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    Unteraltertheim

    Warum die Feuerwehr ins alte Bankhaus wechseln musste

    Vor dem Feuerwehrgerätehaus versammelten sich Politiker und Verantwortliche. Von links: Feuerwehrvereinsvorsitzender Heiko Drack, stellvertretender Vorstand Volksbank Main-Tauber, Robert Haas, MdL Kerstin Celina, MdL Volmar Halbleib, MdL Manfred Ländner, Bürgermeister Adolf Hemrich, Staatssekretär Gerhard Eck, Kommandant Andreas Bauer, auf dem Wagen: MdB Paul Lehrieder und Landrat Eberhard Nuß. Foto: Matthias Ernst

    Die freiwillige Feuerwehr Unteraltertheim musste sich bei ihrem Gerätehaus über viele Jahre mit der Größe des alten Backhauses behelfen. Dies hieß, dass nur ein Fahrzeug darin untergebracht werden konnte und der Mannschaftstransportwagen gut 18 Jahre im Freien stehen musste. Das alte Gebäude war so eng, dass die Feuerwehrleute ihre Dienstkleidung nur zu Hause aufbewahren konnten und bei einem Einsatz erst nach Hause fahren, sich umziehen und dann zum Gerätehaus fahren mussten, wo das Einsatzfahrzeug auf sie wartete. Diese Einschränkungen gehören nun der Vergangenheit an. In zweijähriger Umbauzeit wurde das alte Düngemittellager der Raiffeisenbank und das Schaltergebäude zu einem modernen und funktionalen Feuerwehrgerätehauses hergerichtet.

    Und wie es in Altertheim üblich ist, übernahm man selbst die Initiative und baute das Gebäude fast komplett in Eigenleistung um. Rund 3500 Stunden kamen so in den letzten beiden Jahren zusammen, berichteten Kommandant Andreas Bauer und Feuerwehrvereinsvorstand Heiko Drack bei der offiziellen Schlüsselübergabe.

    Viele politische Mandatsträger sind gekommen

    Wie hoch dieser Einsatz zu werten ist, zeigte die große Anzahl an politischen Mandatsträgern, die zur Einweihung gekommen waren. Mit Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) kam der zuständige Mann für das Feuerwehrwesen in Bayern, aber auch MdB Paul Lehrieder (CSU) und die Landtagsabgeordneten Manfred Ländner (CSU), Volkmar Halbleib (SPD) und Kerstin Celina (Grüne) und Landrat Eberhard Nuß (CSU) waren anwesend. "Die Anwesenheit der Politiker ist ein Zeichen der Ehre", so Eck in seinem Grußwort und, dass "die kleinen Feuerwehren genauso wichtig sind wie die großen".

    Mit drastischen Beispielen führte er den Anwesenden vor Augen, wie vielfältig die Aufgaben der Feuerwehr heutzutage sind. Auch aus diesem Grund sei es notwendig, dass die Ausstattung zeitgerecht sei. Eck bedauerte, dass der Umbau in Unteraltertheim ohne Zuschüsse des Staates erfolgen musste, weil die Förderrichtlinien nicht eingehalten werden konnten bei den beengten Platzverhältnissen. Er will aber versuchen zu helfen, ob auch eine nachträgliche Unterstützung noch möglich ist.

    Bürgermeister: Die Förderrichtlinien seien zu unflexibel

    Bürgermeister Adolf Hemrich hatte in seinem Grußwort schon darauf hingewiesen, dass das Gebäude ein Altbestand im Innenort sei und hier die Förderrichtlinien zu unflexibel seien. Er dankte aber auch der Volksbank Main-Tauber, die 2016 mit der Raiffeisenbank Altertheim fusionierte, für deren Verkauf des Gebäudes zu einem "symbolischen Preis" an die Gemeinde. Sonst wäre der Umzug überhaupt nicht möglich gewesen.

    Kommandant Bauer berichtete von den vielen Vorarbeiten, die notwendig waren, bis mit dem Umbau begonnen werden konnte und den Gesprächen mit dem Gemeinderat, die teilweise falsche Vorstellungen von einer modernen Feuerwehr hatten. Doch letztlich wurde der Umbau so ausgeführt, wie es sich die Feuerwehrführung ausgedacht hatte. Durch ein "Einbahnstraßensystem" beim Betreten des Gebäudes, über die neuen Spinde, bis in die Fahrzeughalle konnte die Unfallgefahr gemindert werden. Und wegen der Beharrlichkeit der Feuerwehrführung gibt es jetzt sogar getrennte Toiletten im Gebäude und eine Dusche mit Hautpflegestation, die trotz Widerstand eingebaut werden konnten.

    Mit dem Segen von Pfarrerin Astrid Männer für die Feuerwehrangehörigen wurde das neue Feuerwehrgerätehaus in Unteraltertheim offiziell eingeweiht Foto: Matthias Ernst

    Heiko Drack wies darauf hin, wie durch die Eigenleitung von insgesamt 45 Personen ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl entstand. "In der Arbeitswelt wird man auf teure teambildende Maßnahmen geschickt, wir bauen einfach mal was zusammen um". Er und Bauer dankten auch den vielen Firmen, die Material gespendet oder zu günstigen Konditionen abgegeben hatten. Dies zeige, dass die Arbeit der Feuerwehr ein hohes Ansehen in der Bevölkerung und in der Geschäftswelt habe. Mit dem Segen von Pfarrerin Astrid Männer und der offiziellen Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Hemrich endete der offizielle Teil, bevor sich die Bevölkerung in den neuen Räumen umsehen konnte.

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