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    Eisingen

    Wie Eisingen die Dorfwette gewinnt

    Eine lebendige Freiheitsstatue stellten die Eisinger am Freitag auf den Theaterplatz. Foto: Thomas Obermeier

     "Sie sind zu spät, sie machen jetzt was ich möchte", befahl Stylistin Simone ihrer Bürgermeisterin Ursula Engert. Das Eisinger Gemeindeoberhaupt gehorchte, schlüpfte schnell in die Klamotten und verwandelte sich in die berühmte englische Modedesignerin Vivienne Westwood. Grund war eine Wette: TV Mainfranken stellte am Freitag in einer von vier Dorfwetten in Unterfranken die Eisinger auf die Probe. Schafft es die Gemeinde, in fünf Stunden eine kreative Gemeinschaftsleistung auf die Beine zu stellen. Wenig später saß Engert-Westwood an der Seite von Bernhard Götz, Leiter des St. Josefs-Stifts in Eisingen, alias Karl Lagerfeld am Laufsteg und begutachtete die Models. 

    Bernhard Götz, Leiter des St. Josefs-Stifts in Eisingen, alias Karl Lagerfeld sitzt neben "Donald Trump", der Eisingens Bürgermeisterin Ursula Engert alias Vivienne Westwood auf dem Schoß hat.  Foto: Thomas Obermeier

    Alle Eisinger waren gefragt. Von 10 bis 15 Uhr hatten die Bürger Zeit ihre Dorfwette zu gewinnen. Dafür mussten sie neben Westwood und Lagerfeld möglichst viel Glamour in die 3 300-Einwohner-Gemeinde holen. Das Motto lautete: New York Fashion Week goes Eisingen.  Eine Modenschau mit vielen Models, 100 Paparazzi und der richtigen Atmosphäre sollte auf dem Theaterplatz über die Bühne gehen. Außerdem wollte der Fernsehsender Bilder von Donald Trump, Wolkenkratzern, Freiheitsstatue und einer Limousine filmen. 

    Eisinger Bürgermeisterin zwischendrin noch bei einer Trauung

    Während Bürgermeisterin Engert zwischendrin noch schnell ein Hochzeitspaar trauen durfte, waren rund 300 Eisinger aktiv. Beteiligt waren dabei auch viele Bewohner und Mitarbeiter des St. Josefs-Stift mit geistiger oder körperlicher Behinderung. Bereits nach einer halben Stunde stand der Laufsteg. Für Fotografen hing eine Liste aus und der Faschingsverein öffnete seine Kostümkiste, um alle auszustatten.

    Petra Metz wurde von der Stylisten in eine täuschend echte, lebendige Freiheitsstatue verwandelt. Bauherr Alban Herrmann baute den Turm gemeinsam mit einigen Kollegen aus leeren Windelkartons. "Ich hoffe er bleibt stehen", sagte er, während das Bauwerk im Wind schwankte. Nicht weit vom Trump Tower entstand auch das Empire State Building.  Thorsten Hellinger war der Bauherr. Unterstützt wurde er von vielen Mitarbeitern der Eisinger Werkstätten. "Es sollte eigentlich noch ein bisschen höher werden, aber wir hatten Angst, dass dann alles umkippt", sagte Hellinger. Dann schnappte er sich seine Kamera und stellte sich als Paparazzi an den Laufsteg.

    Sonderlob für Eisingen

    Als dann auch noch "Donald Trump" aus der Limousine stieg und verkündete: "I'm making Eisingen great again", fühlte man sich an den US-Wahlkampf erinnert. Danach posierte er neben New Yorker Wahrzeichen und dem etwas wackeligen Trump Tower, der dafür beeindruckende acht Meter hoch war. 

    Weil die vielen freiwilligen Helfer jede Forderung des Fernsehsenders umgesetzt hatten und von den Moderatoren sogar ein Sonderlob für die kreative Ausgestaltung bekamen, gewannen sie am Ende souverän die Dorfwette: Das heißt 3 000 Euro für die Gemeindekasse und ein Grillfest am Sportplatz, bei dem die Eisinger sich ausgiebig feierten. 

    Helfer bauen aus Windelkartons den Trump Tower auf dem Theaterplatz am St. Josefs-Stift auf. Foto: Thomas Obermeier

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