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    Würzburg

    Unterfrankens Pressefoto des Jahres zeigt den Bischof

    Beim "Pressefoto Unterfranken 2018" erhielt Daniel Karmann (Dritter von rechts) den Preis für das "Foto des Jahres". Hintere Reihe von links: Roberto Nernosi (Sparkasse Schweinfurt), Rainer Ankenbrand (Sparkasse Mainfranken), die Preisträger Anand Anders, Thomas Obermeier und Karl-Josef Hildenbrand, Esther Knemeyer Pereira (Universität Würzburg), Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Marion Schäfer-Blake (Dritte Bürgermeisterin der Stadt Würzburg), die Preisträger Daniel Karmann und Wolf-Dietrich Weißbach sowie Michael Busch (Bayerischer Journalisten-Verband). Vordere Reihe von links: die Preisträger Julian Nimar und Patty Varasano. Foto: Josef Lamber

    Sein Gewand strahlt, sein Gesicht strahlt, ein helles Licht strahl über seinem Kopf: So hat Daniel Karmann den neuen Bischof Franz Jung unmittelbar nach seiner Weihe fotografiert, wie er durch den Kiliansdom schreitet. Dafür bekam Fotograf Karmann, der für die Deutsche Presseagentur arbeitet, am Montag beim Wettbewerb "Pressefoto Unterfranken" die Auszeichnung "Bild des Jahres" verliehen. Karmann habe "ein kleines Stück kirchliche Wirklichkeit" eingefangen, sagte Ursula Lux vom Bayerischen Journalisten-Verband (BJV) in ihrer Laudatio: Man sehe nicht nur die Freude auf dem Gesicht des Bischofs, sondern auch die unterschiedlichen Emotionen auf den Gesichtern der Ordensmänner, die ihn umringen. "Die Bischofweihe war ein Ereignis, das die Menschen in diesem Jahr unglaublich bewegt hat", so Lux.

    Bilder zu würdigen, die das Leben und die Menschen in Unterfranken dokumentieren und die Ereignisse das Jahres interpretieren, das sei das Ziel des Wettbewerbs, betonte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel in seiner Eröffnungsrede. "Das Bild erreicht die Sinne sofort, das Wort muss erst gelesen werden", so Dotzel. Gute Pressefotos würden deswegen immer wichtiger – auch weil sie Nachrichten Glaubwürdigkeit gäben.

    200 Bilder hatte die Jury des Preises in diesem Jahr zu sichten, über 20 Fotografen hatten ihre besten Werke eingeschickt. "Die Jury war zum Teil verzweifelt, weil es kaum möglich war, unter den drei besten Fotos einer Kategorie einen Gewinner auszuwählen", sagte Lux. Die Qualität der Fotos sei eben enorm hoch gewesen. Die Fotografen konnten sich in acht Kategorien bewerben, etwa "Land und Leute", "Serie" oder "Sport". Zum zweiten Mal wurde auch in der Kategorie "Wissenschaft" ein Preis verliehen.

    Mit nur einem Foto eine Geschichte erzählen

    Neben Karmann konnte sich vor allem die Main-Post-Fotografin Patty Varasano freuen: Sie gewann gleich drei Preise in den Kategorien "Kultur" und "Umwelt und Energie" sowie den Preis der Stadt Würzburg. Der Gewinner des Fotos des Jahres 2017, Main-Post-Fotograf Thomas Obermeier, gewann in der Kategorie "Land und Leute". Auch für den Preis der Stadt Würzburg war Obermeier nominiert mit einem Bild von der Landesgartenschau. Darauf zu sehen war eine der Installationen auf dem Gelände – eingerahmt von einer trockenen Wiese, in einer Ecke des Bildes waren auch ein paar Menschen zu erkennen. "Das fasst wohl zusammen, wie viele Würzburger die Gartenschau wahrgenommen haben", erklärte Ursula Lux die Meinung der Jury. Würzburgs Dritte Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake übergab den Preis schließlich an Varasano, konnte den Seitenhieb aber nicht unkommentiert lassen. Es handele sich eben um eine Garten- und keine Blumenschau, so Schäfer-Blake, mehr wolle sie da nicht zu sagen.

    • Fotos aus Unterfranken: Die Main-Post auf Instagram
    Matthias Endriß (links) gewann beim Wettbewerb "Pressefoto Bayern 2018" in der Kategorie "Kultur". Den Preis übergab Thomas Geiger. Foto: Jim Albright

    Ein gutes Pressefoto müsse eine Geschichte erzählen, es dürfe nicht beliebig sein und müsse technisch gut umgesetzt sein, sagte BJV-Vorsitzender Michael Busch. Außerdem brauche es Zeit, so Busch, und die gebe es immer weniger. "Hoher Termindruck und enge Zeitkorridore, in denen gearbeitet werden soll – das ist schädlich für ein gutes Foto", warnte er.

    Auch beim "Pressefoto Bayern" wurde ein unterfränkischer Fotograf ausgezeichnet: Der freie Fotograf Matthias Endriß aus Gerolzhofen (Lkr. Schweinfurt) gewann den Preis in der Kategorie "Kultur". Bei der Aktion "Kronach leuchtet" fotografierte er ein "Licht-Labyrinth". "Eine begehbare Installation wird markant hervorgehoben und darf aus dem Kontext gelöst ein Eigenleben führen", heißt es im Juryurteil.

    Die weiteren Preisträger im Überblick: Der Nachwuchspreis ging an Julian Nimar, "Straßenfotografie in Bangkok"; der Preis in der Kategorie "Wissenschaft" gewann Karl-Josef Hildenbrand für das Foto mit dem Titel "Wassermangel"; in der Kategorie "Beste Serie" gewann Wolf-Dietrich Weißbach mit "Radio-aktiv"; der Preis für "Land und Leute" ging an Thomas Obermeier für das Foto "Air Berlin"; Anand Anders gewann für "Kommt ein Torwart geflogen" in der Kategorie "Sport". Patty Varasano gewann in den Kategorien "Umwelt und Energie" für das Bild "Shake, in "Kultur" für das Bild "Happy Klarinette" und den Preis der Stadt Würzburg für "Helden des Alltags".

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