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    UETTINGEN

    Wenn die Hormone verrücktspielen

    Bei der Prunksitzung des Kleinpariser Faschingsclubs (KFC) Uettingen ging es am Samstagabend hoch her. In der voll besetzten Aalbachtalhalle boten 118 Aktive den ungefähr 350 Gästen ein abwechslungsreiches und niveauvolles sechsstündiges Programm.

    Als Gastverein war der FC Helmstadt mit einer Delegation erschienen, die von Sitzungspräsident Matthias Flohr begrüßt wurde: „Die Helmstadter haben uns eins voraus: Sie haben eine top sanierte Halle“, frotzelte Flohr.

    Flott und zackig präsentierte sich das Aushängeschild des KFC, die Erste Garde, mit einem schnellen Marschtanz. Ebenfalls zu schmissiger Marschmusik zeigte die Juniorengarde eine Tanzdarbietung. Tanzmariechen Antonia Friesacher zeigte sich leichtfüßig und gelenkig.

    Die Purzelgarde zeigte einen wilden Tanz in farbenfroh wippenden Kostümen beim „KFC-Supertalent“. Die „Teenie Girls“ huschten zu Disco-Sound als verrücktspielende Hormone über die Tanzfläche. Wahrlich märchenhaft waren die 24 „Feen“ der Kleinpariser-Schautanzgruppe bei ihrem Schautanz „Drei Wünsche“.

    Das KFC-Männerballett brachte die Halle mit einem krachledernen Tanz unter dem Motto „Gaudi in der Lederhose“ zum Toben.

    Eine Spitzendarbietung zeigten die Urgesteine des Uettinger Faschings: die Schneesenger. Als „Partnervermittlung“ vermittelten sie „nur die schönsten Frauen, egal ob rot, blond, schwarz oder braun“. Und: „Alle elf Monate verliebt sich ein Paar auf schneesenger.de.“ Zum krönenden Abschluss erfreuten die Sänger mit einem „Loblied auf unsere Frauen“.

    Unterhosen mit „Liebhaber-Wert“

    Viel Applaus ernteten die „Little Condoms“ für ihre fast einstündige Darbietung zum Thema „Kunst und Krempel“. So haben die Erfinder Bob & Bob von „Amazing Products“ die handfreie Muckenpatsche erfunden, die man um den Kopf binden kann. Kaufpreis: nur 3,95 Euro zuzüglich 99 Euro Porto und als Gratisbeigabe ein Sexspielzeug. Spektakulär fand das „Expertentrio“ die verschollene Unterhosensammlung eines hiesigen Pizzabäckers – diese habe einen echten „Liebhaber-Wert“.

    Zum vierten Mal in Uettingen auf der Bühne war die 13-jährige Nachwuchs-Büttenrednerin Pauline Büttner, die sich wünschte, sie wäre „schon 18 Jahr'“. Das Temperamentsbündel plapperte in Uettinger Mundart über die Vorteile des Erwachsenwerdens: „Dann sucht ich mir einen Mann, der müsste wie der Onkel Heribert sein: schlank, gut aussehend und ein großes Bankkonto.“ Und „aufs Waldfest würd ich dann endlich alleens hingeh‘n.“

    Fabian Häuslein trat zum fünften Mal als „Uettinger Mohr“ in die Bütt und kommentierte mit spitzer Zunge und hoher Dichtkunst das Ortsgeschehen. Dabei ging es unter anderem um einen Junggesellenabschied, der mit dem Bobbycar auf der Autobahn endete, um eine Dusche in der Maßkrug-Waschmaschine oder um ein Umleitungsschilder-Chaos im Berufsverkehr nach alkoholbedingter Richtungsmanipulation.

    Die Seniorin in der Bütt, Christa Tittel, scherzte als goldene Hochzeiterin: „50 Jahre Ehejoch, jeder trägt des Anderen Last, da ist es gut, wenn du nicht so‘n schweren (Mann) hast“. Außerdem wusste sie: „Wenn du mit 70 stirbst, tut dir mit 80 und 90 nichts weh.“

    Die Schwestern Gabi Hellmann und Petra Osborne tratschten über gesundheitliche Probleme und deren Heilungsmöglichkeiten durch Hausmittel: Lorbeerblätter um des Mannes bestes Stück sollen gegen Schnarchen helfen, Honig an besagter Stelle hilft bei Potenzproblemen oder Baden in Pril entfernt auch das hartnäckigste Fett von den Rippen.

    Sitzungsband war das Unterpleichfelder Duo „Silwer“, das nach der Sitzung zum Tanz aufspielte.

    1111 Euro für Station Regenbogen

    Zu Beginn der Sitzung war im Saal für die Aktion „Alle Menschen können helfen“ von Thomas Hoffmann gesammelt worden. 891,37 Euro kamen zusammen. Der KFC rundete die Summe auf 1111 Euro auf, die der Kinderkrebsstation Regenbogen übergeben werden.

    ONLINE-TIPP

    Mehr Bilder von der Faschingssitzung in Uettingen sehen Sie im Internet unter www.mainpost.de

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