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    Röttingen

    Wie Marmor aus aller Welt nach Röttingen kommt

    Der Ideenpark der Röttinger Firma Baumann zeigt zeitgenössische Skulpturen und Gartenelemente aus bearbeitetem Naturstein. Foto: Alfred Gehring

    Handwerk und Hightech gehen bei Marmor Baumann in Röttingen Hand in Hand. Vor 130 Jahren wurde das Unternehmen gegründet. Die Feier zum Jubiläum bot zugleich eine Gelegenheit, beim Tag der offenen Tür hinter die Kulissen des weltweit tätigen Betriebs zu blicken.

    Knapp 400 Arten von Natursteinen lagern auf dem Firmengelände, erklärt Alfons Baumann, der das Unternehmen mit seiner Ehefrau Sylvia in der fünften Generation führt. 1889 begann die Firma als Steinbruch- und Bildhauerbetrieb im Bieberehrener Ortsteil Buch. 1974 zog sie nach Röttingen und spezialisierte sich erst auf den Bau von Treppen, dann auf die Verarbeitung von Marmor.

    Badewannen für prominente Kunden

    Heute fertigt Baumann Badewannen aus Marmor und anderes edles Mobiliar für Kunden aus ganz Europa. Als Beispiel nennt er einen acht Meter langen Konferenztisch, dessen Platte aus einem einzigen Stück bestand. Für diesen außergewöhnlichen Wunsch reiste er selbst nach Indien, um den Abbau des über neun Meter langen Basaltblocks zu beaufsichtigen. Auch der ehemalige Torhüter Oliver Kahn ließ in Röttingen seine Badewanne fertigen. Daneben hat das traditionelle Geschäft mit heimischem Muschelkalk weiterhin einen Platz im Unternehmen.

    Zum 130-jährigen Betriebsjubiläum überreichte Präsident Walter Heußlein (rechts) eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer für Unterfranken an Alfons und Sylvia Baumann. Foto: Gerhard Meißner

    Was Baumanns Besucher beeindruckte

    Am Tag der offenen Tür kamen zahlreiche Besucher zu Baumann nach Röttingen, um sich von dem nach Firmenangaben umfangreichsten Natursteinsortiment Süddeutschlands und von der Struktur- und Farbenvielfalt der verschiedenen Materialien aus aller Welt beeindrucken zu lassen.

    Einen konkreten Eindruck von der Gesteinsverarbeitung bekamen sie beim Rundgang durch die Werkshallen. Computergesteuerte Maschinen bringen den Stein mit Hilfe von Fräswerkzeugen oder mit der Kraft eines Wasserstrahls in nahezu jede erdenkliche Form. Trotzdem gilt jedes Stück erst dann als vollendet, nachdem der Steinmetz letzte Hand angelegt hat. "Nur durch die handwerkliche Endbearbeitung erreichen wir die Qualität, die wir wollen", sagt Baumann.

    Interesse rief auch der Ideenpark mit zeitgenössischen Skulpturen und Gartenelementen sowie das Kunstlager des Nürnberger Bildhauers Winfried Baumann hervor. Der Onkel des Firmeninhabers richtete die Halle im letzten Jahr ein, um die Werke von sich und seiner Ehefrau Anna Bien dort präsentieren zu können. Junge Besucher hatten ihren Spaß im Steinworkshop: Dort konnten sie hämmern und klopfen, Namensschilder fertigen und an einer Tombola teilnehmen.

    Im Steinworkshop konnten die jungen Besucher am Tag der offenen Tür bei Marmor Baumann in Röttingen den Umgang mit Hammer und Meißel ausprobieren. Foto: Alfred Gehring

    Warum die Stadt mit Baumanns feiert

    Beispielhaft verbinde die Firma Baumann handwerkliche Tradition und Erfahrung mit moderner Technik, sagte Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, beim Festakt und überreichte an Alfons und Sylvia Baumann eine Ehrenurkunde zum Betriebsjubiläum. Röttingens Bürgermeister Martin Umscheid betonte, dass dies nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Stadt ein Grund zum Feiern sei. Mittelständische Firmen seien das wirtschaftliche Fundament für die gesamte Region. An Baumanns Beispiel werde deutlich, wie stark sich viele Unternehmerfamilien über das wirtschaftliche Interesse hinaus für das Gemeinwohl engagieren.

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