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    Wegen Coronavirus: Werden in Bayern Blutspenden knapp?

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus spenden derzeit weniger Menschen Blut. Wie lange halten die Vorräte im Freistaat? Und wer darf überhaupt noch spenden?
    Blutspenden retten Leben. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus gehen die Vorräte an Blutkonserven aber teilweise zurück.
    Blutspenden retten Leben. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus gehen die Vorräte an Blutkonserven aber teilweise zurück. Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa

    Aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus wollen immer weniger Menschen Blut spenden. In Baden-Württemberg und Hessen warnten Experten bereits, dass die Vorräte zur Neige gingen. Im Freistaat sei die Versorgungslage am unteren Rand stabil, heißt es vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK). "Im Moment spenden die Leute noch", sagt der Sprecher des BRK-Blutspendedienstes, Patric Nohe. Wie lange das noch reiche, sei schwer zu sagen. "Wir sind natürlich dringend darauf angewiesen, dass die Menschen kommen."

    Täglich werden in Bayern rund 2000 Blutkonserven zur Versorgung von Kranken und Verletzten gebraucht. Beispielsweise für Opfer von Sport- oder Verkehrsunfällen, aber auch zur Behandlung von Krebspatienten oder Menschen mit Herzkrankheiten.

    Wegen Coronavirus: Werden in Bayern Blutspenden knapp?

    "Es ist wichtig, dass die Leute weiter spenden", sagt Nohe. Und: "Es besteht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bei Blutspende-Terminen". Für die Termine gelten strenge hygienische Standards, zum Beispiel wurden die Mitarbeiter mit Handschuhen ausgestattet, Hände und Liegen werden regelmäßig desinfiziert. Wer spenden will, muss direkt am Eingang einen Fragebogen ausfüllen und Fieber messen lassen.

    Grundsätzlich gebe es keine Hinweise darauf, dass das Coronavirus durch das Blut übertragen wird, sagt Nohe. Menschen mit grippalen oder Erkältungssymptomen würden generell nicht zur Spende zugelassen. Gleiches gilt für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten. Personen, die Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten, dürfen vier Wochen lang kein Blut spenden. Und wer selbst am Coronavirus erkrankt ist, darf erst zwei Monate nach der Genesung wieder Blut geben.

    Hygiene wie gründliches Händewaschen gehört zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen Infektionen.
    Hygiene wie gründliches Händewaschen gehört zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen Infektionen. Foto: Marijan Murat, dpa

    Das Thema werde "sensibel" gehandhabt, heißt es vom BRK. Aber "wir haben einen Bedarf und der muss gedeckt werden", so Nohe. "Wir appellieren an alle, die gesund sind, zum Blutspenden zu gehen." Denn Blutspenden sind nur 42 Tage haltbar. "Das heißt, wir sind auf kontinuierliches Engagement angewiesen."

    Wie lange aber reichen die Vorräte im Freistaat? Noch habe Bayern einen "kleinen Puffer", erklärt Nohe. Allerdings sei der schon etwas angegriffen worden. Zudem warnt er, dass mit der flächendeckenden Schließung der Schulen neue Schwierigkeiten auftauchen könnten: Wenn viele Spendenlokale ausfielen, könne das problematisch werden.

    Trotz Katastrophenfall würden in Bayern alle unter www.blutspendedienst.com/termine veröffentlichten Termine stattfinden. "Es ist wichtig, dass die Leute weiter kommen und die Menschen in dieser Krise zusammen stehen", so Nohe.

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