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    RIEDENHEIM

    Unklarheiten bei den Kläranlagen

    Riedenheims Bürgermeister Edwin Fries befürchtet, dass auf die Gemeinde hohe Kosten für die Kläranlage zukommen. Foto: Hannelore Grimm

    Weniger klar als das Wasser, auf der eine muntere Entenfamilie schwimmt, ist für Bürgermeister Edwin Fries die Frage um die Zukunft der Riedenheimer Kläranlage. So unklar wie der Fortbestand dieser Abwasserteichanlage ist auch die Fortführung der Kläranlagen in den Ortsteilen Stalldorf und Oberhausen.

    Nach dem Bescheid des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg (WWA) genügt die Reinigungsleistung der Riedenheimer Anlage nicht mehr den wasserwirtschaftlichen Anforderungen. Auch für die Stalldorfer Kläranlage, wird von Seiten des WWA einer langfristigen Einleite-Erlaubnis nicht zugestimmt.

    Für die Kläranlage Oberhausen wurde die gehobene Erlaubnis bis auf den 31. Dezember 2018 verlängert. Gleichzeitig aber wurde die Gemeinde aufgefordert, für eine langfristige Verlängerung der Einleite-Erlaubnis bis spätestens 30. Juni 2018 Antragsunterlagen dem Landratsamt Würzburg vorzulegen.

    Die Antragsunterlagen müssen im Wesentlichen eine Bewertung der bestehenden Kleinkläranlage einschließlich dem Trennsystem-Kanalnetz mit Regenwassereinleitung beinhalten und inwieweit diese Anlagen den heutigen zu stellenden Gewässerschutzanforderungen entsprechen.

    Hohe Kosten befürchtet

    Das Oberhaupt der Gemeinde, die mit den Ortsteilen und dem Weiler Lenzenbrunn mit seinen 720 Einwohnern zu einer der kleinsten selbstständigen Gemeinde Bayern zählt, sieht nicht nur hohe Kosten auf den Ort zukommen.

    Was Edwin Fries fürchtet, ist dass bei der Ertüchtigung von drei Kläranlagen auch beachtliche Kosten für die Bürger anfallen. Wie der Bürgermeister ausführt, wurden beim Bau der Kläranlage 1981 die Riedenheimer Bürger mit einer Million DM belastet. Beim Bau der Kanalisation und Kläranlage 1990 in Stalldorf mit Kosten von rund 1,6 Millionen DM zahlten die Bürger kräftig mit.

    Ebenso wie die Oberhäuser, die 1999 an den Kosten für Kanal- und Kläranlagenbau von den Kosten von 600 000 DM einen Anteil von 190 000 DM getragen haben. Selbst wenn das vom Bayerischen Staatsministerium herausgegebene Sonderförderprogramm „Ertüchtigung/Auflassung Abwasserteichanlagen“ in Anspruch genommen wird, wäre das nach Fries' Worten, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

    In einem Schreiben an das Ministerium bittet der Bürgermeister um die Erklärung, warum die Ratschläge der Fachbehörde WWA, die damals zu den Teichkläranlagen geraten hat, einen so geringen Nachhaltigkeitswert haben.

    Aus seiner Sicht, so Edwin Fries, spielt die Verhältnismäßigkeit in vielen Lebensbereichen und beim Vollzug von vielen Gesetzen und Verordnungen eine wichtige Rolle.

    Wenn eine kleine Gemeinde innerhalb einer kurzen Zeitspanne drei Kläranlagen ertüchtigen oder den Anschluss an Großkläranlagen suchen soll, wird seiner Meinung nach die Verhältnismäßigkeit mit Füßen getreten.

    Schritte aus dem Dilemma

    Als erste Schritte beim Ausweg aus dem Dilemma beschloss der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die Anschlussmöglichkeiten an den Abwasserzweckverband Ochsenfurt (AVO) ebenso zu prüfen wie einen Anschluss nach Röttingen und die Kosten für die Ertüchtigung der eigenen Kläranlagen.

    Trotz der Probleme und der Aufgaben, die in Sachen Kläranlagen auf ihn zukommen, gibt es für den Bürgermeister auch eine, für die Bürger gute Nachricht: Der Gemeinderat hat kürzlich die Senkung der Wasser-und Abwassergebühren beschlossen. Danach wird rückwirkend der Preis für das Wasser pro Hektoliter von 1,65 Euro auf 1,05 Euro gesenkt. Dazu verringern sich die Gebühren für die Entwässerung von 3,50 Euro auf 3,10 Euro.

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