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    Waldbüttelbrunn

    Wie Waldbüttelbrunn die Tradition der Neujahrsmal feiert

    Bürgermeister Klaus Schmidt hielt auf dem Kirchplatz die traditionelle "Neujahrsmal" Foto: Matthias Ernst

    In früheren Jahren musste der Bürgermeister immer am ersten Sonntag nach der Frühmesse auf dem Kirchplatz "Amt halten" und den Bürgern die Beschlüsse des Gemeinderates verkünden. Im Volksmund hieß das: "Mal halten". Dabei hat das "Mal" nichts mit einem Essen zu tun, sondern hat dieselbe Bedeutung wie bei einem "Denkmal" oder "Mahnmal". In Waldbüttelbrunn hat sich die Tradition des Mal haltens bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts erhalten. Danach schlief diese Tradition ein. Erst unter den Amtsvorgängern von Bürgermeister Klaus Schmidt kam es zu einer Renaissance. Alfred Endres hatte 1996 die Tradition von seinen beiden Amtsvorgängern Manfred Lutz und Philipp Hümmer übernommen. Allerdings wird das Amt nicht mehr nach jedem Sonntagsgottesdienst gehalten, sondern immer am Neujahrstag.

    Immer dabei ist auch DJK-Blaskapelle, die den musikalischen Rahmen für die Verkündung des Bürgermeisters bildet. Früher liefen die Musiker vorher durch den Ort und luden die Bürger zur Neujahrsmal ein, doch mittlerweile kommen diese freiwillig. Ist das Treffen doch eine willkommene Gelegenheit Nachbarn und Freunde im neuen Jahr zu beglückwünschen und das traditionelle: "Prost Neujahr" oder: "A guats neues" zu sagen. Dabei wurde sich auch kräftig umarmt und geherzt.

    Mit gemeindlichen Fakten versuchte Bürgermeister Klaus Schmidt die Bürger dann wieder in die Realität zu holen. Ganze 41 Bürger mehr zählt Waldbüttelbrunn als noch 2018, so der Bürgermeister und rund 1000 Bürger sind älter als 65 Jahre. Bei rund 4500 Einwohnern könne man das verkraften. In insgesamt 17 öffentlichen Gemeinderatssitzungen hatte der Gemeinderat sich mit vielen Bausachen zu beschäftigen. Und auch der Haushalt mit einer Gesamtsumme von 21 Millionen Euro wurde verabschiedet. Wichtigste Einnahmen für die Gemeinde waren die Gewerbesteuer mit 3,6 Millionen Euro und die Anteile an der Einkommensteuer mit 2,4 Millionen Euro. Außerdem musste die Gemeinde einen Kredit von zwei Millionen Euro aufnehmen, um vor allem die Ausgaben für den Rathausumbau und -neubau stemmen zu können. Schlüsselzuweisungen habe die Gemeinde erneut keine vom Staat erhalten, merkte Schmidt an und jeder Anwesende wusste, dass dies ein Zeichen ist, dass es der Gemeinde finanziell gut geht. Allein das Vermögen der Gemeinde, welches sich aus den gemeindlichen Gebäuden berechnen lässt, liege bei 52 Millionen Euro.

    Im Namen der örtlichen Vereine übergaben Vorstand Thomas Walter und Kommandant Daniel Steinmetz von der freiwilligen Feuerwehr an den Bürgermeister eine "Neujahrsbreze". Auch dies ist ein fränkischer Brauch. Die Übergabe soll die gute Zusammenarbeit von Vereinen und Gemeinde symbolisieren und unter dem Beifall der Bürger endete damit die Neujahrsmal 2020.

    Daniel Steinmetz (links) und Thomas Walter (rechts) von der Freiwilligen Feuerwehr Waldbüttelbrunn überreichten Bürgermeister Klaus Schmidt die traditionelle Neujahrsbreze, als Zeichen der guten Zusammenarbeit von Vereinen und Gemeinde Foto: Matthias Ernst

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