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    Höchberg

    Warum die Mittelschule Höchberg mit dem Kultusminister feierte

    Bei einer Feierstunde in München wurden die Erfolge der Mittelschule der letzten Jahre gefeiert. Mit dabei war auch eine Abordnung der Mittelschule Höchberg.
    Die Höchberger Mittelschüler mit ihren Lehrern Mark Daues (hinten, Zweiter von rechts), Mareike Eder (hinten Mitte) und Tanzlehrerin Conny Lingnau-Scheckenbach (liegend)
    Die Höchberger Mittelschüler mit ihren Lehrern Mark Daues (hinten, Zweiter von rechts), Mareike Eder (hinten Mitte) und Tanzlehrerin Conny Lingnau-Scheckenbach (liegend) Foto: Mareike Eder

    Als das bayerische Kultusministerium vor zehn Jahren beschloss, die Hauptschule in Mittelschule umzubenennen, war das ein großer Schritt für die Schulen. Das schlechte Image der Hauptschule in der Bevölkerung sollte verbessert und neue Lerninhalte integriert werden. Doch mit dem Namenswechsel war es nicht getan. Es fand auch ein Wechsel der Blickrichtung auf die Schulform statt. Vom "letzten Glied" oder "Auffangbecken", wie die Hauptschule früher immer wieder bezeichnet wurde, entwickelte sich die Mittelschule zu einer angesehenen Schulform, die mit ihren vielfältigen Abschlüssen alle Möglichkeiten des zweiten oder dritten Bildungsweges offen lässt.

    Bei einer Feierstunde in der Hofkirche der Münchner Residenz wurden die Erfolge der letzten Jahre von Kultusminister Michael Piazolo herausgestellt. Und mit dabei war auch eine Abordnung der Mittelschule in Höchberg. Als eine von nur fünf Schulen aus ganz Bayern waren die Höchberger Schülerinnen und Schüler ausgewählt worden, an der Feierstunde teilzunehmen.

    Auch Schüler aus der Deutschklasse waren dabei

    Das Besondere an der Gruppe war ihre Zusammensetzung. Neben Schülerinnen und Schülern der Ganztagsklasse waren auch Mitschüler aus der Deutschklasse dabei. Sie lernen Deutsch als Fremdsprache, kommen aus vielen Nationen und wollen sich in Deutschland schnell integrieren. Oberstes Ziel ihres Klassenlehrers Mark Daues ist die Vermittlung der deutschen Sprache und der deutschen Gepflogenheiten. Die kleine Klasse sei sehr wissbegierig und lerne schnell. Manchmal stoße Daues auch an seine Grenzen, wenn unterschiedliche Mentalitäten aufeinanderprallen. Aber größtenteils arbeiten alle zusammen, um gemeinsam ihre Kenntnisse über Deutschland und die Sprache zu verbessern. Sie seien alle sehr einsatzfreudig und zuverlässig.

    Zusammen mit der Ganztagsklasse der fünften Jahrgangsstufe studierten sie unter der Anleitung von Conny Lingnau-Scheckenbach von der TG-Höchberg einen Schwarzlichttanz ein, den sie bei einer Aufführung im Würzburger Zauberberg einem breiten Publikum zeigten. Daran nahm auch Schulamtsdirektor Erwin Pfeuffer vom staatlichen Schulamt teil, dem die Aufführung so gut gefiel, dass er seinen Kollegen im Kultusministerium davon berichtete. So kam es zu der Einladung nach München.

    Mittelschule als berufsnahes Modell

    Nicht alle Schüler konnten nach München fahren, nur ein kleiner Kreis machte sich am frühen Morgen mit Lehrerin Mareike Eder auf, um mit dem Zug in die Landeshauptstadt zu kommen. Dort angekommen fuhren sie zur Residenz, wo sie den Worten der Politiker und Fachleute des Kultusministeriums lauschten, bis sie sich für ihren Tanz vorbereiteten. Sie hörten davon, dass die Mittelschule ein großer Erfolg ist und weiter entwickelt werden sollte. In den vergangenen zehn Jahren sei die Schülerzahl bayernweit zwar von 240 000 Schülern auf 197 000 zurückgegangen, aber in Unterfranken sind die Zahlen wieder leicht steigend.

    Vor dem Auftritt in der Münchner Residenz war noch ein kleiner Stadtbummel drin. Auch am Marienplatz wurde kurz Station gemacht.
    Vor dem Auftritt in der Münchner Residenz war noch ein kleiner Stadtbummel drin. Auch am Marienplatz wurde kurz Station gemacht. Foto: Mareike Eder

    Die bayerische Mittelschule erweise sich dank ihrer vielfältigen Wahlmöglichkeiten immer mehr als ein berufsnahes und damit für viele Schüler passenderes Modell. Offensichtlich würden Eltern und Jugendliche zunehmend das erweiterte Angebot an Praxisanteilen und Berufsorientierung akzeptieren, was sich vor allem in der Projektprüfung als wichtigem Teil der Abschlussprüfungen, widerspiegelt. Etwa ein Drittel aller Mittelschüler erreichen den Mittleren Schulabschluss, zwei Drittel den qualifizierenden Mittelschulabschluss, erfuhr die Höchberger Delegation.

    In der Schulverbandsschule sind Schülerinnen und Schüler aus Höchberg, Kist, Eisingen, Kleinrinderfeld, Altertheim und Waldbrunn zusammengefasst. Diese Verbandsschulen sind fast überall im Kreis anzutreffen, da die Klassengrößen für jede einzelne Schule keinen geregelten Unterricht mehr erlaubt hätten. Durch den Zusammenschluss sind vielfältige Angebote möglich, wie man am Beispiel von Höchberg sehen kann. Egal ob M-Zug, Qualifizierter Abschluss oder Abschlüsse in einer Praxisklasse, alles ist möglich.

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