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    WÜRZBURG

    Wie der Kultusminister Bayerns Schulen stark machen will

    Für Bayerns Gymnasien soll es tausend neue Lehrerstellen geben – allerdings gerechnet bis 20125. Das Bild zeigt Klassen... Foto: Daniel Karmann, dpa

    2000 zusätzliche Stellen will Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle den Schulen in den nächsten Jahren im Rahmen eines „Bildungspakets“ zur Verfügung stellen. Rund 1000 Lehrerstellen bekommen die Gymnasien, die fürs neue G9 die neunte Jahrgangsstufe wieder aufbauen müssen. Bis 2025/26 sollen entsprechende Planstellen bereit gestellt werden. Auch die Förderschulen profitieren vom Bildungspaket. Bis zum Jahr 2020 sollen sie 250 neue Lehrerstellen bekommen. Gleichzeitig gibt es für den Ausbau der Inklusion 100 neue Stellen. Zusätzliche Lehrerstellen sind auch für die Mobilen Reserven an Realschulen sowie Grund- und Mittelschulen vorgesehen. Auch die Fachoberschulen und Berufsoberschulen in Bayern bekommen – bereits 2018 – rund hundert neue Stellen. Zur Entlastung von Schulleitungen sollen 150 Zusatz-Stellen geschaffen werden; auch die Zahl der Verwaltungsangestellten wird erhöht.

    Minister tourt mit Bildungspaket durch Regierungsbezirke

    Mit dieser Kunde reist Bayerns Kultusminister gerade von einem bayerischen Regierungsbezirk zum nächsten. Einerseits informiert Spaenle vor Ort über Details des Bildungspakets; andererseits spricht er mit den Vertretern aller Schularten über die Situation in der Region. Nun traf er sich mit Vertretern der unterfränkischen Schullandschaft in der Regierung von Unterfranken. Schwaben, Oberfranken, Oberbayern, Niederbayern und die Oberpfalz hat der Minister schon besucht.

    Beinhofer: Situation am Untermain ist entspannter

    Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer betonte gegenüber der Presse, wie froh er darüber sei, dass „alle Grundschul-Standorte gehalten“ werden konnten und sich in letzter Zeit die Lage an den Mittelschulen stabilisiert habe. Am Untermain, einem Gebiet mit langjährig hoher Lehrer-Fluktuation, sei Ruhe eingekehrt, seit die Lehrer dort in den Genuss von mehr unbefristeten Verträgen gekommen seien. Als „spezifisch unterfränkisches Thema“ bezeichnete Minister Spaenle neben dem Gespräch über die Lehrersituation am Untermain die unterfränkische Neigung zu offener Ganztags-Betreuung. Anders als in manch anderen Regierungsbezirken seien an Unterfrankens Schulen viele Beteiligte mit offenen Ganztagsangeboten zufrieden, mit Betreuungsstunden am Nachmittag also, die von Erziehern oder Eltern übernommen würden. Gebundene Ganztagsschulen – mit einem Wechsel von Unterricht und Betreuung über den ganzen Tag – würden in Unterfranken offenbar nicht so stark nachgefragt.

    Würzburg bekommt Lehrstuhl für Sehbehinderten-Pädagogik

    Gegenüber Unterfrankens Regierungspräsident unterstrich Spaenle die Notwendigkeit, in den Ausbau der Inklusion zu investieren. Bayerns Universitäten bekämen deshalb fünf neue Lehrstühle zur Ausbildung von Lehrkräften für Sonderpädagogik. Die Uni Würzburg wird einen neuen Lehrstuhl für Blinden- und Sehbehinderten-Pädagogik bekommen.

    Einig waren sich Spaenle und Beinhofer in der Überzeugung, dass es notwendig sei, die digitale Bildung an Bayerns Schulen zu stärken. „Der Trend zur Digitalisierung ist unumkehrbar und erfordert große Anstrengung auf allen Ebenen“, betonte Beinhofer. Besonders für den ländlichen Bereich Unterfrankens sei die Digitalisierung von großer Bedeutung, sagte Beinhofer. Kleinere Handwerksbetriebe und Wirtschaftsunternehmen würden so in einer hochvernetzten Welt datentechnisch an die großen Zentren in Bayern und der Welt angedockt. Dafür müssten die Jugendlichen fit gemacht werden.

    Digitalisierung an Schulen wird vorangetrieben

    Spaenle zufolge sieht der 2017 beschlossene „Masterplan Bayern Digital“ vor allem vor, dass „zehntausende Lehrer“ in digitaler Bildung geschult werden. Die Systembetreuer an Bayerns Schulen sollen mehr Zeit dafür bekommen, Lehrkräfte intensiv zu beraten. An allen Schulen sollen Medienkonzepte erstellt werden. Mittelfristig sollen an allen Schulen Bayerns digitale Klassenzimmer eingerichtet werden. Das gesamte Digitalisierungskonzept sieht Investitionen von drei Milliarden Euro vor.

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