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    Würzburg

    Wie Würzburgs erste Fahrradstraße ankommt

    In der Büttnerstraße haben seit vergangener Woche Fahrradfahrer Vorrang. Foto: Thomas Obermeier

    Vergangene Woche hat die Stadt Würzburg in der Büttnerstraße ihre erste Fahrradstraße bekommen. Im Internet fielen die Reaktionen dazu sehr gemischt aus. 

    Was die Main-Post-Leser zur Umwidmung der Büttnerstraße sagen

    Die Kommentarspalte zum Artikel über die Umwidmung der Büttnerstraße zur Fahrradstraße beherrschte eine kontroverse Debatte zwischen Autofahrern und Fahrradliebhabern. Ein Leser schrieb, dass er sich mehr Fahrradstraßen wünschen würde, während andere das Fahrradkonzept der Stadt Würzburg kritisierten. Die Einführung der Fahrradstraße wurde als "Schwachsinn", "unnötig" oder "Spinnerei von Pedalofuzzis" bezeichnet. Ein User bezog sich dabei auf den Fahrradklimatest-Test 2018 des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), in dem Würzburg unter vergleichbaren Städten deutschlandweit Platz 31 von 41 belegte. Als Positivbeispiel wurde Kopenhagen genannt, das mindestens zweieinhalb Meter breite und blau gekennzeichnete Radwege sowie spezielle Fahrradbrücken eingeführt hat.

    Einige Kommentatoren warfen indessen Fahrradfahrern vor, sie würden sich häufig nicht an Verkehrsregeln halten und dadurch Fußgänger gefährden. Ein Leser forderte eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder. Die Stadt hatte in ihrer Pressemitteilung zur Einrichtung von Würzburgs erster Fahrradstraße neben der Erhöhung der Sicherheit von Radfahrern auch die Entschärfung von Konflikten mit dem Fußverkehr als Grund für die Umwidmung der Büttnerstraße genannt.

    Wie der ADFC Würzburg zur Einführung der Fahrradstraße steht

    Auf Anfrage teilte der Kreisverband Würzburg des ADFC mit, dass er die Einrichtung der Fahrradstraße zunächst positiv zur Kenntnis nehme. Allerdings kritisierte der Verband, dass die Verwaltungsvorschrift auch eine Einführung von Fahrradstraßen zuließe, selbst wenn der Fahrradverkehr in den in Frage kommenden Straßen nicht überwiege. Deshalb sei es für den Club nur begrenzt nachzuvollziehen, warum vor Umwidmungen zunächst Zählungen nötig seien. Ob die aktuelle Beschilderung, die eine Zufahrt für Autos erlaubt, ausreiche, oder ob die Freigabe der Straße weiter eingeschränkt werden sollte, müsse die Erfahrung zeigen, so Christoph Schenkuch, Vorstandsmitglied des ADFC Würzburg. Wichtig sei aber vor allem eine Aufklärungskampagne zu in der Region noch nicht sehr stark verbreiteten Straßenformen, um den Bürgern Akzeptanz und Wissen zu vermitteln.

    In ihrer Pressemitteilung hatte die Stadt Würzburg bekannt gegeben, dass aufgrund der umliegenden Einbahnstraßen eine Einschränkung auf Anlieger oder sogar ein Ausschluss des Kfz-Verkehrs in der Büttnerstraße nicht möglich sei.

    Wie es in puncto Fahrradstraßen in anderen Städten aussieht

    In Kitzingen liegt laut dem Tiefbauamt derzeit keine Entscheidung zur Einrichtung von Fahrradstraßen vor. Auch in Schweinfurt sind im Moment noch keine Fahrradstraßen eingerichtet worden, allerdings seien, wie das Stadtentwicklungsamt auf Nachfrage dieser Redaktion mitteilte, potenzielle Fahrradstraßen im Gespräch. Es sei aber noch keine Entscheidung durch den Stadtrat gegangen.

    In Bamberg gibt es laut Rathaussprecher Steffen Schützwohl schon seit 1998 eine Fahrradstraße. Mit dem Konzept "Fahrradstadt Bamberg" wurden seit Juni 2018 unter anderem fünf weitere Fahrradstraßen eingeführt. Teilweise gibt es auf diesen Straßen Durchfahrtsverbote oder eine Einschränkung des Autoverkehrs mittels einer Einbahnstraßenregelung. Weitere Fahrradstraßen seien zudem in Planung.

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