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    Oberpleichfeld

    Welche Baumart für die Birnbaumallee?

    Die 2,4 Kilometer lange ehemalige Birnbaumallee ist asphaltiert und mit einer Leitplanke versehen. Es fehlen nur noch die neuen Bäume. Doch der Oberpleichfelder Gemeinderat konnte sich nicht auf eine Art einigen. Foto: Rainer Weis

    Seit Monate zieht sich die Entscheidung zur Bepflanzung der ehemaligen 2,4 Kilometer langen Birnbaumallee hin. Denn die Bürgermeisterin und einige Räte möchten keine fruchttragenden Bäume, sondern würden gerne Linden pflanzen.

    Der Kreisbauausschuss legte sich fest und empfahl der Gemeinde eine Kirschart, die einerseits gegen Feuerbrand und anderseits auch gegen Salz resistent ist. Nachdem die Seligenstadter Straße durchgehend asphaltiert und auf der rechten Seite mit Planken ausgerüstet ist, steht aber immer noch nicht die Bepflanzung fest.

    In der vergangenen Gemeinderatsitzung stand das Thema wieder an. Dabei hatte sich Bürgermeisterin Martina Rottmann Hilfe aus dem Landratsamt von Landschaftspflegerin Jessica Tokarek geholt. Doch bei der Sitzung war sie wegen Urlaubs nicht da und wurde durch zweiten Bürgermeister Norbert Klüpfel vertreten.

    In einem ausführlichen Bericht erklärte Tokarek, welche Baumarten aus ihrer Sicht zum Einsatz kommen sollten. Linden neigten zur Bodenbeschattung, die Äste würden weit nach unten hängen. Außerdem sei sie streusalzempfindlich und werfe Totholz ab. Das starke Wurzelwerk dehne sich weit aus und hebe auch schon mal den Straßenbelag an.

    Dagegen sei die Zierkirsche ein einheimisches Obstgehölz und strebe nach oben. Sie sei schmal im Wuchs, ähnlich einem Birnbaum, vertrage Trockenheit gut und sei unempfindlich gegen Streusalz. Für Bienen sei sie wegen der verengten Blüte fast nicht zu erreichen und setze deshalb fast keine Früchte an. Wenn doch, seien die nur rund einen Zentmeter klein und hätten fast nur Kern und kaum  Fleisch. Für Kleininsekten seien sie hingegen interessant. Deshalb empfahl Tokarek den Räten, sich auf diese Baumart einzustellen.

    Gemeinderat Christoph Hammer bemerkte, dass er aus ökologischen und aus Gründen der Monokultur lieber einen gemischten Baumbestand hätte. Tokarek erinnerte daran, dass gerade die Gleichheit der Bäume einen besonderen Charakter der ehemaligen "Birnbaumallee" darstelle und Landrat Eberhard Nuß gerade dieses Bild wieder herstellen wolle. Die Frage von Gemeinderat Franz-Josef Hartlieb nach dem Erwerb, Aufzuchtpflege und der weitern Pflege der 108 Bäume wurde von Tokarek als Verpflichtung des Landratsamts genannt.

    Dazu bemerkte Tokarek, dass der Bauausschuss und der Landrat hinter der Finanzierung und der Betreuung stünden. Beide wünschten sich, dass die Bepflanzung zeitnah geschehen solle und der nächste Termin des Ausschusses erst wieder für den September anberaumt sei. Sie hoffe aber, dass der Gemeinderat schon in nächster Zeit zu einer Entscheidung komme, sodass die Bepflanzung abgeschlossen werden könne.

    Am Ende der Sitzung kam es zu keiner Abstimmung, welche Bäume gepflanzt werden sollen. 

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