• aktualisiert:

    Ochsenfurt

    Wie die Stachelbeere in den Whisky kommt

    Mit Pils aus hauseigenem Hopfen, einem Bierbrand und einem preisgekrönten Whisky zeigt die Kauzen-Brauerei, was sie kann. Vorne im Bild Braumeister Otto Resch, dahinter (v.l.) die Brauerei-Chefs Karl-Heinz und Jacob Pritzl. Foto: Gerhard Meißner

    Mit dem Umstieg auf Etiketten aus Recyclingpapier ohne Metallbedampfung und der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien will die Ochsenfurter Kauzen-Brauerei ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verbessern. Gleichzeitig stellten die Brauereichefs Karl-Heinz und Jacob Pritzl in einer Pressekonferenz einen neuen Bierbrand und den jüngsten Jahrgang ihres hauseigenen Whiskys vor, der inzwischen sogar im Heimatland der Spirituose Anerkennung findet.

    Weil es an der Zeit war, das Design der Etiketten zu überarbeiten, habe man sich für den Einsatz von Recyclingpapier entschieden und sei damit die erste Brauerei in Deutschland, die vollständig auf Etiketten aus Altpapier umgestiegen ist, sagt Jacob Pritzl. Im Vergleich zu Neumaterial sei der Energieaufwand bei der Herstellung um 30 Prozent geringer. Durch den Verzicht auf die branchenübliche Aluminium-Bedampfung werde weitere Energie eingespart. Allerdings sei es schwierig gewesen, überhaupt Papier in der geeigneten Qualität am Markt zu finden. 

    Der Ressourcenschonung dient auch die Photovoltaikanlage, mit der die Brauerei nach den Worten von Karl-Heinz Pritzl den Eigenbedarf an Strom zu 20 Prozent deckt. Eine Erweiterung der Anlage sei bislang wegen des langwierigen Genehmigungsverfahren nicht zustande gekommen. Dafür wolle die Brauerei in naher Zukunft in neue Filteranlagen mit besonders niedrigem Wasserverbrauch investieren.

    Zehn Jahre gereifter Bierbrand

    Aus Anlass des 200. Firmenjubiläum im Jahr 2009 hat  die Kauzen-Brauerei einen Bierbrand hergestellt, der nach zehnjähriger Lagerung nun zum Verkauf angeboten wird. Die letzten vier  Jahre lagerte der Brand in einem ehemaligen Whiskyfass, vom dem er nach den Worten von Braumeister Otto Resch nicht nur die braune Farbe, sondern auch die mild-rauchigen  Rotwein- und  Whiskyaromen angenommen hat.

    Die kleine  Auflage eines hauseigenen Whiskys mit dem Namen "Old Owl", zu deutsch: alte Eule, gehört seit 2014 zum Programm der Brauerei. Im Gegensatz zum Bierbrand wird der Whisky nicht aus Bier destilliert, sondern direkt aus der vergorenen Maische von Gerste, Wasser und Hefe, erklärt Braumeister Otto Resch. Seinen endgültigen Geschmack erlangt das Destillat erst durch die Reifung in einem kleinen Eichenfass, in dem zuvor ein fränkischer Spätburgunder gelagert war. 

    Silbermedaille für die "Old Owl"

    Fünf Jahre lang ließ  Resch den neuen Jahrgang des Single-Malt-Whiskys reifen. Das Ergebnis stellt augenscheinlich auch Kenner zufrieden. Beim internationalen Wein- und Spirituosen-Wettbewerb IWSC in London wurde der "Old Owl" mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Aromen von Stachelbeere und Kräutern hatten die Juroren dabei ausfindig gemacht. 800 Flaschen stehen zum Verkauf zur Verfügung.

    Mehr für den Alltagsgebrauch ist das Jahrgangshopfenbier geeignet. Im September war der Hopfengarten vor der Brauerei abgeerntet worden. Rund 3000 Kästen Pils sind daraus entstanden, das sich durch eine ausgeprägte Hopfennote auszeichnet, so Brauerei-Chef Karl-Heinz Pritzl. Im Handel ist es an seinem besonderen Rückenetikett erkennbar.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!