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    Höchberg

    Warum Höchberg keine neuen Baugebiete ausweist

    Über 200 Grundstücke sind in Höchberg derzeit unbebaut. Um über die Gründe mehr zu erfahren, verschickt die Gemeinde in Kürze einen Fragebogen an die Grundstücksbesitzer. Foto: Matthias Ernst

    Über 200 leerstehende Grundstücke gibt es in der Marktgemeinde, die meisten wären sofort bebaubar. Dies hatte das Stadtplanungsbüro Wegner in einer vom Freistaat Bayern geförderten Erhebung herausgefunden. Hinzu kommen noch 71 Leerstände und 91 ungenutzte Gebäude. Damit liegt Höchberg etwa auf dem Niveau von ganz Bayern. Bevor neue Baugebiete ausgewiesen werden sollen, wäre es sinnvoll diese Lücken und Leerstände erst zu schließen, so Wegner. Schließlich soll der Flächenfraß in unserer Landschaft verringert werden. Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema "Innenentwicklung" im Höchberger Rathaus stellte Architekt Wegner die ermittelten Daten zusammen mit Bürgermeister Peter Stichler und Bauamtsleiter Alexander Knahn vor. Stichler verglich die unbebauten Grundstücke mit dem Baugebiet "Mehle II". Alle zusammen würden dort hineinpassen, verdeutlichte er plastisch den Flächenverbrauch, der zusätzlich entstanden ist, weil die erschlossenen Grundstücke im Ort nicht bebaut sind.

    Das Programm der Landesregierung ziele darauf ab, durch eine Erhebung des Istzustandes Schlüsse für die weitere Entwicklung der Gemeinde zu ziehen. Derzeit sei nicht geplant, neue Baugebiete auszuweisen, erwiderte Stichler auf Nachfrage aus dem Publikum. Ganz im Gegenteil: Bereits 1994 hatte man das Gelände zwischen Greinbergweg und Kapellenweg aus dem Flächennutzungsplan als Baugebiet mehrheitlich im Gemeinderat herausgenommen, um nicht noch mehr Flächen in der Gemeinde zu versiegeln. Bisher, so Bauamtsleiter Alexander Knahn, wurde die Außenentwicklung einer Gemeinde gefördert, was sich als "nicht nachhaltig erwiesen" habe, nun gehe es darum die innerörtlichen Strukturen wieder zu stärken. Kurze Wege im Ort seien positiv für die Umwelt, weil man meist fußläufig unterwegs sein kann und gleichzeitig werde die Gemeinschaft gestärkt.

    Fragebögen für Bürger

    Natürlich wolle man niemanden zwingen, sein Grundstück zu bebauen, aber wenn jemand die Absicht habe, sein unbebautes Grundstück mit Wohnbebauung zu nutzen, stehe die Gemeinde gerne helfend zur Seite. Angesichts des Trends, auf einem Grundstück immer mehr Wohnraum unterzubringen, als vorher vorhanden war, verdeutlichte Knahn, dass es nicht darum gehe "Masse auf die Grundstücke zu bringen". Eine gewisse Qualität werde immer gefordert. Das lasse sich meist schon an den Bebauungsplänen ablesen. Wo die nicht vorhanden seien, beispielsweise im sogenannten "Altortbereich", müsse sich der Neubau in die Umgebung einpassen. Außerdem sei man derzeit im Bauamt dabei die bestehenden Bebauungspläne auf ihre Aktualität zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

    Die Gemeinde wird in Kürze an die Grundstücksbesitzer, die leerstehende Grundstücke in der Gemeinde haben, Fragebögen verschicken, um deren Absichten in den kommenden Jahren zu erfragen. Auch dies sei ein Teil des Förderprogramms der Landesregierung, erläuterte Bürgermeister Stichler. Es gehe nicht darum, jemanden zum Bauen zu zwingen. Die Gemeinde wolle lediglich erfahren, in welche Richtung ihre Bürger in Zukunft planen. Im Gegensatz zur bereits vor zwei Jahren in Eigenverantwortung durchgeführten Befragung gehe es dieses Mal wesentlich tiefer in die Materie.

    Von Bürgerseite wurde angeregt, dass man, wenn man schon den Innenort stärken will, dann auch dort für ausreichende Infrastruktur sorgen müsse. Ein Einkaufsmarkt auf der grünen Wiese sei da gänzlich ungeeignet.

    Geglücktes Beispiel für einen Lückenschluss. Jahrelang standen auf diesem Grundstück Wohnwagen im Winter, nun wurde ein Mehrfamilienhaus errichtet Foto: Matthias Ernst

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