• aktualisiert:

    Theilheim

    Vanessa Nüßlein trägt jetzt das Krönchen

    Selina Waltsgott gibt die Krone der Theilheimer Weinprinzessin Vanessa Nüßlein weiter. Foto: Antje Roscoe

    Selina Waltsgott reist weiter, das Krönchen mit dem Weinlaub trägt jetzt Vanessa Nüßlein. Die Krönung hat der Weinbauverein mit einer Jungweinprobe gefeiert. Ein Fest, mit mehr als 30 bekrönten und ehemaligen Weinprinzessinnen.

    Für Weinbaupräsident Artur Steinmann war es einmal mehr der Beleg für die fränkische Weinprinzessinnenkultur, die es so in ganz Deutschland nicht gibt und auch von der Branche getragen wird. Für Theilheim gab es dennoch ein Extra-Kompliment für den Krönungsabend in der Jakobstalhalle. Beeindruckt, erstaunt und glücklich sei er über diesen "kleinen, hellen Stern" am Firmament, der in der Lage ist, so etwas auf die Beine zu stellen.

    Die kleine Weinbaugemeinde glänzt zurzeit mit nur vier Winzern, 20 Hektar Rebfläche, aber wieder einer Weinprinzessin. Bezeichnend fand er, dass die Hälfte der Winzer Öko-Betriebe führen. "Für mich sind das Pioniere, die zeigen, was möglich ist", so Steinmann. Er wurde korrigiert. Laut Bernd Schmitt würden inzwischen eigentlich alle ökologisch arbeiten, wobei zwei Betriebe bei Demeter bzw. Bioland zertifiziert sind.

    Kein Problem eine Weinprinzessin zu finden

    "Schön, wenn man keine Klinken putzen muss". Eine 12. Theilheimer Weinprinzessin zu finden, war für Christian Deppisch, Vorsitzender des Weinbauvereins, kein Problem. Die 19-Jährige Vanessa Nüßlein hat den Vorbereitungskurs des Weinbauverbands besucht. Ihr gefiel die Idee, Weinprinzessin zu werden, schon seit der Krönung ihrer Cousine Wenka in Obervolkach, weshalb sie sich das Amt dann auch gesichert hatte. "Eine Physiotherapeutin können wir öfter gut brauchen", scherzte Deppisch bei der Vorstellung. Bei dem Schwarzgurt sei er jedoch skeptisch geworden, kommentierte er ihre sportlichen Aktivitäten im Taekwondo, wo sie im Frühjahr den Schwarzen Gürtel erreichte.

    Jean Pauls Satz "Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens", gab sie als ihren Wahlspruch aus und ließ einen Müller-Thurgau vom Theilheimer Altenberg als Krönungswein ausschenken, der mit Milde glänzt, mit Melone, Mango und Mirabell-Aromen.

    Welche Rolle Weinprinzessinnen spielen, mit "einem der schönsten Ehrenämter, die es in Franken gibt", hatte Landrat Eberhard Nuß betont. Vanessas Vorgängerin, Selina Waltsgott, galt als eines der aktiven Gesichter der "Community".

    Liebe zum Wein im Herzen getragen

    Was die scheidende Weinprinzessin von ihre Amtszeit mitnimmt ist: "So viele Theilheimer noch einmal näher kennenzulernen und mit so vielen Leuten ins Gespräch zu kommen, die ich sonst nie erlebt hätte". Das Weinprinzessinnen-Dasein gelebt, das Amt und die Liebe zum Wein im Herzen getragen zu haben, mit Leidenschaft und Engagement ihr "eigenes Ding" daraus gemacht zu haben, dankte ihr die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer.

    Selina sei ein Beispiel, das Feuer weiter zu tragen, andere für das Amt zu begeistern. Selina habe auch Termine nicht nur für Theilheim, sondern für den Verband wahrgenommen. Ohnehin steckt die Reiselust in ihr, die jetzt wieder ungehemmt von Terminen gepflegt werden kann.

    Einen "Friday for Future" nannte Domkapitular Clemens Biber, früher Theilheimer Pfarrer, den Krönungsfreitag, bei dem die Prinzessinnen eine Demonstration des guten Klimas in der Gesellschaft abgaben und zeigten "hier ist gut leben".

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!