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    Eisenheim / Würzburg

    Unfall von Eisenheim: Prozess gegen vier Männer beginnt

    Vier junge Männer müssen sich am Dienstag (22.10.19) wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung vor dem Amtsgericht in Würzburg verantworten. Foto: Daniel Peter

    Zweieinhalb Jahre liegt der tragische Unfalltod von Theresa Stahl zurück. In der Nacht auf den 23. April 2017 war die damals 20-Jährige auf einer Verbindungsstraße zwischen Kaltenhausen und Untereisenheim (Lkr. Würzburg) mit ihrem Freund zu Fuß auf dem Nachhauseweg und dabei von einem betrunkenen Autofahrer erfasst worden. Wenige Tage später erlag sie ihren schweren Verletzungen. An diesem Dienstag beginnt vor dem Jugendschöffengericht in Würzburg der Prozess in dem Fall.

    Als Hauptverdächtiger angeklagt ist ein zum Unfallzeitpunkt 18-Jähriger. Der mutmaßliche Fahrer fuhr nach dem Unfall weiter, kam aber kurze Zeit später von der Strecke ab und landete in einem Straßengraben. Dort fand ihn die Polizei. Er blieb zwar nahezu unverletzt, konnte sich aber nicht selbst aus seinem Fahrzeug befreien. Laut dem ersten Polizeibericht hatte ein Atemalkoholtest bei dem Fahranfänger 2,3 Promille ergeben.

    Ein Angeklagter im Zwiegespräch mit seinem Anwalt. Foto: Daniel Peter

    Zunächst gingen die Ermittler davon aus, dass der damals 18-Jährige allein unterwegs gewesen war. Erst später wurde bekannt, dass zum Unfallzeitpunkt offenbar drei weitere junge Männer im Auto gesessen hatten. Die damals 19-Jährigen sind nun ebenfalls angeklagt. Sie müssen sich wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten, der Hauptverdächtige unter anderem wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr und fahrlässiger Tötung.

    Kurzer Prozess erwartet

    Die Staatsanwaltschaft Würzburg hatte im Juli 2018 Anklage erhoben. Wie Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach damals gegenüber dieser Redaktion erklärte, wird dem mutmaßlichen Fahrer vorgeworfen, "dass der Unfall für ihn vorhersehbar und vermeidbar gewesen wäre und er in Folge seiner Alkoholisierung fahruntüchtig war".

    Obwohl im Laufe der Ermittlungen mehrere Gutachten und Dutzende Zeugen vernommen wurden, sind für die Hauptverhandlung nur zwei Prozesstage angesetzt. Ein Urteil wird bereits an diesem Mittwoch erwartet.

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