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    Moos

    Widerstand gegen altes Salzsilo des Landkreises

    Die Fotomontage zeigt das alte Salzsilo aus Giebelstadt. Es soll gegenüber vom Bürgerheim aufgestellt werden. Im Hintergrund die Halle einer Ergotherapie mit Pferden, die rechts angrenzende Halle des Bauhofs ist nicht zu sehen. Foto: Erwin Brems

    Eine Jahrzehnte altes Salzsilo, das auf dem Landkreis-Bauhof in Giebelstadt in Betrieb war, und auf dem neuen Bauhof der Verwaltungsgemeinschaft aufgestellt werden soll, sorgt für Aufregung im Geroldshäuser Ortsteil Moos. Erwin Brems, der als unmittelbar Anlieger eine Unterschriftenaktion gegen die "Dorfverschandelung" gestartet hat, um dies zu verhindern, ist es gelungen, dass die stattliche Anzahl von 130 von gerade einmal gut 400 Einwohnern unterschrieben hat. Darunter zwei von vier Mooser Gemeinderäten. Die Liste möchte er an Landrat Eberhard Nuß übergeben.

    Der Initiator hält das Salzsilo an dieser Stelle weder für notwendig, noch für verträglich mit dem Ortsbild. Er beschreibt das knapp 14 Meter hohe Silo in einem Anschreiben an die Bürger als "riesig und ziemlich hässlich". Das von ihm auf 30 Jahre geschätzte, alte Salzsilo werde auf Dauer das Dorfbild und "den schönen Blick auf unser Dorf entstellen." Das Silo befinde sich gegenüber dem von Vereinen und von Bürgern für Feste genutzten Bürgerheim. Der Ortseingang, auf dem sich früher eine Pferdekoppel befunden habe, sei ohnehin durch den neuen Bauhof bereits beeinträchtigt.

    Das Streuen mit Salz soll möglichst vermieden werden

    Auch glaubt er nicht, dass nur wenige Minuten von Giebelstadt entfernt, wo auf dem geplanten neuen Bauhof ein Großsilo errichtet wird, ein weiteres Silo gebraucht wird. Auch erinnert er daran, dass in vielen Orten das Streuen mit Salz möglichst vermieden werde. Dem Argument, dass die Verwaltungsgemeinschaft mit dem gebrauchten Salzsilo des Landkreises viel Geld spare, hält er entgegen, dass zur ohnehin geplanten Zufahrt für die Feuerwehr eine weitere große Zufahrt für schwere Fahrzeuge nötig werde, deren Kosten er auf mindestens 20 000 Euro schätzt. Zudem gibt er zu bedenken, dass der auf private Initiative hin und mit freiwilligen Beiträgen ausgebaute Flurweg, durch die Lkws geschädigt werde.

    Kirchheims Bürgermeister und Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Björn Jungbauer wundert sich über die Aufregung der Mooser Bürger. "Es war schon immer klar, dass zu einem Bauhof auch ein Betriebsgebäude und auch Betriebsanlagen wie ein Silo gehören", stellt er fest. Die Planungen für den Bauhof reichten bis 2016 zurück und hätten von Beginn an zwei neue, etwa zehn Meter hohe Salzsilos für die Gemeinden vorgesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die Fakten geschaffen, der Bauhof stehe kurz vor seiner Inbetriebnahme. Mit dem Vorschlag des Landkreises könne sich die Verwaltungsgemeinschaft ein Silo und Kosten von etwa 50 000 Euro sparen. Für den Landkreis sei das Silo nötig, um einige Steigungen bei Kleinrinderfeld zeitnahe abdecken zu können,

    Der Bürgermeister verweist auf einstimmige Beschlüsse

    Jungbauer verweist zudem auf einstimmige Beschlüsse der Verwaltungsgemeinschaft für den Bau des Bauhofs und einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderats von Geroldshausen für die Aufstellung des Landkreis-Silos. Es sei zwar über ein Silo abgestimmt worden, aber nicht konkret über dieses Landkreis-Silo, sagt hingegen Brems. Zudem seien bei der Abstimmung zwei Räte aus Moos nicht anwesend gewesen, führt er an.

    Am 4. Dezember habe er nochmals bei einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte über das Vorhaben informiert und keine Ablehnung feststellen können, erwidert Bürgermeister Jungbauer. Auch kann er die Bedenken, dass der Ort verunstaltet werde, nicht teilen: "Ortsbildprägende Gebäude kann ich hier nicht erkennen", sagt er und verweist auf die Eisenbahn, benachbarte Scheunen und den Friedhof.

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