• aktualisiert:

    Gerbrunn

    Was Christine Haupt-Kreutzer als Landrätin ändern möchte

    Die Sozoaldemokraten stellen die stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreutzer als Kandidatin für das Amt des Landrats auf. Welche Themen sie wichtig findet.
    Die 50-jährige Betriebswirtin und Teamleiterin beim Berufsförderungswerk Würzburg sieht gute Chancen, den Amtsinhaber Eberhard Nuß zu beerben. Foto: Ammon

    Auch in Bayern scheint die Zeit der absoluten Mehrheit vorbei zu sein: Die Sozialdemokraten haben nun in Gerbrunn mit Christine Haupt-Kreutzer, seit fünf Jahren stellvertretende Landrätin, eine eigene Kandidatin für die Wahl des Landrats im Frühjahr 2020 aufgestellt. Die 50-jährige Betriebswirtin und Teamleiterin beim Berufsförderungswerk Würzburg sieht gute Chancen, den Amtsinhaber Eberhard Nuß zu beerben. Doch was möchte sie ändern, wenn das klappen sollte? Das verrät sie im Interview.

    Frage: Das Schotterwerk in Aub, die Villa von Tauberrettersheim und Mobbing-Vorwürfe im Landratsamt: Der Landkreis war zuletzt mehrfach negativ in den Schlagzeilen.

    Christine Haupt-Kreutzer: Einiges davon ist in meiner Zeit als Vertretung für den Landrat aufgeschlagen. Für mich hat der Schutz und die Fürsorge für die Mitarbeiter stets an erster Stelle gestanden. Eine offizielle Stellungnahme habe ich bewusst vermieden. Dennoch muss sich etwas tun. Wir brauchen eine Stelle, an die sich jeder Mitarbeiter im Landratsamt vertraulich wenden kann und die direkt beim Landrat angesiedelt ist.

    Was muss sich in der Landkreispolitik ändern?

    Haupt-Kreutzer: Vieles von dem, was unseren Landkreis heute ausmacht, haben wir als Landräte gemeinsam auf die Beine gestellt. Hieran möchte ich anknüpfen. Beim öffentlichen Nahverkehr, günstigem Wohnraum, der Chancengerechtigkeit oder dem Klimaschutz ist jedoch einiges mehr möglich.

    Bei der Gratulation (von links): Gerbrunns Bürgermeister Stefan Wolfshörndl, Abdu Bilican, stellvertretende Unterbezirksvorsitzende Anna Stvrtecky, Christine Haupt-Kreutzer und MdL Volkmar Halbleib. Foto: Christian Ammon

    Rennen sie damit nicht einem Thema hinterher, das gerade boomt und das die Grünen viel besser können?

    Haupt-Kreutzer: Nein, ganz sicher nicht. Ich bin 1986, dem Jahr der Tschernobyl-Katastrophe, in die SPD eingetreten. Der Kampf gegen die Atomkraft, aber auch der Umweltschutz hat uns als Jusos sehr beschäftigt. Ich verwehre mich darum dagegen, uns als Partei hinzustellen, die sich um Umwelt und Klima nicht gekümmert hat.

    Aber wo bleibt da die sozialdemokratische Handschrift?

    Haupt-Kreutzer: Als Mutter von drei Kindern weiß ich, dass es nicht immer einfach ist, Arbeit und Beruf miteinander zu vereinbaren. Wir brauchen ein engmaschiges Betreuungswesen und gut ausgestattete Schulen. Chancengleichheit und Barrierefreiheit etwa dürfen keine Worthülsen sein. Ein zentrales Anliegen ist bezahlbarer Wohnraum, gerade auch für Senioren und junge Familien.

    Beim Sammeln der Stimmzettel: Die Kandidatin erhielt 100 Prozent der gültigen Stimmen. Foto: Ammon

    Die Wirtschaftskrise trifft auch in der Region viele Unternehmen hart.

    Haupt-Kreutzer: Die Firmen beklagen langwierige Genehmigungen und mangelnde Flexibilität in den Behörden. Hier gilt es auch im Interesse der Arbeitnehmer Lösungen zu finden. Gleichzeitig fehlt es weiterhin an Fachkräften. Im Landkreis haben wir hochinteressante Gewerbegebiete. Die müssen aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar sein.

    Die Bundespolitik macht es einem sozialdemokratischen Wahlkämpfer nicht gerade leicht.

    Haupt-Kreutzer: Nun ja. Auf kommunaler Ebene geht es aber nicht so sehr um Parteipolitik. Entscheidend für mich ist, ob ein Vorschlag, egal von welcher Partei, gut und auch umsetzbar ist. Als Landrätin sehe ich mich als Dienstleister für die Bürger.

    Eberhard Nuß hat eine besondere Gabe, mit pointierten Reden Menschen anzusprechen, egal ob im Bierzelt oder bei einer Fachtagung.

    Haupt-Kreutzer: Als stellvertretende Landrätin habe ich den Landkreis mit seinen vielseitigen Facetten kennen gelernt, seine liebenswürdigen Menschen ebenso wie die engagierten Unternehmen. Es liegt mir sicher nicht, mit der Trommel durchs Land zu ziehen. Meine Stärke ist es, dass ich für die Menschen ansprechbar auftrete und zuhören kann.

    Fotos

      Kommentare (1)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!