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    Würzburg

    Warum Würzburg trotz einiger Mängel fahrradfreundlich ist

    Wie fahrradfreundlich ist Würzburg? Das wollten Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Kommunen (AGfK) bei einer Tour durch die Stadt herausfinden. Im Bild Johannes Ziegler, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad Freundliche Kommune (rechts), und Adrien Cochet-Weinandt, Würzburgs Radverkehrsbeauftragter. Foto: Fabian Gebert

    Ist Würzburg eine fahrradfreundliche Kommune? Am Donnerstag kam die Probe aufs Exempel. Experten nahmen sich Radwege vor, schauten sich Mobilstationen an oder nahmen Fahrradabstellplätze ins Visier. Eine Kommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGfK) in Bayern strampelte auf Pedelecs durch die Stadt und war zufrieden.

    Das Radverkehrskonzept hat sich gelohnt. In den vergangenen Jahren hat sich einiges verändert. Neben den 16 Radverkehrsachsen gehört dazu auch, dass Einbahnstraßen in beide Richtungen von Radfahren befahren werden dürfen und zuletzt die Einführung der ersten Fahrradstraße in der Büttnerstraße. Fünf bis sechs weitere dieser Straßen sollen laut dem Radverkehrsbeauftragten der Stadt Adrien Cochet-Weinandt folgen. Zusammen mit Stadtbaurat Benjamin Schneider stellte er den Prüfern vor, was sich in der Stadt verändert hat. 
     

    Radwege sollen parallel zu den Hautpverkehrsachsen verlaufen

    Die Fahrradstraße, auch wenn dort noch Autos fahren dürfen, ist ganz im Sinne des Kommissionsvorsitzenden Johannes Ziegler vom Bayrischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: "Dass sich der Radverkehr hauptsächlich an den Routen des motorisierten Individualverkehrs orientiert, ist ein Konzept, das ich durchbrechen will", sagte er vor der Tour durch Würzburg. 

    Zwischenstopp und  Besprechung in der Zeller Straße über den verbesserten Radweg Foto: Fabian Gebert

    Und es gab Lob: Drei Vollzeitstellen im Baureferat seien eine positive Besonderheit im Bayernvergleich, so Ziegler. Mit Cochet-Weinandt verfüge Würzburg zudem über einen Radverkehrsbeauftragten – ein Muss in den Statuten des AGfK, um eine fahrradfreundliche Kommune zu werden. 

    Kritik von den Fahrradverbänden

    Kritik kam hauptsächlich von den Fahrradverbänden. Hans-Günter Beck vom ADFC Würzburg beschwerte sich, dass die Fahrradschutzstreifen in der Stadt kaum als solche wahrgenommen würden und zu schmal seien. "Das Radverkehrskonzept sollte nochmal überarbeitet werden", fordert Beck.  

    Am Nachmittag startete die Gruppe, der auch die Stadträte Patrick Friedl, Manfred Dürr, Lore Koerber-Becker, Nadine Lexa und Sebastian Roth angehörten, auf die Tour durch Würzburg. Vom Rathaus ging es über die Alte Mainbrücke in Richtung Zeller Straße.

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    Fahrradschutzstreifen ein großes Thema

    Immer wieder stoppte Cochet-Weinandt, um die fahrradfreundlichen Maßnahmen der Stadt zu erläuten. Beispielsweise erklärte er, warum die Fahrradschutzstreifen in der Zeller Straße mal rechts mal links sind. Das ist der Straßenbreite geschuldet, erklärte er. Auch die Beschilderung im oberen Bereich der Zeller Straße, die Autofahrer auf die besondere Stellung der Schutzstreifen hinweisen soll, hob er als positives Merkmal hervor. Überzeugte das? Nicht ganz, die Kommission fand auf der Rundfahrt durch Würzburg, die dann zurück zum Rathaus und Richtung Hubland führte, auch immer wieder Kritikpunkte.

    Schild der grünen Jugend in der Münzstraße, während des Besuchs des AGfK in Bayern. Foto: Tim Eisenberger

    Nachdem die Gruppe über verschiedene Radachsen am späten Nachmittag zurück zum Rathaus strampelte, zogen sich die Abgesandten des AGfK zu Beratungen zurück. Im Ratsaal empfing sie dann auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der wie alle Beteiligten auf das Ergebnis wartete. 

    "Wir freuen uns über die Anerkennung und es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit."
    Adrien Cochet-Weinandt, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Würzburg

    Wenige Augenblicke später stand fest, Würzburg gehört jetzt auch zu den insgesamt 72 fahrradfreundlichen Kommunen in Bayern. In seinem Fazit wies Ziegler vor allem darauf hin, dass die Stadt in den vergangenen Jahren viel erreicht hat, der Weg aber noch nicht zu Ende sei. Auch der Radverkehrsbeauftragte Cochet-Weinandt war mit dem Ergebnis zufrieden: "Wir freuen uns über die Anerkennung und es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit. Wir haben auch noch einige Projekte, die in Zukunft realisiert werden."

    Begleitet wurde der Tag auch von einer Aktion der Grünen Jugend, die die Prüfung schon im Vorfeld kritisch beäugte. An verschiedenen Stellen der Route, beispielsweise in der Münzstraße, machten sie mit Schildern auf Missstände, wie fehlende Fahrradwege, aufmerksam. 

    Über die Friedensbrücke ging es zurück zur Altstadt. Foto: Fabian Gebert

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