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    Kürnach

    Wenn die fränkische Architektur erhalten bleibt

    Beim diesjährigen Heringsessen der UWG-Freie Wähler Kürnach begrüßte Vorsitzender Eckehardt Tschapke 60 Personen. Im Mittelpunkt standen laut einer Pressemitteilung diverse aktuelle Ortsthemen. Fraktionssprecher Manfred Dülk ging zu Beginn intensiv auf die derzeitigen Baumaßnahmen im Ort ein, wo alte Häuser für sozialbedürftige Familien saniert werden. Dülk betonte, dass der Erhalt fränkischer Substanz, die Schaffung von Wohnraum für soziale Zwecke, die Innenortsverdichtung und das Zuschusswesen sicher einen Vorteil darstellen.

    Doch unter Verweis darauf, dass die Gemeinde mittlerweile vier solche Anwesen herrichtet bzw. hergerichtet hat, ist fraglich, ob dieses Modell zukunftsträchtig und dauerhaft ist. Daher hat die Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat gegen den Ankauf des Anwesens in der Rottendorfer Straße gestimmt.

    Anreize für Bauwillige schaffen

    Die genannten vier Anwesen kosten der Gemeinde über eine dreiviertel Million Euro an Eigenmitteln. Sollte die Gemeinde weiter bereit sein, solche Summen zur Verfügung zu stellen, so schlägt die UWG-Freien Wähler-Fraktion als Alternative vor, dass solche Mittel aufgeteilt als Anschubfinanzierung für bauwillige Bürger, die keine Immobilie in einem Baugebiet anstreben, sondern ein Objekt im Altort wählen. Mit der aufgeteilten Summe könne man einen Anreiz für Bauwillige schaffen und die Vorteile der Ortsverdichtung, Wohnraumbeschaffung und Erhalt fränkischer Substanz ebenfalls erreichen. Ein bereits bestehendes gemeindliches Modell ähnlicher Förderung sieht weit geringere Mittel vor und ist an besondere Auflagen gebunden.

    Anhand von Bildern zeigt Dülk auf, dass alleine in der Pleichfelder Straße mittlerweile zehn fränkische Häuser von Privatpersonen errichtet bzw. saniert wurden. Solche privaten Maßnahmen sind im gesamten Ort zu finden. Auch von privaten Bauherrn besteht großes Interesse am Erhalt solcher Objekte.

    Konzept zur Vergabe von Bauplätzen vorgestellt

    Um den Anspruch an Wohnung für sozial bedürftige Familien zu erfüllen, gibt es, so Dülk, andere sinnvollere und nachhaltigere Lösungen, die bereits von der UWG-Fraktion in der Vergangenheit aufgezeigt worden waren, jedoch von der Mehrheit des Gemeindrates abgelehnt wurden.

    Gemeinderat Claus Schreiner erläuterte das im Gemeinderat vorgestellte Konzept zur Vergabe von Bauflächen in Kürnach. Mit dem Einheimischenmodell können Kommunen Bauland an die ortsansässige Bevölkerung verbilligt abgeben. Es ermöglicht vor allem jungen ortsansässigen Familien, dass sie sich ein Eigenheim leisten können. Auf dem normalen Immobilienmarkt hätten junge Familien sonst gegen Finanzkräftige kaum Chancen.

    Auswahlverfahren nach Punkten

    Im Einheimischenmodell gelten Einkommens- und Vermögensobergrenzen. Das Auswahlverfahren erfolgt nach Punkten. Neben der Ortsgebundenheit (Wohnen oder Arbeiten am Ort, ehrenamtliches Engagement) - sie darf maximal 50 Prozent der Gesamtpunkte umfassen - werden soziale Kriterien wie Anzahl der Kinder, pflegebedürftige Angehörige im Haushalt oder Vermögen mit mindestens 50 Prozent bewertet. Demnächst werden Baugrundstücke im neuen Baugebiet Schleifweg III vergeben. Der Gemeinderat Kürnach prüft derzeit, ob das Einheimischenmodell oder das Losverfahren gewählt wird. Nicht infrage kommt die Vergabe an Bauplätze für Meistbietende.

    Abschließend erfolgte Zustimmung aus den Reihen der Teilnehmer für das neue Kurzparksystem im Ort. Man ist erfreut über die Möglichkeit freie Parkplätze für Erledigungen zu finden und auch der Auffassung, dass sich die wilde Parksituation im Ort entschärft hat.

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    Bearbeitet von Lena Berger

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