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    HOLZKIRCHHAUSEN

    Vor 50 Jahren: Zündelnder Junge löste Großbrand aus

    Zu einer Gedenkveranstaltung an den spektakulären Großbrand in Holzkirchhausen vor 50 Jahren, bei dem am Ostersonntag 1968 zehn Scheunen mit den dazugehörigen landwirtschaftlichen Gebäuden zerstört wurden, lädt der Museumsverein Holzkirchhausen am Sonntag, 1. Juli, in das Heimatmuseum, Hauptstraße 4, ein.

    Das Museum ist an diesem Tag von 15 bis 19 Uhr geöffnet. In einer Sonderausstellung werden Zeitungsausschnitte aus den Tagen nach dem Brand und Fotos, die Privatleute gemacht haben, gezeigt. Für das leibliche Wohl der Gäste ist mit Kaffee, Kuchen, belegten Brötchen und Getränken gesorgt. Gegen 18 Uhr sind die Besucher zu einer Begehung der damaligen Brandstätten eingeladen.

    Am Ostersonntag 1968 gegen 13 Uhr war das Feuer ausgebrochen. Dabei wurden zehn Scheunen mit den dazugehörigen landwirtschaftlichen Gebäuden komplett zerstört. Ein vierjähriger Junge, der mit Streichhölzern gezündelt hatte, hatte den Brand verursacht. 210 Feuerwehrleute aus Holzkirchhausen, Helmstadt, Neubrunn, Dertingen, Kembach, Uettingen, Wüstenzell, Holzkirchen, Marktheidenfeld und Wertheim waren an den Löscharbeiten beteiligt. Bei den Aufräumarbeiten kamen Soldaten der US Army kostenlos, nur gegen Kost und Logis und gegen Erstattung der Benzinkosten, zu Hilfe. Nach dem Brand wurde der Ortskern von Holzkirchhausen neu aufgeteilt und saniert. Mehrere der Bewohner, deren Scheunen abgebrannt waren, siedelten an den Ortsrand um. Problematisch war, dass viele der Betroffenen schlecht oder gar nicht gegen Feuer versichert waren.

    Das Heimatmuseum existiert seit 1988. Zunächst war es im Feuerwehrhaus untergebracht. Da der Platz dort begrenzt war, wurde in den Jahren 2010 bis 2014 die „alte Kinderschule“ unter der Leitung des 2009 gegründeten Museumsvereins in Eigeninitiative zum neuen Heimatmuseum umgebaut. Die „alte Kinderschule“ ist ein gemeindeeigenes Gebäude aus dem Jahr 1875. Es diente ursprünglich als Hirten- oder Armenhaus. Nach einem Umbau in den 1930er Jahren wurde das Gebäude als Kinderbewahranstalt und öffentliche Badeanstalt genutzt. Diese Badeanstalt mit drei Duschen und einem Wannenbad wurde in den 1950er Jahren stillgelegt und ist inklusive der Originalarmaturen noch voll erhalten. Sie wurde deshalb in das neue Heimatmuseum integriert.

    Auf über 250 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt das Museum eine reichhaltige Sammlung zum bäuerlichen Leben im Dorf. Es werden Haus-, Hof- und Feldgeräte aus drei Jahrhunderten gezeigt. Von den kleinen Handwerksbetrieben, die früher in Holzkirchhausen nur im Nebenerwerb betrieben wurden, werden Schuster-, Büttner-, Wagner-, Schmied- und Steinhauerwerkzeuge ausgestellt. Besonders sehenswert sind eine original erhaltene Frauentracht aus dem 19. Jahrhundert, die Kriegervereinsfahne sowie vorgeschichtliche Funde wie Faustkeile, Keramik und Bronzeschmuck.

    Im Allgemeinen ist das Museum einmal im Monat geöffnet. An den Öffnungstagen werden den Besuchern Kaffee und Kuchen angeboten. Museumsführungen sind nach Vereinbarung jederzeit möglich.

    Kontakt: Reiner Volk, Tel. (0 93 97) 14 26

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