• aktualisiert:

    Margetshöchheim

    Viele Fragen und Kritik an Details

    Wie die Mainlände im Bauabschnitt 1 umgestaltet werden soll, sorgte für zahlreiche Debatten Foto: Tina Göpfert

    Das Thema "Umgestaltung der Mainlände" stieß auf großes Interesse. Zur Infoveranstaltung in der Margarethenhalle kamen über 100 Bürger. Landschaftsarchitekt Ralf Warm vom Planungsbüro arc.grün präsentierte die konzeptionellen Planungen der drei Bauabschnitte (BA).

    Ziel für die Mainlände sei laut Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU), das "gewaltige Potential" der Flächen für die Aufenthaltsqualität auszuschöpfen. Der Teufel steckt im Detail: Unstrittig ist bisher nur, dass die Pappelreihe am Ufer als "Gesicht Margetshöchheims" erhalten bleiben soll.

    Insbesondere der Bauabschnitt 1 vom künftigen Steg bis zum Steinernen Weg erhitzte die Gemüter. Die Planungen müssen bis Herbst fertig sein, die Fläche bietet allerlei Zündstoff. Bisher ist der Uferbereich naturnah. Zentral in der Planung sind Entschleunigung und Aufenthaltsqualität: es soll ein "Aktivitätsband" entstehen mit Spielbereichen, Sitzmöglichkeiten (z.B. Schleusensteine) und freigelegtem Bach.

    Auf einem V-förmig "mäandernden Fußweg" soll man vom oberen kombinierten Fuß- und Radweg barrierefrei ans Ufer gelangen können. Ein neuer Fußweg soll am Ufer verlaufen. Gegen einen kombinierten, teils gepflasterten Fuß- und Radweg spricht der zunehmende Radverkehr. Dafür spricht, dass man auf dem kombinierten Weg schnell von A nach B gelangen und zum Flanieren den barrierefreien Fußweg am Ufer nutzen könnte.

    Die Margetshöchheimer Mitte (MM), Bund Naturschutz (BN) und Arbeitskreis Agenda 21 sehen die Planungen zum BA 1 eher kritisch. Eine aufgewertete naturnahe Wiesenfläche mit Sitzmöglichkeiten biete bereits ausreichend Erholungswert.

    Als problematisch sieht man auch die Verkehrssicherungspflicht der Bäume bei einem neuen Spielplatz. Ein Bürger sagte, "man versucht hier relativ viel reinzupacken, was die schmale Fläche nicht hergibt." Peter Etthöfer (MM) schlug vor, den geplanten Spielplatz mit Flatterband zu kennzeichnen, sodass sich alle ein Bild machen könnten.

    Die Bürger diskutierten besonders die fehlende Einzäunung des geplanten Spielplatzes, den "mäandernden Fußweg" und die Frage, ob die bisherige eindeutige Trennung von Fuß-und Radweg nicht besser sei.

    Ein Bürger warf ein, man solle sich nicht im Klein-Klein verlieren; Margetshöchheim sei ringsum das einzige Dorf mit direktem Zugang zum Main und habe nun die Chance, seine "Schokoladenseite"  zu zeigen. Der Vorschlag von Gemeinderätin Daniela Kircher (SPD), die Umgestaltung der Mainlände in Kitzingen demnächst bei einer Busfahrt zu besichtigen, kam gut an.

    Zustimmung gab es für die Planungen im dritten Bauabschnitt vom Steinernen Weg bis zur Pointstraße. Dass dort Flächen entsiegelt, die Grünflächen um je einen Meter verbreitert und Stellplätze mit sogenanntem Rasenliner geschaffen werden sollen, wurde begrüßt.

    Für Debatten sorgte wieder der BA 2 zwischen Rathaus und Pointstraße. Schwierig wird der Ausbau im Hinblick auf das Margaretenfest; beim Treffen mit den beteiligten Vereinen im Herbst soll es ein Straßenmodell geben, um die nötige Infrastruktur zu planen.

    Ob die gesamte Fläche gepflastert werden soll und "Margetshöchheimer Bänke" aufgestellt werden, und was mit dem freien Platz am jetzigen Steg geschehen kann, wurde kontrovers diskutiert. Ein Bürger befürchtete, durch die Möblierung könnten noch mehr Leute angezogen werden; eine Anwohnerin sagte, die "Aufenthaltsqualität darf die Wohnqualität nicht übersteigen".

    Der Ausbau der Mainlände sorgt auch für hohe Kosten: Von den veranschlagten 6 Millionen Euro muss die Gemeinde rund 2,2 Millionen selbst stemmen. Klar ist aber auch, dass die hohen Zuschüsse nur fließen, wenn der Ausbau eine gewisse Qualität erreicht. Die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung zum Thema findet am 4. Juni um 19 Uhr 30 statt.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!