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    WALDBRUNN

    West-Umgehung ist „Dinosaurier-Planung“

    Breiter Protest gegen die B26n am möglichen Trassenende in Waldbrunn (von links): Volker Amon (stellvertr. Bürgermeist... Foto: Herbert Ehehalt

    Mit dem neuen Landesvorsitzenden des Bund Naturschutz Richard Mergner sowie Landes- und Kommunalpolitikern hat sich der Verein „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung“ (BI) zu einem Informationstreffen „Am Pfetzer“ in Waldbrunn getroffen. Hier soll der Anschluss der geplanten neuen Trasse an die bestehende A3 erfolgen.

    Auch Minister einladen

    Mergner schlug vor, auch den neuen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und dessen bayerische Kollegin Ilse Aigner (CSU) zu einem solchen Informationstreffen vor Ort einzuladen. „Dann müssten sie Farbe bekennen“, meinte Mergner. „Optische Eindrücke bewirken dabei oft mehr als irgendwelche Powerpoint-Präsentationen“, bestätigte auch SPD-Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib.

    Am markanten Ort des Informationstreffens erinnerte sich Kerstin Celina, Landtagsabgeordnete der Grünen, „an die kreativen Ideen des Widerstands durch Mahnfeuer vor einigen Jahren.“ Auf Nachfrage dieser Redaktion sprach sich der terminlich verhinderte CSU-Landtagsabgeordnete Manfred Ländner „wegen zahlreicher Raumwiderstände, klar gegen die Trasse aus.“

    Dinosaurier-Planung und Damokles-Schwert

    Der Treffpunkt war von Waldbrunns Bürgermeister Hans Fiederling (UBG) unter Beteiligung dessen Amtskollegen aus den Nachbargemeinden bewusst gewählt worden. Hier, wo an der Quelle des Ahlbachs und am Ende des Trassen-Wanderweges der Ahlbach-Radweg zum Maintalradweg führt, parallel zur Bundesautobahn A3 und der häufig als Ausweichroute genutzten Bundesstraße 8. Nahe der Pfetzer-Quelle befinden sich auch die Grundmauern des Fürstbischöflichen Jagdschlosses, das Johann Philipp Franz von Schönborn der einzigartigen Idylle wegen hier errichten wollte.

    Naturschutzbund-Vorsitzender Mergner bezeichnete die Westumgehung „als Dinosaurier-Planung, die seit Jahrzehnten wie ein Damokles-Schwert über der Region hängt und nur in Salami-Taktik veröffentlicht wird“. Er nannte verschiedene Straßenbauprojekte, die durch erfolgreichen Widerstand mit Unterstützung des Bunde Naturschutzes gekippt werden konnten.

    Aufforderung an den Bauernverband

    „Immer weiteren Straßenbau“ bezeichnete Mergner „als die falsche Priorität hinsichtlich verstärkten Klima- und Flächenschutz und Förderung der Artenvielfalt“. An den neuen Bezirkspräsidenten des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Stefan Köhler, gerichtet appellierte Mergner „Seite an Seite zusammenzustehen, um Straßenbau zu verhindern, den es nicht braucht.“

    Politiker auf der Seite der BI

    Welche drastischen Auswirkungen das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch ein Ausbauende der B26n in Karlstadt für Bundes- und Staatsstraße hätte, zeigte stellvertretender BI-Vorsitzender Armin Beck auf. „Das Straßenbauprojekt ist mitten in Deutschland und Europa als Wirtschaftsfaktor nicht notwendig. Sonst wäre die Arbeitslosigkeit in den mit einem engmaschigen Straßennetz durchzogenen Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen doch nicht höher als in unserer Region.“

    Die Rechtfertigung für den Bau der B26n ist nach Überzeugung von Halbleib „mit dem A3-Ausbau weggefallen“. Er sowie die Mandatsträger von Grünen und CSU stünden auf der Seite der BI.

    Eine letzte Möglichkeit um die B26n zu verhindern könnte eine Klage aufgrund der nicht durchgeführten strategischen Umweltverträglichkeitsstudie (SUP) sein.

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