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    Würzburg

    Warum der "Dadord" wohl nicht mehr im Cinemaxx gezeigt wird

    Dreharbeiten zum nächsten "Dadord Würzburch": Prüfende Blicke von Produzent Christian Kelle und Regieleiterin Franziska Greulich. Zukünftig wird der "Dadord" nicht mehr im Cinemaxx gezeigt.  Foto: Dita Vollmond

    18 Jahre lang konnten sich die Fans des "Würzburcher Dadords" immer in den ersten beiden Monaten des Jahres auf einen heimischen Kinobesuch im Cinemaxx freuen. Ausgestattet mit Popcorn und Cola konnte man dann den Amateurfilmern mit viel fränkischem Dialekt auf Großleinwand beim Schauspielern zusehen. Nun ist Schluss damit. Macher Christian Kelle sieht sich gezwungen, die bis dato "durchaus erfolgreiche Zusammenarbeit", die bis zu 3000 Zuschauer ins Kino gelockt hat, zu beenden. Grund sei ein seitens der Cinemaxx-Zentrale aufgelegtes "nicht akzeptables" Angebot. Demnach sollen die Produzenten mehr als doppelt so viel Miete bezahlen wie bisher. Kelle ist sauer.

    Doppelt so hohe Miete wie zuvor

    In den Anfängen des "Dadords" habe es der damalige Kinoleiter so konzipiert, dass 60 Prozent der Einnahmen durch den Film an die Filmemacher und 40 Prozent an das Kino gingen. Durch die jeweiligen Zuschauerzahlen habe sich dann zusätzlich die monatliche Miete errechnet. "18 Jahre lang hat das so funktioniert", sagt Kelle.

    2017 wurde dieses "Handschlagabkommen", wie Kelle es formuliert, dann durch die neue Theaterleitung schriftlich fixiert. In diesem Jahr jedoch bekam der 56-jährige Produzent dann die Nachricht der Cinemaxx-Zentrale, dass die Marketingabteilung ein neues Angebot unterbreiten werde. Dieser laut Kelle vom Cinemaxx genannte "Super Sonderpreis" ist nun doppelt so hoch wie vorher. "Das können und wollen wir auch nicht händeln", ärgert sich der Filmemacher. "Würden wir das Angebot so annehmen, wie es ist, könnten wir gleich morgen Konkurs anmelden. Wir sind nach wie vor Amateurfilmer." Er spricht von einer fünfstelligen Summe.

    Seit 2019 nur noch Angebote nach einheitlichem Preismodell

    Warum nach 18 Jahren ein neuer Vertrag aufgesetzt wurde, erklärt Cinemaxx damit, dass bisher Angebote für solche Veranstaltungen lokal koordiniert und unterbreitet wurden. "Seit 2019 werden Angebote für lokale Events in enger Abstimmung mit der Cinemaxx-Zentrale in Hamburg nach einem einheitlichen Preismodell gemacht", schreiben sie auf Anfrage dieser Redaktion. "Im neuen Angebot hatten wir einen Rabatt von über 60 Prozent eingeräumt."

    Um 17 "Dadord"-Vorstellungen wäre es gegangen. Auch die Termine standen schon mehr oder weniger fest. "Früher lief das alles problemlos", so Kelle. Aber: "Erpressen lasse ich mich nicht."

    Ähnliches Problem bereits bei den Hochschulinformationstagen

    Auf eine E-Mail der Filmemacher, dass so keine Zusammenarbeit mehr stattfinden könne, kam seitens der Cinemaxx-Zentrale bislang keine Reaktion. Ingrid Breul-Husar, Pressesprecherin der Kinos, schreibt darauf dieser Redaktion: "Wir bedauern natürlich, dass wir bisher nicht zusammenfinden konnten. Wir versuchen weiterhin auf die Produzenten zuzugehen, um eine gemeinsame Lösung zu finden."

    Bereits bei den Würzburger Hochschulinformationstagen scheint es ein ähnliches Problem gegeben zu haben. Nach 15 Jahren im Cinemaxx musste die Veranstaltung an die Uni zurückkehren. Hintergrund sind laut Chef der Würzburger Agentur für Arbeit geänderte Vertragsbedingungen seitens der Kinobetreiber. "An den Vertragsbedingungen hat sich nichts verändert", nimmt Breul-Husar Stellung. "Allerdings haben wir die Preisstruktur des Würzburger Cinemaxx an das einheitliche Preismodell angepasst." Auch hier wurde nach eigenen Angaben ein Angebot mit einem Gesamtrabatt von über 50 Prozent abgegeben.

    Premiere am 11. Januar 2020

    Christian Kelle und sein Team arbeiten gerade an einer realistischen und ortsnahen Alternative. "Es werden Gespräche diesbezüglich geführt", sagt er. In jedem Fall findet aber am 11. Januar die Premiere von "Ausgeschunkelt" im Würzburger Hofbräukeller statt.

    Bis zu 3000 Zuschauer kamen laut Kelle für den letzten "Dadord" ins Kino: "Diese Zahl versuchen wir natürlich zu halten."

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