreffenden Plakate unverzüglich abzunehmen. Mehrere Plakate seien bereits „aus dem öffentlichen Bereich entfernt“ worden, hieß es. Kübert sprach gegenüber dieser Redaktion von einer „Straftat“. Inzwischen korrigierte die Stadtverwaltung allerdings ihre Entscheidung.

    Kinder haben verstört reagiert

    Wie die Leiterin des Fachbereichs „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“, Sabine Zabl, am Donnerstag auf Nachfrage erklärt, sei nur ein Plakat, das in der Nähe der Grundschule hing, abgenommen worden. Die Stadtverwaltung habe prüfen wollen, ob das Plakat nachträglich übermalt worden sei oder das Motiv tatsächlich den Beschreibungen von empörten Bürgern entsprach.

    Laut Zabl hatten zuvor „diverse Eltern über verstörte Reaktionen ihrer Kinder durch die brutale, blutige und gewaltverherrlichende Szene, die auf dieser Wahlwerbung gezeigt wird“, berichtet. Die Eltern hätten die Stadtverwaltung „nachdrücklich“ aufgefordert, „zum Schutz der Kinder solche Plakate aus dem öffentlichen Raum zu entfernen“.

    Plakat wieder in der Nähe der Grundschule angebracht

    Letztlich nur mit vorübergehendem Erfolg: „Bis zur abschließenden Klärung der Frage durch die Gerichtsbarkeit“, ob die Fotomontage mit der blutverschmierten Kübert und dem abgetrennten Kopf des Ministerpräsidenten strafrechtlich relevant ist, oder nicht, „wurde das Plakat am alten Ort wieder angebracht“, so Zabl weiter.

    Wie viele dieser Plakate in der Region hängen, konnte Kübert auf Nachfrage nicht genau sagen. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft Würzburg, ob „Die Partei“ mit dem Plakat zu weit gegangen ist. Eine Entscheidung hierzu stand am Donnerstag noch aus, hieß es. Derweil prüft die CSU rechtliche Schritte. Vielleicht löst sich aber zumindest die öffentliche Debatte bald von selbst in Wohlgefallen auf: In den meisten unterfränkischen Landkreisen muss Wahlwerbung innerhalb einer Woche nach der Landtagswahl abgehängt werden; in der Stadt Würzburg bereits nach drei Tagen.

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