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    UNTEREISENHEIM

    „Wasser und Boden“ geht in die Forschung

    „Wasser und Boden“, so nennt sich eine Arbeitsgruppe in der Kommunalen Allianz „Würzburger Norden“. Sie wurde im Juli 2017 gegründet und befasst sich damit, wie der Boden als Wasserspeicher für bewässerungsintensive Sonderkulturen im Gemüse- und Weinbau genutzt werden kann. „Wasser und Boden“, so soll auch der neue Verein heißen, der aus der Arbeitsgruppe hervorgeht.

    Es gibt einen Grund für die Umwandlung des Arbeitskreises in einen Verein. Die interessierten Landwirte und Winzer wollen nun selbst in die Forschung gehen und dafür Fördergelder beantragen. Die Zeit drängt, weil es ein neues Förderprogramm für die Landwirtschaft namens „Europäische Innovationspartnerschaft“ (EIP-Agri) gibt. Die Antragsfrist für den ersten Aufruf endet am 31. Juli.

    Die Fördergelder kann nur eine juristische Person beantragen. Das ist beispielsweise ein Verein. Darüber hinaus ist für eine Förderung durch das Programm EIP-Agri die Bildung einer „Operationellen Gruppe“ mit mindestens drei voneinander unabhängigen Akteursgruppen nötig.

    Obligatorisch sind mindestens ein praktisch tätiger landwirtschaftlicher Erzeuger und eine Akteursgruppe aus dem Bereich Forschung oder Wissenschaft. Als weitere Akteure kommen Berater sowie Unternehmer im Agrarsektor in Frage. Die Fördersätze liegen zwischen 60 und 100 Prozent. Pro Vorhaben beträgt die Höchstgrenze 500 000 Euro an Fördergeldern.

    Nägel mit Köpfen gemacht

    Bei ihrem Treffen im Untereisenheimer Rathaus unter der Leitung von Jens Lilienbecker („Büro Lilienbecker für Geographie und Kommunikation“ in Sulzdorf an der Lederhecke) haben die Teilnehmer des Arbeitskreises schon „Nägel mit Köpfen“ gemacht.

    Genügend Gruppen gefunden

    Die beiden Öko-Landwirte Richard Konrad aus Hausen und Tobias Wild aus Unterpleichfeld sowie der Winzer Claus Hochrein aus Untereisenheim würden als landwirtschaftliche Erzeuger mitmachen. Als weitere „Akteursgruppe“ stellt sich das Büro „B.T.W. – Büro für Technik und Management im Wein- und Gartenbau“ in Sulzfeld am Main zur Verfügung. Inhaber Dr. Wolfgang Patzwahl ist ein Experte im Bereich des Bodenwasserhaushalts.

    Prädestiniert für das Forschungsprojekt

    Er war an der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf tätig. Die Allianz Würzburger Norden mit ihren klimarelevanten Problemen und der Ressourceneffizienz im Bereich Wasser sieht er als prädestiniert für das Forschungsprojekt.

    Um zumindest einen weiteren nötigen Partner für die „Operationelle Gruppe“ zu gewinnen, will Dr. Patzwahl die „Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.“ (ALB Bayern) in Freising-Weihenstephan und die Firma „Beinlich Agrarpumpen und Maschinen GmbH“ aus Ulmen anfragen. Außerdem sollen der Bayerische Bauernverband und der Fränkische Weinbauverband kontaktiert werden.

    Pflanzen gezielt, schonend und wassersparend beregnen

    Die Firma Beinlich kommt deshalb ins Spiel, weil sie Düsenwägen mit Schleppschläuchen herstellt. Sie sind zwischen 28 und 54 Metern breit und können dank abgehängter Brausen die Pflanzen gezielt, schonend und wassersparend beregnen. Diese Technik wollen die Landwirte wissenschaftlich anderen Techniken gegenüberstellen. Beim Weinbau könnte die Steuerung der Tröpfchenbewässerung mit spezifischen Bodenuntersuchungen und dem digitalen Datenabgleich der Wetterstationen verknüpft werden.

    Es gibt schon einen Termin für die Gründung des Vereins „Wasser und Boden“ und gleichzeitig die Gründung der „Operationellen Gruppe“. Es ist der Donnerstag, 28. Juni. Man trifft sich um 20 Uhr im Untereisenheimer Rathaus. Um die Ausarbeitung einer Satzung, die Tagesordnung und die Einladung kümmert sich das Büro Lilienbecker. Den nötigen Finanzplan wird Patzwahl (B.T.W.) erstellen.

    Vorbereitungen mit Hochdruck

    Wenn es klappt, wird der neue Verein „Wasser und Boden“ seinen Förderantrag bis Ende Juli bei der „Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ in Landshut einreichen und dadurch am Auswahlverfahren in Bayern teilnehmen.

    Digitalisierung im Agrarbereich

    „Zwei der vier Schwerpunktthemen des EIP-Agri treffen auf uns zu“, ist Bürgermeister Andreas Hoßmann aus Untereisenheim überzeugt. Der eine Schwerpunkt des Förderprogramms betrifft die „Verbesserung von Ressourceneffizienz und Arbeitssituation im Landbau“. Der andere fördermögliche Schwerpunkt heißt „Digitalisierung und Smart Data im Agrarbereich“.

    Datenbestände mit Struktur

    Smart Data sind laut Wikipedia „Datenbestände, die mittels Algorithmen nach bestimmten Strukturen aus größeren Datenmengen (Big Data) extrahiert wurden und sinnvolle Informationen erhalten. Diese Daten wurden bereits vorher gesammelt, geordnet und analysiert und für den Endverbraucher vorbereitet“.

    Zur Allianz „Würzburger Norden“ gehören die Mitgliedsgemeinden Bergtheim, Eisenheim, Estenfeld, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Rimpar und Unterpleichfeld.

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