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    Kürnach

    Von Dorfhaussanierung über Motel bis zum Ärztehaus

    Ein Motel mit 31 Zimmern (61 Betten), ein Ärzte- sowie Dienstleistungshaus, Eigentumswohnungen (rund 45), sowie nochmals die Sanierung eines leerstehenden historischen Kürnacher Dorfhauses: Mit all diesen Vorhaben beschäftigte sich der Gemeinderat unter anderem in der letzten Sitzung vor der Sommerpause informell. Ebenfalls auf der Tagesordnung stand der Abschlussbericht zum Monitoring und der Fortschreibung des ISEK (= integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept). Auch darüber wird Beschluss erst im Herbst gefasst.

    Informiert hat Bürgermeister Thomas Eberth (CSU) den Gemeinderat und die Zuschauer außerdem über die mit einer Vollsperrung der Straße (von der Auffahrt auf die A7 bis zur Wü 26) verbundenen Sanierungsarbeiten an der B19. Diese plant das Straßenbauamt Ende September.

    Maximal drei Wochen sollen die Autofahrer dann über die Abfahrt zum Gewerbegebiet Wachtelberg und mittels Ampelanlage über die Wü26 wieder zurück auf die Bundesstraße geleitet werden. Bisher, so Eberth, seien die Bauarbeiten allerdings noch nicht ausgeschrieben. Da in Kürnach die Semmelstraße im besagten Zeitraum wegen der Bauarbeiten für den Geschosswohnungsbau der Firma Glöckle ebenfalls eingeschränkt befahrbar ist, und insgesamt im gesamten Bereich bis zu 30.000 Fahrzeuge täglich unterwegs sind, befürchten die Kürnacher extreme Staugefahr. Vor allem auch, weil wegen der Brückenbauarbeiten an der A7 die Ausweichstrecke über die Autobahn ebenfalls beeinträchtigt ist.

    Erst noch einmal im Bauausschuss behandelt werden, soll das langgestreckte, in den Hang gelegte Hotel-Gebäude, das die WMM AG auf einem Privatgrundstück hinter Aldi am Wachtelberg plant. Das I-Phone-Check-in-Hotel nach Art amerikanischer Motels entspricht baurechtlich den Vorgaben des Bebauungsplanes. Lediglich für die Länge des Gebäudes (68,81 Meter) mit 31 von außen jeweils einzeln zugänglichen Zimmern müsste eine Befreiung von den Festsetzungen erteilt werden. Das Vorhaben fand wenig Anklang im Gemeinderat. Es ist aber im Industriegebiet grundsätzlich möglich.
    Ebenfalls diskutieren sollen die Fraktionen in den nächsten Wochen auch über weitere Vorhaben. Das leerstehende Gebäude Rottendorfer Weg 1 würde sich Rahmen des Programms "Leerstand nutzen, Lebensraum schaffe" für die Sanierung als Wohnhaus für anerkannte Flüchtlinge eignen, mit einer Förderhöhe von 90 Prozent.

    Großes vor hat ein Investor auf einem privaten Grundstück östlich des neuen Edeka-Marktes. In dem Mischgebiet, erläuterte Rainer Düsel von Allobjekt, plane man ein Ärztehaus sowie ein ebensogroßes Dienstleistungsgebäude und rund 45 Eigentumswohnungen zum Selbstbezug in vier Geschoßbauten. Ins Ärztehaus könnten neben ihm selbst, erläuterte der Projektbeteiligte Oralchirurg Dr. Etienne Loho, könnten, nach derzeitiger Planung ein Allgemeinarzt, ein Augenarzt, ein Kinderarzt sowie Kieferchirurg und Kieferorthopäde einziehen. Am benachbarten Dienstleistungsgebäude hätten unter anderem ein zahntechnisches Labor sowie eine Apotheke Interesse. Nach Diskussion in den Fraktionen soll im Herbst entschieden werden, ob und welche Schritte man in dieser Sache weitergeht. Eines steht jetzt schon fest: Die Umsetzung wird dauern, nicht nur wegen artenschutzrechtlicher Probleme (Hamster, Zauneidechse) und im Umgriff vorhandener Bodendenkmäler.

    Über die Hausarztsituation in Kürnach setzte der Bürgermeister den Gemeinderat ebenfalls in Kenntnis. Am 3. August endet die bisher ergebnislose Ausschreibungsfrist eines Zulassungsscheines einer Allgemeinärztin in Staatsanzeiger. Bis 31. März 2019 habe die Kommune dann noch Zeit, Ersatz zu finden. Bisher allerdings, so Eberth, seien alle Bemühungen, einen Allgemeinarzt zur Übernahme zu bewegen, umsonst gewesen.

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