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    ERLABRUNN

    Vom Singen in der Badewanne auf die Bühne

    Stellvertretend für die Aktion Patenkind der Main-Post nahm Redakteur Achim Muth den Spendenscheck über 1300 Euro entgegen. Foto: Herbert Ehehalt

    Da war es wieder, dieses einzigartige Gefühl von Zusammengehörigkeit und Solidarität, für das sich die Bevölkerung in Erlabrunn mit seinen gerade einmal 1700 Einwohner selbst so bewundert. Und tatsächlich wurde jenes hehre Ziel erreicht, das die Verantwortlichen des Männergesangvereins dem Anlass entsprechend sich selbst auferlegt hatten. Echte Zweifel daran gehegt hatte wohl nicht einmal das bald 500 Zuhörer zählende Publikum der sommerlichen Serenade.

    Doch was wollten die Verantwortlichen des Männergesangvereins (MGV) Erlabrunn eigentlich erreichen? Weil der MGV in diesem Jahr sein 110-jähriges Jubiläum feiert, war im Frühjahr vergangenen Jahres die Idee geboren worden zu einem Projektchor. Entsprechend des Jubiläums sollte dieser eben aus 110 Stimmen bestehen. Mindestens.

    Als besonderes Geburtstagsgeschenk wollte der MGV für jede der mindestens 110 Stimmen zehn Euro spenden an die Aktion Patenkind dieser Zeitung. Seit April hatte sich der Projektchor mit musikalischem Leiter Rainer Kogelschatz auf seinen Auftritt vorbereitet.

    Bei der „Serenade auf der Schulwiese“ war am Samstagabend nun der Zeitpunkt gekommen, das Versprechen einzulösen. Letztlich hätte die Zahl der Sänger sogar gereicht, um das nächst größere, 125-jährige Vereinsjubiläum zu dokumentieren.

    Tote Hosen aus 127 Kehlen

    Aus 127 Kehlen tönte treffend der Hit der Band „Tote Hosen“ „An Tagen wie diesen“ durch die laue Sommernacht hinter der Schule und bescherte dem Vorhaben den erhofften Erfolg. Die MGV-Verantwortlichen runden den Spendebetrag auf glatte 1300 Euro auf.

    Drei Lieder plus eine Zugabe hatte der Projektchor „MGV#110“ einstudiert, zu dem die „Weibräischens“ und der Männerchor das Fundament lieferten. Die Hälfte der Sängerinnen und Sänger aber, wie etwa die beiden amtierenden Bürgermeister Thomas Benkert (UBE) und Jürgen Ködel (CSU), hatten zuvor höchstens daheim unter der Dusche oder in der Badewanne gesungen.

    Durchaus anspruchsvolle Texte und Melodien hatte sich der Chor in nur sechs gemeinsamen Proben angeeignet. „You Raise Me Up“ (englisch für „Du ermutigst mich“) glich einer Offenbarung für das Vorhaben und Michael Jacksons Welthit „We are the World“ setzte dem Auftritt des Projektchors „MGV#110“ die Krone auf.

    Gewinner aber waren an diesem Abend nicht nur Menschen in Not, denen die Spende über die Aktion Patenkind zukommt, wie Main-Post-Chef-Reporter Achim Muth bei der Scheckübergabe versicherte. Auch der MGV selbst durfte sich als Gewinner fühlen ob der gelungenen Serenade.

    Ihren Beitrag dazu leisteten neben den eigenen „Weibräischens“ sowie dem Männerchor nicht zuletzt das Gitarrentrio „Triad“ mit Chiara Kempf, Silvia Ködel und Vera Klos, begleitet von Percussion von Steffen Freitag und dem Gospelchor „HeartLeiner“ des Gesangvereins „Frohsinn“ Leinach.

    Weitere Veranstaltungen des MGV Erlabrunn zum 110-jährigen Bestehen sind ein Konzertabend der „Weibräischens“ am Samstag, 22. Oktober, und eine Bilderausstellung zur Vereinsgeschichte am Sonntag, 20. November, jeweils in der TSV-Turnhalle. Das Weihnachtskonzert der Blaskapelle am Sonntag, 18. Dezember beschließt das Jubiläumsjahr.

    Ziel erreicht: 127 Sängerinnen und Sänger fanden sich zum Projektchor „MGV#110“ anlässlich des 110-jährigen Bestehens des MGV Erlabrunn bei der sommerlichen „Serenade auf der Schulwiese“ auf der Bühne zusammen – für einen guten Zweck und natürlich zum Singen. Foto: Herbert Ehehalt

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