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    Würzburg

    Wenden die Würzburger Stadträte den Rad-Bürgerentscheid ab?

    So soll der Radverkehr nach den Forderungen des Bündnisses "Verkehrswende jetzt" künftig laufen: auf geschützten Radwegen wie hier am Beispiel Friedensbrücke. Foto: Visualiserung Bündnis Verkehrswende jetzt, Ronny Lemke

    Kommt er oder kommt er nicht? Bereits rund 2200 und damit ein Drittel der benötigten Unterschriften hat das Bündnis "Verkehrswende jetzt" nach eigenen Angaben für den Bürgerentscheid zum Radverkehr bereits gesammelt. Doch möglicherweise ist das Thema "Radentscheid" schon an diesem Donnerstag vom Tisch: Oberbürgermeister Christian Schuchardt möchte die Forderungen des Bündnisses als Grundsatzbeschluss des Stadtrats übernehmen und damit den möglichen Bürgerentscheid abwenden. Die Frage ist, ob die Stadträte ihm dabei folgen werden.    

    Schuchardt will mit seinem Vorgehen "ein klares Zeichen setzen, gegen eine Polarisierung und ein Auseinanderdividieren der Bürgerschaft zwischen jung und alt und Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern", wie er jüngst erklärte. Und in der Sitzungsvorlage für die Stadträte heißt es: "Die Forderungen des ,Bündnisses Verkehrswende jetzt' entsprechen dabei grundsätzlich den Zielen der Stadt Würzburg im Hinblick auf eine fahrradfreundliche Stadt, so dass diese auch als Grundsatzbeschluss verankert werden können."    

    Bündnis-Ziele in der Beschlussvorlage

    Zu den Forderungen zählen unter anderem mindestens 2,30 Meter breite Radwege an Straßen, auf denen man mehr als Tempo 30 fahren darf, ein lückenloses Netz an Rad-Vorrangrouten beziehunsgweise Radschnellwege zur Verbindung aller Stadtbezirke sowie Abstellanlagen für Fahrräder an wichtigen Orten des öffentlichen Lebens und an ÖPNV-Knotenpunkten.    

    Diese Forderungen und Ziele stehen jetzt in der Vorlage - ebenso wie die Absicht einen attraktiven und sichern Radverkehr vorrangig zu verfolgen und die entsprechenden Maßnahmen bis 2025 weitestgehend umzusetzen - gegebenenfalls auch zu Lasten des Kfz-Verkehrs. "Die Umsetzung wird natürlich herausfordernd, gerade bei engen Straßenräumen, aber den Worten müssen auch Taten folgen und dafür setze ich mich ein", hat der OB dazu erklärt.      

    Bündnis "Verkehrswende jetzt" hofft auf einen schnellen Erfolg

    Gespannt blickt auch das Bündnis "Verkehrswende jetzt", das das Bürgerbegehren für den Radentscheid erst am 16. September gestartet hatte, auf die Entscheidung der Stadträte. „Wir freuen uns, dass wir das Thema Radverkehr innerhalb dieser kurzen Zeit auf die Tagesordnung im Stadtrat bringen konnten“, erklärt Marie Büchner, Sprecherin des Radentscheids, in einer Pressemitteilung - und hofft auf einen schnellen Erfolg.    

    Wenn die Stadträte allerdings nicht zustimmen und die nötigen Unterschriften gesammelt werden, kommt es dagegen zum Bürgerentscheid. Bei vergangenen Bürgerbegehren hat die Mehrheit des Stadtrats jeweils einen eigenen Entscheid formuliert und den Bürgern als Alternative zur Abstimmung gestellt. Sowohl die Entscheidung über die Mozartschule als auch über den Faulhaber-Platz haben aber die Bürgerbegehren gewonnen. 

    Radentscheid-Sprecher Bas Bergervoet erklärt: "Wenn der Stadtrat das Bürgerbegehren übernimmt, dann müssen noch in diesem Jahr Taten folgen." So erwarte man den Ausbau von Radwegen, wie sie das Bündnis in einer Visualisierung für die Friedensbrücke zeigt: Zwei Kfz-Fahrspuren werden in geschützte Radweg umgewandelt.      

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