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    Würzburg

    Von der Zuckerrübe bis zu Trüffelbäumen

    Tauschten sich über Methoden in der Landwirtschaft aus (von links): Felix von Zobel, Iris Eisenmann-Tappe, Heiner von Zobel, Kerstin Celina, Britta Huber und Patrick Friedl. Foto: Aljoscha Labeille

    Um sich mit Landwirten auszutauschen, besuchte Kerstin Celina, Landtagsabgeordnete der Grünen aus dem Landkreis Würzburg, zusammen mit ihrem Kollegen Patrick Friedl sowie den Ochsenfurter Grünen Iris Eisenmann-Tappe und Britta Huber den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie von Zobel in Darstadt. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

    Erstes Gesprächsthema waren die langgezogenen Wasserspuren in den Feldern, die bei Starkregen entstehen. Regnet es viel in kurzer Zeit, so leiden vor allem Felder in Hanglage: Die Erde rutscht nach unten ab, Saatgut und nährstoffreicher Boden geht den höheren Lagen verloren. Um das zu verhindern, sät von Zobel Grasstreifen in die Felder, die Wurzeln der Gräser wirken einem Hangrutsch entgegen. Für diese Grasstreifen erhalten Landwirte auch höhere Entschädigungen als für die viel diskutierten Blühstreifen, das Gras kann später zu Heu weiterverarbeitet werden und bringt dem Landwirt so zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen. "Für mich ist das in dieser Situation die bessere Alternative", erklärt Heiner von Zobel.

    Dass es beim Thema Umweltschutz je nach Region verschiedene Wege gibt, um ans Ziel zu kommen, sieht auch Patrick Friedl: "Ökosysteme sind komplex und wir müssen alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzen, um den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen und so zu wirtschaften, dass auch größere Trockenheit und singuläre Wetterereignisse wie Starkregen nicht zu einem Abschwemmen des wertvollen Bodens führen". Dazu gehört für ihn laut der Mitteilung auch der vollständige Verzicht auf Glyphosat.

    In den besonders trockenen Gebieten wie in der Darstadter Gegend hält von Zobel es dagegen für schwierig, auf Herbizide, unter anderem auch Glyphosat, voll und ganz zu verzichten. Er würde es befürworten, auch in Zukunft noch eine Genehmigung für kleinere Mengen Glyphosat unter bestimmten Voraussetzungen bekommen zu können.

    Die Ochsenfurter Stadträtin und Referentin für Landwirtschaft und Forsten im Stadtrat, Britta Huber, hält eine derartige Notlösung nicht für sinnvoll, hat sie doch erst letztes Jahr ihren Antrag auf Glyphosat-freie Bewirtschaftung städtischer Grundstücke durchgebracht: "Das würde ja bedeuten, dass nach einem Glyphosat-Verbot doch Ausnahmegenehmigungen zu bekommen sind, wenn auch mit viel Papierkrieg". Für ihre Region wünscht sie sich wieder "viel mehr Hecken, Bäume und Rückzugsgebiete für Wildtiere – am liebsten als Biotopverbunde", denn da sei im Rahmen der Flurbereinigung viel kaputtgemacht worden.

    Bearbeitet von Rebecca Wolfer

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