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    WÜRZBURG

    Wettbewerbe als Ausdruck von Baukultur

    Bei der Übergabe des Ausloberpreises 2018 (von rechts) Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Stadtbaurat Christian Baumgart, die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer Christine Degenhart und Festredner Arno Lederer.
    Bei der Übergabe des Ausloberpreises 2018 (von rechts) Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Stadtbaurat Christian Baumgart, die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer Christine Degenhart und Festredner Arno Lederer. Foto: Patrick Wötzel

    Mehr als 60 Architektenwettbewerbe sind in Würzburg seit dem Jahr 1971 durchgeführt worden und haben für mehr städtebauliche Qualität gesorgt. Aus diesem Grund hat die Bayerische Architektenkammer die Stadt mit dem „Ausloberpreis 2018“ ausgezeichnet. Die in den vergangenen Jahrzehnten gestiegene Zahl der Wettbewerbe sei „ein Zeichen für ein gestiegenes Bewusstsein für die baukulturelle Verantwortung von Entscheidungsträgern,“ sagte Kammer-Präsidentin Christine Degenhart bei der Preisverleihung am Montag im Ratssaal.

    Anfänge im Jahr 1973

    Eingeladen zum Festakt waren in erster Linie Architekten – unter ihnen viele, die zu den Gewinnern von Architekten-, Ideen- und Realisierungswettbewerben der vergangenen Jahrzehnte gehören. Die Aufzählung der Wettbewerbe und ihrer Sieger auf einer Schautafel des Ausloberpreises beginnt im Jahr 1973 mit einem offenen Realisierungswettbewerb der Arbeiterwohlfahrt für ein Jugendwohnzentrum. Die Erinnerung von Stadtplaner Peter Wiegand geht sogar noch weiter zurück: Bis zu einem Architektenwettbewerb für das Deutschhaus-Gymnasium im Jahr 1971.

    Damit ist klar, dass nicht nur die von der Stadt selbst ausgelobten Wettbewerbe – wie zum Beispiel für die Kaiserstraße, den Ratskeller oder die Grüne Mitte Zellerau – zur Vergabe des Ausloberpreises geführt haben. Die Bayerische Architektenkammer würdigt damit die Verdienste um das Wettbewerbswesen insgesamt – sei es bei Projekten der Stadt, des Freistaats, von öffentlichen Institutionen oder von privaten Bauträgern.

    Zehn Bauprojekte in drei Jahren

    Der Preis wird seit 1993 in unregelmäßigen Abständen vergeben, zu den Gewinnern gehören München und Regensburg, aber auch kleinere Städte wie Amberg und Schweinfurt und zuletzt 2014 die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Architektur mit Qualität sei „nicht nur ein Ausdruck von Baukultur, sondern auch eine regionale Visitenkarte“, betonte Degenhart: „Mit dem Preis möchten wir signalisieren, dass es weitere Auslober geben könnte, die dem guten Beispiel Würzburgs folgen.“

    Alleine in den vergangenen drei Jahren wurden für zehn Bauprojekte im Stadtgebiet Architektenwettbewerbe durchgeführt. Dabei geht es in erster Linie weniger um Baukunst, sondern um schwarze Zahlen, wie die Kammerpräsidentin betonte: In Zeiten angespannter Kassen ermögliche es ein Wettbewerb dem Bauherrn, „sich eine seinen Möglichkeiten entsprechende Lösung auszusuchen“. Dazu kommt laut Degenhart ein Imagegewinn durch die öffentliche Auseinandersetzung: „Das trägt wesentlich zu einem gesteigerten architektonischen Bewusstsein der Bevölkerung bei.“

    Beste Lösung im Fokus

    Den Festvortrag hielt Professor Arno Lederer aus Stuttgart, der bis in die Antike zu Alexander dem Großen zurückging, um über die seit dieser Zeit bestehende Abhängigkeit von Bauherren und Architekten zu sprechen. Das Ergebnis eines Wettbewerbs hänge von der Qualität der Ausschreibung ab „und vom Mut, die beste Lösung haben zu wollen“, betonte Lederer. In Würzburg sei es offensichtlich gelungen, Wettbewerbe beispielhaft zum Wohl der Stadt einzusetzen: „Das benötigt Überzeugungskraft und Ausdauer.“

    Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake und Baureferent Christian Baumgart, in dessen Amtszeit mehr als vierzig Architektenwettbewerbe durchgeführt wurden, nahmen die Auszeichnung entgegen. „Wir legen Wert darauf, dass man unsere Stadt vor lauter Häusern noch sieht. Das ist unsere ureigenste Aufgabe, um die Qualität der Architektur und damit die Außenwirkung zu verbessern“, sagte Schäfer-Blake.

    Der Preis sei nicht nur eine Auszeichnung für die Stadt, fügte Baumgart hinzu: „Zu diesem Preis haben viele beigetragen. Wir haben in den letzten Jahren durch Wettbewerbe in einem transparenten Verfahren viele respektable Ergebnisse erreicht.“

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