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    Würzburg

    Was beim Jazz-Präsidenten auf die Pizza kommt

    Da fehlt aber was, würde Jörg Meister sagen. Foto: Arno Burgi, dpa

    "Raus aus der Akademie, rein in den Club!" In den letzten Jahren modernisierte Jörg Meister, der Vorsitzende der Jazzinitiative Würzburg und damit Träger der städtischen Kulturmedaille, deren jährliches Festival besonders engagiert. Grenzüberschreitung und Kulturarbeit hat der Zahnarzt aber auch wirklich früh eingeübt: Als Schulsprecher eines Aalener Gymnasiums "hab ich immer die Juwelen aus der Schülermitverwaltungs-Post geholt".

    So kam der 18-jährige Fan von – väterlicherseits keineswegs tolerierter – US-Musik einst günstig in ein internationales Jugendcamp an der Côte d’Azur. Also ziemlich im Süden, Richtung Italien. Und  1964 aß er "in einer überdachten Freiluftmensa – jeden Tag ein tolles Erlebnis" die erste Pizza seines Lebens.

    Auch wenn der Jazzinitiativen-Präsident heute nicht mehr genau weiß, wie seine persönliche Ur- und Erweckungspizza belegt war. Stattdessen hat sich im Lauf der Jahrzehnte – bei Saxophonworkshops in der Toscana zum Beispiel – ein Leib- und Wunschbelag herausgeschält. Als Nichtkoch greift der gut organisierte Ehrenamts-Kulturmanager auf das Rezept zurück, nach welchem ihn ein Vorstandskollege der Jazzini kürzlich bewirtete.

    Das wird gebraucht:

    1 Packung fertiger Hefeteig

    Olivenöl

    6 bis 8 Tomaten

    evtl. etwas Tomatenmark

    200 g Parmesan

    100 g Peperoniwurst

    1 Glas Artischockenböden

    je 2 rote und grüne Peperoni

    150 g schwarze Oliven

    2 Mozzarella

    Pfeffer, Salz

    So wird's gemacht:

    "Es gibt in deutschen Supermärkten wirklich ordentlichen Fertigteig zu kaufen", sagt Jörg Meister, der sich selbst als kulinarisch nicht allzu wählerisch bezeichnet. Die Ware wird also auf einem Backblech ausgelegt und dünn mit Olivenöl bestrichen. Gut, wenn die Teigpackung nicht auch "das Tomatenzeug" (Meister) enthält. Dann hat der Pizzabastler mehr Kontrolle über den Geschmack. Den Backofen so hoch wir irgend möglich vorheizen.

    Jörg Meister, Multiinstrumentalist und Jazzinitiativen-Vorsitzender. Foto: Joachim Fildhaut

    Jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder man schneidet die sechs – möglichst reifen – Tomaten in dünne Scheiben und belegt den geölten Teig damit. Oder man hackt die acht Tomaten grob und kocht sie so lange, bis sich die Pelle auflöst. Dann rührt man mit dem Pürierstab durch den Brei, um mit den zermahlenen Tomatenkernen die Soße einzudicken. Eventuell mit etwas Tomatenmark verlängern und auf die Teigplatte streichen.

    Auf einer Rohkostreibe hat man den Parmesan gerieben und verteilt ein Drittel davon gleichmäßig über die Tomatenschicht. Wurst in dünne Scheiben schneiden, Peperoni dekorativ zerlegen und beide Zutaten mit Artischocken und Oliven hübsch bunt auf die Pizza legen. Die Weichkäse werden ebenfalls schmal aufgeschnitten, regelmäßig auf dem Ganzen verteilt und mit dem Rest des Parmesans, etwas grobem Salz sowie frisch gemahlenem Schwarzem Pfeffer gewürzt. Nach zehn Minuten im Rohr sollte die Pizza in der ganzen Wohnung duften. Rausziehen und mit einem träufelnden Schlenker guten Olivenöls dekoriert servieren.

    Durch zwei Mozzarellas und das Öl ist diese Pizza so reichhaltig, dass die im Rahmen eines Menüs für vier Personen langt. Als alleiniger Gang genügt sie für zwei hungrige Mäuler, denen dann noch etwas zum Kaltessen beim nächsten Frühstück übrig bleibt.

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