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    Frickenhausen

    Wer Zuschuss will, muss viele Regeln beachten

    Ein vielfältiges Bild geben die Häuser in der Hauptstraße von Frickenhausen ab: Wer im Altort sanieren will, soll künftig finanzielle Unterstützung durch die Städtebauförderung erhalten. Dafür müssen aber viele Vorgaben der Gestaltungssatzung erfüllt sein.  Foto: Klaus Stäck

    Ins Städtebauförderungsprogramm aufgenommen ist Frickenhausen schon seit Jahren. Wurden bislang öffentliche Sanierungsvorhaben durchgezogen, wie der Mühltorturm und das Benefiziatenhaus, sollen nun auch Privatleute eine Unterstützung bei Fassadensanierungen bekommen. Voraussetzung dafür ist aber eine Gestaltungssatzung. Der Geltungsbereich soll im Wesentlichen der Altort sein, und sich weitgehend mit dem Bereich des bereits bestehenden Ensembleschutzes decken. Den von einem Fachbüro ausgearbeiteten Satzungsentwurf stellte Bürgermeister Reiner Laudenbach in einer Bürgerinformationsveranstaltung in allen Einzelheiten vor. Von den Zuhörern gab es Fragen, Anregungen und auch Kritik. Dreieinhalb Stunden lang wurde das Thema so im Ratskeller ausführlichst behandelt.

    Es scheint so gut wie alles in der Satzung geregelt zu sein, was mit der Gestaltung des Ortsbildes zu tun hat: von A wie Abfalltonnengarage bis Z wie Zwerchgiebel. Dennoch machte Laudenbach deutlich, dass es keine allgemein gültige und für jeden Einzelfall passende Lösung geben könne und immer kritische Fälle vorkommen könnten, in denen Ausnahmen zugelassen werden oder abgelehnt werden müssen.

    Reihenfolge nach Eingang der Anträge

    Wer sich an die Satzung hält, hat Anspruch auf Förderung einer Sanierungsmaßnahme. Der Satz sind 30 Prozent der anrechenbaren Kosten pro Vorhaben, erklärte Laudenbach. Das Geld im Fördertopf komme zu 40 Prozent von der Gemeinde und zu 60 Prozent vom Staat. Es gebe aber keinen starren Betrag, der ausgeben werden muss. Der Betrag richte sich immer nach den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde und müsse jedes Jahr im Gemeindehaushalt neu festgelegt werden.

    Laudenbach schwebt eine Gößenordnung von 20 000 Euro im Jahr vor. Nach Möglichkeit sollen mehrere Vorhaben im Jahr unterstützt werden. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Eingang des Antrags. Laudenbach machte ein Berechnungsbeispiel auf: Wenn die Gemeinde 20 000 Euro im Jahr bereitstellt, dann stünden mit den weiteren 60 Prozent, also 30 000 Euro, von der Regierung insgesamt 50 000 Euro zur Verfügung.

    Im Rahmen der Städtebauförderung wurden in Frickenhausen bisher öffentliche Vorhaben gefördert, wie etwa die Sanierung des Benefiziatenhauses. Die Gemeinde möchte künftig aber auch Privatleute unterstützen. Foto: Klaus Stäck

    Wenn nun ein Vorhaben mit 100 000 Euro förderfähigen Kosten bezuschusst wird, bekommt der Bauherr 30 Prozent, also 30 000 Euro. Davon übernimmt die Gemeinde 12 000 und der Staat 18 000 Euro. Die Förderung ist aber nicht nur von der Einhaltung der Gestaltungssatzung abhängig. Neuerdings wird dafür noch die Begleitung durch einen speziell qualifizierten Architekten verlangt. Wer den bezahlt, das sei noch unklar, sagte der Bürgermeister.

    Kritik und Änderungswünsche

    Intensiv setzten sich die anwesenden Bürger mit den Festsetzungen auseinander. Ein Bürger übte Kritik an den Reglementierungen. Wenn man wolle, "dass Leute im Altort Häuser kaufen, sanieren und bewohnen, dann dürfe man ihnen keine Knüppel in den Weg legen". Weiterhin gab es zu einigen Details auch Änderungswünsche. So sollen auch Dachliegefenster zugelassen werden oder Pultdächer für Nebengebäude. Kritisch gesehen wurde die Vorgabe, neue Garagentore nur in Holz ausführen zu dürfen. Dies sei im Hochwasserbereich problematisch.

    Abgeklärt werden soll die Frage, ob Markisen oder Sonnensegel möglich sein sollen. Aufgenommen werden soll noch die Bestimmung, dass in Kleingärten das Zelten und Campen nicht dauerhaft zulässig ist. Mit den Änderungswünschen für die Satzung wird sich der Gemeinderat noch in einer öffentlichen Sitzung befassen, kündigte der Bürgermeister an. 

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