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    Zell

    Warum ein neuer Kindergarten günstiger war als die Sanierung

    Pfarrer Christoph Dzikowicz segnete die neue Kindergartenräume im Beisein vieler Ehrengäste.  Foto: Matthias Ernst

    Auch wenn die neue Kindertagesstätte St. Laurentius noch nicht bezogen werden kann, gesegnet wurde sie schon mal und geht damit in eine positive Zukunft. Das neue Gebäude ist schön geworden, stellten die geladenen Gäste bei der Segnung durch Pfarrer Christoph Dzikowicz fest. Einzig die Fertigstellung der Außenanlagen verhindert eine sofortige Nutzung. Denn der zweite Fluchtweg ist derzeit noch nicht gewährleistet, so Kirchenpfleger Andreas Gehbauer bei seiner Begrüßung.

    Die Kirchenstiftung ist Bauherr des neuen Gebäudes, das für fünf Kindergartengruppen konzipiert ist. Direkt im Anschluss an den Neubau befindet sich die Kinderkrippe, die das architektonische Vorbild für den Neubau des Kindergartens war. Wenn der neue Kindergarten eröffnet ist und alle Kinder und Erzieherinnen umgezogen sind, wird der bisherige Kindergarten abgebrochen und hinterlässt dann wieder eine große Freifläche zum Spielen.

    Erste Planungen im Jahr 2011

    Erste Planungen für einen Umbau beziehungsweise für eine Sanierung des bisherigen Gebäudes gehen auf das Jahr 2011 zurück. Noch vor Eröffnung der Kinderkrippe überlegte man, wie das bisherige Gebäude an den aktuellen Stand der Technik und die Anforderungen an einen modernen Kindergarten angepasst werden kann.

    Damals ging man von einer Sanierungssumme von 200 000 Euro aus. Doch schnell wurde klar, eine kleine Sanierung ist nicht möglich. Der Brandschutz war nicht mehr aktuell, die Leitungen des Ende der 60er Jahre gebauten Hauses waren ebenfalls sanierungsbedürftig und im Keller gab es feuchte Decken und Wände. Bald stand fest, dass ein Neubau für die Kirchengemeinde kostengünstiger wäre als eine Sanierung. Dies liegt auch an der Förderpraxis der Landesregierung, die für Neubauten von Kindergärten höhere Zuschüsse gewährt als für Sanierungen.

    Vollendet aber noch nicht bezugsfertig ist der Kindergartenneubau in Zell, weil der zweite Fluchtweg über die Außenanlagen noch fertiggestellt werden muss.  Foto: Matthias Ernst

    2013 wurde umgeplant. Man richtete das Augenmerk auf den Neubau. Doch dann signalisierte die Diözese, dass man aktuell kein Geld habe und deshalb der Neubau zurückgestellt werden müsse. Frühestens 2015/16 könne man beginnen, da dann genügend Mittel im Haushalt zur Verfügung stünden.

    Doch erst im März 2017 wurde der Bauantrag bei der politischen Gemeinde eingereicht, berichtete Bürgermeisterin Anita Feuerbach in ihrem Grußwort. Die Gemeinde habe immer hinter dem Projekt gestanden und den Planungen in vollem Umfang zugestimmt, fuhr sie fort. Bereits im Oktober 2017 wurde mit dem Bau begonnen, der nun kurz vor der Vollendung steht.

    Energieeffizient und naturnah

    "Die Kinder sollen sich in der Tagesstätte wohlfühlen", sei der Anspruch an den Neubau gewesen, so die Bürgermeisterin. Dies sei auf jeden Fall gelungen, wie die fröhlichen Gesichter der Kinder zeigten, die zur Begrüßung ein Lied schmetterten. 

    Auch der Träger, der St. Laurentius-Verein, freut sich, dass der Bau jetzt endlich fertig ist. Martin Küpper und Reinhold Schildge dankten vor allem der Kindergartenleitung Iris Schmitt für ihren überaus großen Einsatz in den vergangenen Monaten. Architekt Rainer Kriebel stellte den Bau architektonisch vor. Die Südausrichtung aller Räume erlaube eine optimale Nutzung der natürlichen Energie und lasse viel Natur erkennen. Und Irmtraud Tratz von der evangelischen Kirchengemeinde hofft, dass sich alle Menschen in den neuen Räumen wohlfühlen sollen.

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