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    Würzburg

    Warum das neue Nautiland-Bad keine Photovoltaik-Anlage hat 

    So wird das neue Nautiland-Bad aussehen. Auch wegen der Optik wird auf eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder dessen Begrünung verzichtet.    Foto: Illustration Fritz Planung GmbH

    Die Arbeiten für das neue Nautiland-Bad in der Zellerau sind auf der Zielgeraden, im November soll Eröffnung sein. Doch kurz vor Schluss hatte die ÖDP-Fraktion im Stadtrat noch einen - nicht ganz  kleinen - Wunsch für das Schul-, Sport- und Familienfreizeitbad: Sie wollte angesichts der "sich verschärfenden Klima-Situation" eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des riesigen Gebäudes am Nigglweg oder zumindest eine Dachbegrünung. Die Stadt solle diesbezüglich auf den Bauherrn, die WVV-Tochter Bädergesellschaft, einwirken und Fördermöglichkeiten ausloten. Diesen Antrag lehnte der Ferienausschuss des Stadtrats mehrheitlich ab. Der Grund: Mit dem Thema Photovoltaik habe man sich bei der Planung des Bades schon beschäftigt und nicht zuletzt aus Kostengründen eine solche Anlage verworfen. 

    Dies schreibt die Bädergesellschaft, deren Aufsichtsrat neben Oberbürgermeister Christian Schuchardt überwiegend Stadträte angehören, in ihrer Stellungnahme zu dem Antrag. Und Bäder-Geschäftsführer Jürgen Athmer erläuterte zudem in der Sitzung, wie es kam, dass man auf eine Photovoltaik-Anlage verzichtete. Mit dieser Option habe sich vor drei Jahren eine Wertungskommission zu den Nautiland-Planungsentwürfen, der auch OB Schuchardt, der damalige Stadtbaurat Christian Baumgart und Clemens Galonska vom Energie- und Klimazentrum angehörten, beschäftigt - und sich gegen eine solche Anlage zur Energiegewinnung entschieden. Der Grund lag vor im allem im baulichen Bereich. 

    Mehraufwand für neue Statik "in Millionenhöhe"

    Das Nautiland-Bad ist, wie Athmer ausführte, eine sehr große freitragende Halle. Allein ein Flügel des Bumerang-förmigen Gebäudes misst etwa 80 Meter. Die notwendigen statischen Voraussetzungen für Aufbauten auf dem Dach zu schaffen, wäre äußerst kostspielig gewesen, "mit einem Aufwand in Millionenhöhe".  Gleiches gilt für eine Dachbegrünung. Deshalb habe man sich "gegen eine solche Maßnahme entscheiden müssen", heißt es in der Stellungnahme der Bädergesellschaft. Das neue Bad war ursprünglich auf 24 Millionen Euro veranschlagt und kostet nach derzeitigem Stand - vor allem wegen gestiegener Baupreise - über 30 Millionen Euro.

    Wie Athmer zudem anmerkte, hat der Verzicht auf eine Photovoltaik-Anlage auch optische Gründe. Das Gebäude soll sich gut in die Umgebung einpassen, und keine Dachaufbauten sollen die markante Bumerang-Form stören. Dennoch brauche das neue Bad im Vergleich mit seinem Vorgänger aufgrund der Bauweise mit viel Isolierung und zeitgemäßer Technik weit weniger Energie. Beispiele seien hier energieeffizientere Pumpen, die doppelwandige Röhrenrutsche oder die stärker gedämmte Fassadenverkleidung. Gegenüber einer herkömmlichen Bauweise würden 118 Tonnen CO2 eingespart.

    Trotz neuer Sauna-Landschaft 40 Prozent weniger Energieverbrauch  

    Generell rechnen die Planer mit einer Energieeinsparung gegenüber dem alten Nautiland von 40 Prozent - trotz der neu hinzugekommenen Sauna-Landschaft. Deren zusätzlicher Energieaufwand soll vor allem durch den Wegfall großer Wasserflächen im Außenbereich des Bades  (kleineres Sportbecken, kein Nichtschwimmerbecken mehr) kompensiert werden.      

    Und eine Dachbegrünung gibt's dennoch. Eine solche soll der "kleine Bumerang", ein Saunagebäude im Außenbereich, auf 430 Quadratmetern Dachfläche bekommen.      

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