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    SOMMERHAUSEN

    Schlammbad statt Weihnachts-Bummel

    Die von der Gemeinde für die Besucher des Sommerhäuser Weihnachtsmarktes ausgeschilderten Parkplätze am Main waren durch... Foto: Claudia Schuhmann

    Ihren Besuch auf dem Sommerhäuser Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende hatte sich Sylvia Bettinger aus Randersacker anders vorgestellt. Statt entspannt durch die weihnachtlich geschmückten Gassen des Ortes zu bummeln, mühte sie sich auf dem Parkplatz am Main bei dem Versuch ab, ihr Auto aus dem Morast zu befreien. Als sie am darauffolgenden Montag bei der Gemeindeverwaltung um die Reinigung ihres verdreckten Fahrzeugs ersuchte, erhielt sie eine Abfuhr.

    „Wir sind der Ausschilderung auf der B 13 zum Parkplatz gefolgt, der sich als morastige Wiese herausstellte“, erzählt Sylvia Bettinger. Schon beim Hereinfahren habe sie gemerkt, dass das Auto eingesunken sei. Bettinger und ihre Tochter versuchten deshalb sofort, den Parkplatz wieder zu verlassen. Das Auto aber saß bereits fest. Mit Schieben gelang es den beiden Frauen zunächst nicht, ihr Fahrzeug aus dem Schlamm zu befreien.

    „Aber die wollten sich alle nicht dreckig machen“

    Sie baten andere Weihnachtsmarktbesucher um Hilfe. „Aber die wollten sich alle nicht dreckig machen“, erzählt Sylvia Bettinger. Ein junges Paar habe schließlich mit angepackt, und mit vereinten Kräften sei es gelungen, das Auto auf festen Untergrund zu schieben, wo es stehen bleiben konnte. Die beiden Frauen aus Randersacker statteten dem Weihnachtsmarkt dann zwar noch einen kurzen Besuch ab, aber die richtige Stimmung wollte nicht mehr aufkommen. „Unsere Wildlederstiefel waren vollkommen versaut“, ärgert sich Bettinger.

    Ebenso wie ihr Auto. Dass sie dessen Reinigung selbst bezahlen soll, sieht sie nicht ein. Vom Sommerhäuser Bürgermeister Fritz Steinmann erhoffte sie sich die Bezahlung einer Autowäsche. Doch das Telefonat verlief nicht in ihrem Sinne. Steinmann habe wenig Verständnis für ihr Anliegen geäußert und die Kostenübernahme für die Fahrzeugreinigung abgelehnt, berichtet Sylvia Bettinger verstimmt. Fritz Steinmann bestätigt gegenüber der Redaktion, dass er die Kostenübernahme abgelehnt habe. Er steht auf dem Standpunkt, dass jeder Autofahrer in eigener Verantwortung zu überprüfen habe, ob der ausgewählte Stellplatz auch geeignet sei. „Es hat in diesen drei Wochen leider jedes Mal geregnet“, sagt Steinmann. Dafür könne die Gemeinde nichts, die die Wiesenflächen zwischen Main und B 13 als Parkplatz für die Weihnachtsmarktbesucher ausgewiesen hatte.

    Die restlichen Flächen befänden sich in privatem Besitz

    Nur ein Teil davon gehöre der Gemeinde, so Steinmann. Die restlichen Flächen befänden sich in privatem Besitz. Daher könne die Gemeinde dort nicht einfach Schotter ausbringen, um den Boden bei anhaltendem Regen zu verfestigen. Stroh und Mulch seien aber verteilt worden, um das Problem zumindest abzumildern. Der Bürgermeister möchte dennoch im nächsten Jahr versuchen, wenigstens die Wege zwischen den Parkflächen zu schottern.

    Das Problem der durchweichten Wiesen ist für Steinmann nicht neu. Zwar habe sich außer Sylvia Bettinger niemand im Rathaus beschwert, aber er habe selbst gesehen, dass sich auch andere Autofahrer im Schlamm abmühen mussten, sagt der Bürgermeister. „Die haben sich gegenseitig geholfen. Einige wurden auch von der Feuerwehr rausgeschoben.“ Mit etwas Geduld habe übrigens jeder Besucher einen nutzbaren Parkplatz finden können.

    Antrag bei der Gemeinde stellen

    Was die Fahrzeugreinigung angeht, so solle Sylvia Bettinger einen Antrag bei der Gemeinde stellen, über den dann der Gemeinderat zu entscheiden habe. Eigenmächtig könne er nicht tätig werden. Sylvia Bettinger jedenfalls ist die Lust auf den Sommerhäuser Weihnachtsmarkt vergangen. „Es gibt andere, die sind auch schön“, sagt sie.

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