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    Margetshöchheim

    Von 1869 bis in die Gegenwart

    Auch der Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde gehörte für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu dessen Aufgabe beim Kommers aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Margetshöchheim. Foto: Herbert Ehehalt

    An den üblichen lobenden Worte der Anerkennung von allen Seiten mangelte es nicht, die Vorsitzende Maria Brohm und Kommandant Peter Götz beim Kommers zum Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Margetshöchheim entgegennehmen durften. Und dennoch unterschied sich die Auftaktveranstaltung am Samstagabend in der Margarethenhalle anlässlich des 150-jährigen Bestehens maßgeblich von vergleichbaren Anlässen.

    Nicht nur weil mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der oberste Dienstherr persönlich die Festansprache hielt. In einer ungewöhnlichen Modenschau zeigten die "Models" alleine anhand der veränderten Einsatzkleidung den Wandel der Wehr seit deren Gründung auf Initiative von Lehrer Leopold Hörnig und Schlossermeister Kilian Rhein und weiterer 23 Männer im Jahr 1869. Da staunten neben Abordnungen anwesender Gastwehren auch die der Patenwehren aus Erlabrunn und Eltmann. Für den festlichen Rahmen sorgten die Musiker des St.-Johannes-Verein und der Gemischte Chor des örtlichen Sängervereins.

    "Feuerwehr-Minister" lobt "Feier-Wehr"

    Humorvoll grüßte Innenminister Joachim Hermann in der Rolle des "Feuerwehr-Ministers ohne die bekannte schwarze Dienstkleidung" und eroberte damit sogleich die Herzen seiner "Untergebenen". Statt unter Beobachtung der berühmt-berüchtigten Musiker-Truppe aus der Oberpfalz in den Mainfrankensälen am gegenüberliegenden Mainufer, galt Herrmanns Aufwartung einer "Feier-Wehr, die dazu in diesem Jahr allen Grund hat." Repräsentiert wird die Wehr in ihrem Jubiläumsjahr von einem durch Christian Boll betreuten Sextett charmanter Ehrendamen. Der Kommers war dabei allerdings nur der Startschuss. Das große Jubiläumsfest unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) steht vom 25. Mai bis 27. Mai noch bevor.

    Für die besagte "Dienstkleidung", um darin für Ordnung zu sorgen, gab es für den Festredner freilich keinerlei Grund. Schließlich seien es die Feuerwehren, die in einem hervorragenden System der Hilfeleistung ehrenamtlich dafür sorgen, dass die Menschen ruhig schlafen können, konstatierte Herrmann. Rhetorisch gekonnt gelang dem Minister der Spagat zwischen den alltäglichen Herausforderungen auf Landesebene und den damit verbundenen lokalen Auswirkungen. So äußerte Herrmann unter anderem kein Verständnis für gewalttätige Aktionen gegen Einsatzkräfte, um damit auch auf eine verschärfte Gesetzgebung diesbezüglich zu deren Schutz zu verweisen.

    Feuerwehr-Ehrenkreuz am Band

    Anerkennung zollte Herrmann insbesondere jenen langjährigem Aktiven, denen er mit Landrat Eberhard Nuß Staatliche Ehrenzeichen für 25 Jahre, beziehungsweise 40 Jahre aktiven Dienst überreichen durfte. "Das sind Menschen, die nicht sagen, man müsste mal, oder man könnte mal. Das sind Personen, die verlässlich und auf großartige Weise anpacken und mitmachen", betonte Herrmann. Mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz am Band in Silber durften auch Michael Grönert und Armin Götz besondere Auszeichnungen in Empfang nehmen.

    Auf den Wandel der Löschhelfer mit Wasserkübeln anno 1869 hin zu einer multifunktionalen, hoch technisierten Gruppe mit vielfältigem Einsatzspektrum ging Schirmherr und  Bürgermeister Waldemar Brohm in seiner Ansprache ein. Die Präsenz der Aktiven eines "normalen Einsatzjahres" wie im Vorjahr, mit 130 Einsätzen, bezeichnete Brohm als das "ehrenvollste Ehrenamt in der Gesellschaft." Seit dem Jahr 2000 gehört dazu auch die integrierte HvO-Gruppe. Für die Vorbilder einer aktiven Bürgergesellschaft aus der Gründung bis in die Gegenwart sei dabei der Leitspruch geblieben, "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr", betonte Brohm. Im Rückblick auf die 150-jährige Geschichte zeigte sich Brohm "dankbar, von größeren Katastrophen im Ort verschont geblieben zu sein, und die Aktiven stets unversehrt von Einsätzen zurückkamen." Gleichzeitig äußerte der Schirmherr den Wunsch, auch künftig Menschen zu finden, die die Wehr aktiv oder auch nur durch Mitgliedsbeiträge oder Spenden unterstützen.

    Ehrungen:

    Staatliche Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst: Simon Haupt und Matthias Kreiner

    Staatliche Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst: Rainer Dausacker, Norbert Kirchner und Bernd Zimmermann

    Vereinsehrungen für langjährige Mitgliedschaft: 10 Jahre: Michael Donath, Danilo Graupner, Frank Hösl, Ottilie Jungbauer, Paul Jungbauer, Sabrina Kreutzer, Sven Krätzler, Patrick Lindner, Stefanie Nöth, Nicholas Sterk und Margarete Winkler, 20 Jahre: Peter Klopf, 25 Jahre: Georg Bauer, Stefan Ehrenfels, Simon Haupt, Matthias Kreiner und Uwe Wittstadt, 30 Jahre: Waldemar Brohm, Dieter Körber, Thomas Mühlhaupt und Dietmar Schramm, 40 Jahre: Manfred Ach, Norbert Kirchner, Rainer Dausacker und Bernd Zimmermann, 50 Jahre: Alfred Anderl, Erich Kreiner,  Heinz Maienschein, Werner Oppmann und Hermann Salomon., 55 Jahre: Peter Oppmann und Edgar Haupt, 65 Jahre: Otto Götz

    Mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz am Band in Silber durfte auch der ehemalige Kommandant Michael Grönert (Mitte) besondere Auszeichnungen in Empfang nehmen. (von links nach rechts) Kommandant Peter Götz, Landrat Eberhard Nuß, Kreisbrandinspektor Winfried Weidner, Michael Grönert, Innenminister Joachim Herrmann, Bürgermeister Waldemar Brohm, Vorsitzende Maria Brohm und Ehren-Kreisbrandmeister Manfred Brühler. Foto: Herbert Ehehalt
    Vom Einsatz-Overall "Bayern 1" bis zur aktuellen Dienstkleidung für die unterschiedlichsten Einsatzszenarien spannte sich die Feuerwehr-Modenschau beim Kommers der Feuerwehr Margetshöchheim. Foto: Herbert Ehehalt
    Ein großes Spalier bildeten die Mandatsträger der Region aus Bundes- und Landespolitik, allen voran Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, zur Verleihung Staatlicher Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre und 40 Jahre aktiven Dienst als Höhepunkt des Kommers anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr Margetshöchheim. Foto: Herbert Ehehalt

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