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    Kleinrinderfeld

    Warum sich eine Barista in Kleinrinderfeld nierderlässt

    Nina Trienbachers hat sich für ein Café in Kleinrinderfeld entschieden. Foto: Matthias Ernst/ Nina Trienbacher

    Draußen rattert ein Lkw vorbei, innen entfaltet sich das ganze Aroma eines richtig handgemachten Kaffees. Wo bis vor kurzem noch ein Frisörsalon war, ist jetzt ein kleines Café in die Kister Straße in Kleinrinderfeld eingezogen. Inhaberin Nina Trienbacher und ihr Freund haben die Räume mit viel Liebe zu einem gemütlichen Rückzugsort umgebaut. Im Mittelpunkt steht die große Siebträgermaschine. Durch die ausgeklügelte Technik gelingen hier die Kaffeekreationen von Nina Trienbacher, bevor sie an den Tisch des Kunden gelangen. Seit ihrem 14. Lebensjahr ist sie in der Gastronomie tätig und entdeckte schon früh ihre Liebe für guten Kaffee. Alles begann an einer kleinen Kaffeebar in Karlsruhe. Dort durfte sie lernen, wie man einen guten Espresso zubereitet und mit dem Milchschaum verschiedene Bilder in den Cappuccino zu zaubern.

    Experimentierfreude für Brühkaffee

    Der Liebe wegen kam sie nach Unterfranken und fühlte sich gleich wohl. Ihr Interesse für Kaffee führte sie zwangsläufig in eine kleine Rösterei aus Würzburg. Hier lernte sie viel über Kaffeebohnen, eine schonende Röstung und die Unterschiede von industrieller Röstung und echter Handarbeit. Dadurch wurde auch ihre Neugierde und Experimentierfreude für Brühkaffee geweckt. Denn jede Zubereitungsart bringt einen anderen Geschmack hervor. "Ich besorgte mir eine French-Press. Dann folgte Chemex, Karlsbader-Kanne, V60, Syphon und die Kanne auf dem Herd", erzählt Trienbacher und trinkt dazu einen frisch zubereiteten Espresso mit einer typisch italienischen Crema.

    Nina Trienbacher nimmt regelmäßig an Meisterschaften teil, um sich mit anderen Barista zu messen. Foto: Nina Trienbacher

    Doch warum eröffnete die gelernte Barista ihr Café ausgerechnet in Kleinrinderfeld und nicht in einer Stadt wie Würzburg. Zum einen fand sie keine bezahlbaren Räumlichkeiten in der Stadt, die so gelegen wären, dass die Laufkundschaft auf sie aufmerksam geworden wäre. Zum anderen liebt sie die Ruhe auf dem Land und die Freundlichkeit der Menschen. Die unmittelbaren Nachbarn haben ihr bei der Ladeneröffnung viel geholfen, sei es beim Antrag für die Nutzungsänderung der Räume oder bei der Einrichtung.

    Kunstwerke aus Milchschaum

    Trienbacher hatte sich auch überlegt, ihr Café in Tauberbischofsheim zu eröffnen, da ihr Freund aus der Gegend kommt. Doch auch hier waren Mieten und Lage nicht vereinbar. Also ab aufs Land. Die Selbständigkeit bekommt der jungen Frau sehr gut, kann sie doch hier ihre Vorstellungen voll verwirklichen. Neben dem Kaffee kochen und Kuchen backen gilt ihre Leidenschaft der "Latte Art". Allein durch das Gießen von aufgeschäumter Milch in unterschiedlichen Konzentrationen und mit geschickten Bewegungen entstehen wahre Kunstwerke. Die klassische Palme oder Herzen sind für sie keine Herausforderung mehr. Für die Teilnahme an Wettbewerben, an denen Trienbacher regelmäßig teilnimmt, sind da schon ganz andere Bilder gefordert. Drachen, Bärenköpfe oder Eichhörnchen, alle Figuren entstehen durch die geschickten Hände in kürzester Zeit.

    "Für einen guten Kaffee kann man auch mal zehn Minuten fahren."
    Nina Trienbacher, Barista

    Ihr Wissen um guten Kaffee und die verschiedenen Zubereitungsarten will sie gerne in Seminaren an andere Menschen weitergeben. Da kommt ihr die Lage in Kleinrinderfeld sogar entgegen. Nur wenige Minuten von der A3 und der A81 entfernt, können Teilnehmer bequem auch von weiter her mit dem Auto anreisen. Und Probleme mit Parkplätzen gibt es bei der Kaffeekirsche in Kleinrinderfeld auch nicht. "Für einen guten Kaffee kann man auch mal zehn Minuten fahren", glaubt Trienbacher und erklärt danach wieder einer Kundin, welche Unterschiede es bei Kaffeesorten und der Röstung gibt.

    Ihre Kaffee-Lieferanten sitzen in Würzburg, Randersacker und Bad Neustadt und Trienbacher kennt sie alle persönlich. Ihr Traum wäre es, in Zukunft auch selbst zu rösten, aber das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt will sie sich voll dem Tagesgeschäft widmen.

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