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    Waldbüttelbrunn

    Waldbüttelbrunn: Der Wald befindet sich im Wandel

    Revierförster Wolfgang Fricker (3. von rechts) erläuterte bei einer Waldbegehung die Veränderungen im Wald durch die Trockenheit der letzten Jahre. Foto: Karthrin Hackel

    Zur Waldbegehung mit Revierförster Wolfgang Fricker hatte der CSU-Ortsverband von Waldbüttelbrunn eingeladen. Vor einigen Wochen hatte Fricker im Gemeinderat einen umfangreichen Schadensbericht über den Gemeindewald abgegeben, der zur Sorge Anlass gibt. Der Wald hat nach den extremen Sommern 2015 und 2018 einen weiteren zu trockenen Sommer 2019 nicht unbeschadet überstanden. Er weist insbesondere im Buchenbestand, aber auch bei den Kiefern und Fichten erhebliche Trockenschäden auf.

    Veränderungen der Rahmenbedingungen

    Förster Fricker erläuterte die ungünstigen Veränderungen der Rahmenbedingungen für die Bäume. Einige Baumarten kommen mit höheren Temperaturen und gleichzeitig geringeren Niederschlägen nicht zurecht – sie sterben ab. Die Erkenntnis der Zuhörer: Der Klimawandel wird nicht irgendwann in der Zukunft spürbar werden, sondern bringt schon jetzt das ökologische Gleichgewicht in der Region durcheinander.

    Ein Teil der betroffenen Bäume sollte als Totholz im Wald verbleiben. Totholz dient Käfern, Spechten, Bakterien und Pilzen als Lebensraum. Durch den langsamen Zerfall entsteht außerdem eine nährstoffreiche und wasserspeichernde Humusschicht.

    Vielfalt minimiert das Risiko

    Die Verwertung brauchbarer Stämme als Bauholz kann ebenfalls sinnvoll sein. Dadurch wird das im Holz gebundene Kohlendioxid langfristig gebunden, was dem Klimawandel entgegenwirkt. "Schützen und nutzen" sind die Schlagworte zu dieser nachhaltigen Bewirtschaftungsweise.

    Baumarten, die bereits jetzt austrocknen, werden den Prognosen nach langfristig keine Zukunft mehr im Waldbüttelbrunner Wald haben. Förster Fricker setzt auf Risikominimierung durch Vielfalt: "Je mehr verschiedene Baumarten im Wald vertreten sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass es Bäume geben wird, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen gut zurechtkommen werden".

    Ausreichende Licht für junge Bäume

    Im Idealfall verbreiten sich diese Baumarten wie etwa Eiche, Elsbeere, Walnuss oder Hainbuche per "Naturverjüngung", also dadurch, dass sich die Bäume über Samen in ihrer Umgebung fortpflanzen. Damit die jungen Pflanzen wachsen und gedeihen können, muss zum Beispiel für ausreichendes Licht, aber auch für einen Schutz vor Verbiss gesorgt werden.

    Als letztes Mittel könnte man der Natur durch Nachpflanzungen von Setzlingen auf die Sprünge helfen. Sollte das mit einheimischen Baumarten nicht mehr funktionieren, ist man auf klimatolerantere Sorten aus wärmeren Ländern angewiesen. Hier gibt es aber noch keine langfristigen Erfahrungen, wie diese auf Schädlinge reagieren oder die Verbreitung von Schädlingen begünstigen.

    Am Ende der Begehung machte Förster Fricker Mut: "Der Wald hat momentan erhebliche Schäden, doch es besteht noch Hoffnung. Der Waldbüttelbrunner Wald wird sich verändern, aber er hat Zukunft. Es liegt nun an uns, den Klimawandel aufzuhalten".

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