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    Würzburg

    Warum niemand vor dem "Neuen Lied" Angst haben muss

    Die Pianistin Esthea Kruger veranstaltet und leitet zum zweiten Mal das Festival "Neues Lied", das vom 29. November bis 1. Dezember stattfindet. Foto: Website

    Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr veranstaltet die aus Südafrika stammende Pianistin Esthea Kruger in diesem Jahr das von ihr initiierte Festival „Neues Lied“ zu zweiten Mal in Würzburg. Es wird vom 29. November bis zum 1. Dezember stattfinden. Für das Eröffnungskonzert konnte Esthea Kruger, die von 2015 bis 2019 an der Würzburger Musikhochschule bei Gerold Huber Liedgestaltung studierte, einen echten Weltstar verpflichten: Der Bariton Christian Gerhaher, der auch schon beim Mozartfest gastierte, gilt für viele als weltweit bedeutendster Liedsänger seiner Generation.

    Beim Eröffnungskonzert am 29. November um 20 Uhr im Großen Saal der Musikhochschule wird Gerhaher mit seinem kongenialen Klavierpartner Gerold Huber einen „Abend um Heinz Holliger und Nikolaus Lenau“ präsentieren. Aufgeführt werden Lieder des 1939 geborenen Schweizer Komponisten Heinz Holliger sowie Lieder der Romantik von Hugo Wolf und Robert Schumann. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Liedern, die Texte von Nikolaus Lenau zur Grundlage haben.

    Zwei Konzerte mehr als bei der Premiere

    Das Festival „Neues Lied“ sei das erste seiner Art in Würzburg und in Deutschland eine Besonderheit, sagt Esthea Kruger, die es im letzten Jahr als eintägige Veranstaltung bei freiem Eintritt durchführte. Insgesamt stehen in diesem Jahr fünf Konzerte auf dem Programm, zwei mehr als bei der Premiere im Vorjahr.

    Bariton Christian Gerhaher gehört zu weltweit anerkannten Liedsängern und wird beim Festival "Neues Lied" auftreten. Foto: Alexander Basta

    Im Mittelpunkt steht für Esthea Kruger die Zugänglichkeit der Musik. Deshalb werden vor den Konzerten erläuternde Einführungen von Fachleuten gegeben. Um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, findet das Festival, mit Ausnahme des Eröffnungsabends, auch dieses Jahr wieder bei freiem Eintritt statt. Das Festival „Neues Lied“ möchte beweisen, dass das neue Kunstlied das ideale Genre ist, um jeden zu erreichen, egal ob langjähriger Konzertbesucher oder Neulinge. Auch in diesem Jahr wird das Festival in Zusammenarbeit mit dem Tonkünstlerverband Würzburg e.V. durchgeführt.

    Musik aus dem Konzentrationslager

    Zu den anderen Konzertabenden: Das zweite Konzert am 30. November um 20 Uhr im Kardinal-Döpfner-Saal des Burkardushauses ist dem tschechischen Komponisten Viktor Ullmann anlässlich seines 75. Todestages gewidmet. Er wurde 1944 von den Nationalsozialisten im Konzentrationlager ermordet. Aufgeführt werden außerdem weitere Lieder von Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

    Konzert Nummer drei findet am 30. November um 22 Uhr ebenfalls im Burkardushaus statt. Es hat den Titel „Ich wandre durch Theresienstadt“. Ins dortige KZ wurde Ullmann 1942 deportiert. Dort gestattete man den Häftlingen zu Propagandazwecken, für ihre Mitgefangenen Kabarettprogramme zu verfassen und aufzuführen. Das Nachtkonzert ist diesen Chansons und Liedern gewidmet.

    Komponist Alexander Muno studierte in Würzburg

    Konzert Nummer vier eröffnet den letzten Festivaltag um elf Uhr im Burkardushaus. Es ist ein Porträt des deutschen Komponisten Alexander Muno. Er hat sowohl an der Würzburger Musikhochschule als auch an der Universität Würzburg studiert und gilt laut Programm als einer der bedeutendsten Liedkomponisten seiner Generation. Munos Lieder werden kombiniert Liedern von Bela Bartok, Olivier Messiaen und Aribert Reimann.

    Das Abschlusskonzert am 1. Dezember um 16 Uhr im Burkardushaus zelebriert die Kunst amerikanischer Lieder des 20. Jahrhunderts. Nach einem Liedzyklus von Samuel Barber folgen Lieder von Chales Ives, Dominick Argentos sowie ein aktuelles Werk von Alan Louis Smiths, der darin Aussagen von Immigranten, die nach Amerika einreisten, vertont hat.

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