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    FRICKENHAUSEN

    Viele offene Fragen beim Kindergarten

    Das Anbau am Frickenhäuser Kindergarten aus den 60er Jahren ist in einem schlechteren Zustand als der Altbau. Bei einer Sanierung sollte er auf jeden Fall abgerissen werden, rät der Architekt. Foto: Klaus Stäck

    Neue oder zumindest erneuerte Räumlichkeiten soll der gemeindliche Kindergarten bekommen. Die bisher genutzten Gebäude sind betagt, weisen bauliche Mängel auf und sind wegen ihrer Struktur für den Betriebsablauf äußerst unpraktisch. Der allererste planerische Schritt zur Lösung wurde Ende des vergangenen Jahres getan, als die Gemeinde ein Architekturbüro mit der Bestandsaufnahme und der Ermittlung von Lösungsvorschlagen betraute. Egal, wie weiter verfahren wird, ist eines sicher: Der Kindergarten braucht während der Bauzeit ein Ausweichquartier, das momentan gesucht wird.

    Die Gemeinde schlug vor, dafür das Schulhaus zu nutzen, in dem bis dato noch Klassen der Grundschule Eibelstadt ausgelagert sind. Deswegen hat vor ein paar Tagen eine Ortsbegehung stattgefunden, an der die für Kindergärten zuständige Referentin des Landratsamts und der mit der Planung betraute Architekt teilgenommen haben. Wie Bürgermeister Reiner Laudenbach dem Gemeinderat berichtete, sei die Schule aus pädagogischer Sicht als geeignet angesehen worden.

    Gleichzeitig sei festgestellt worden, welcher Raum in welcher Funktion für den Kindergartenbetrieb nutzbar wäre. Aber die Medaille hat zwei Seiten. Aus baurechtlicher Sicht könne die Nutzung schwierig werden. Der zweite bauliche Rettungsweg aus den Klassenräumen fehle. Mit der Bauabteilung des Landratsamts werde nun abgeklärt, welche Auflagen wegen des Brandschutzes erfüllt werden müssen.

    In der Gemeinde müsse man dann überlegen, ob der Kostenaufwand nur für eine zeitweise Unterbringung des Kindergartens vertretbar wäre. Sollte die Schule nicht in Frage kommen, müsste man über eine Containerlösung nachdenken, so Laudenbach. Die wäre nach Einschätzung des Bürgermeisters aber sehr teuer.

    Momentan ist noch keine Entscheidung möglich, wie der Kindergarten saniert oder ob er gar neu gebaut wird. Ende des vergangenen Jahres hatte Architekt Chistian Küster empfohlen, aber auf jeden Fall den Anbau aus dem Jahr 1961 abzureißen, weil er schlechter beschaffen sei als der ältere Bauteil von 1908.

    Ein neuer Anbau wäre also in jedem Fall fällig. Sollte es wie bisher bei zwei Kindergartengruppen bleiben, würde dies nach ersten Schätzungen mit Kosten rund 1,3 Millionen Euro kosten. Käme noch eine Krippe für Kinder bis drei Jahre hinzu, wären es 1,6 Millionen Euro.

    Finanzieller Spielraum verbraucht

    Ein kompletter Neubau käme ungefähr auf zwei Millionen Euro. In diesem Fall hätte die Gemeinde aber wahrscheinlich auf Jahre hinaus kaum noch finanziellen Spielraum für andere Investitionen, gab Bürgermeister Laudenbach zu bedenken.

    Ratsmitglied Helmut Wittiger geht davon aus, dass die Gemeinde aufgrund ihrer Finanzlage mit einem Zuschuss in Höhe von 90 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen kann. Das entspräche nach seiner Einschätzung etwa drei Vierteln der Gesamtkosten. Bürgermeister Laudenbach will deshalb mit der Regierung von Unterfranken erörtern, mit welchen Zuschüssen für die unterschiedlichen Varianten zu rechnen ist. Erst danach kann der Gemeinderat über Sanierung oder Neubau entscheiden.

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