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    Würzburg

    Wie ein Projekt Jugendliche fürs Ehrenamt gewinnen möchte

    Eine Mentorin des "FEEL FR.E.E."- Projekts klärt die Details zu den ehrenamtlichen Einsätzen der Schüler und lernt die engagierten Jugendlichen besser kennen.  Foto: Thomas Obermeier

    Ehrenamtliche Tätigkeiten sind in Deutschland wieder im Trend. Laut einer Studie der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) gibt es momentan etwa 15,98 Millionen Ehrenamtliche. Das sind knapp zwei Millionen mehr als noch im Jahr 2015.

    "FEEL FR.E.E." mit einer neuen Rekordbeteiligung 

    Projekte wie "FEEL FR.E.E." sollen den Nachwuchs für ehrenamtliche Tätigkeiten begeistern. Unter dem Motto "FReiwillig. Ehrenamtlich. Engagiert. (FR.E.E.)" können sich Jugendliche ab 13 Jahren aus dem Landkreis Würzburg ehrenamtlich engagieren. Die dazugehörige "Kick-Off"-Veranstaltung fand kürzlich in der Aula der Franz-Oberthür-Schule Würzburg statt. Schülerinnen und Schüler können sich dabei vielfältig engagieren – sowohl im Sportverein, in der Politik oder im sozialen Bereich. Wenn die Freiwilligen das ehrenamtliche Jahr erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten sie bei der Abschlussfeier im Juli ihre Urkunden, Zeugnisse und Zertifikate. 

    Als das Projekt gestartet ist, waren die Teilnehmerzahlen noch niedriger. Mit etwa 30 Jugendlichen in den ersten Jahren war es noch überschaubar für die Ehrenamtsbeauftragte des Landkreises Würzburg Kerstin Gressel. Im vergangenen Schuljahr waren es noch etwa 70 Jugendliche. Dieses Jahr starten jedoch 120 Jugendliche in ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Daher holte sich die Freiwilligenmanagerin tatkräftige Unterstützung für die Beratung der Jugendlichen. Das Mentoren-Team hilft den Schülern, einen passenden Platz für ihr Ehrenamt zu finden und unterstützt die Freiwilligen bei möglichen Herausforderung als zentrale Anlaufstelle.Kerstin Gressel ist freut sich über die neuen Mitglieder in ihrem Team. 

    In der Aula der Franz-Oberthür-Schule stellte die Ehrenamtsbeauftragte des Landkreises Würzburg Kerstin Gressel den Zeitplan für das "FEEL FR.E.E."-Projekt vor.  Foto: Thomas Obermeier

    Schüler sind gespannt auf ihre Einsätze

    Die Schüler engagieren sich in ihrer Freizeit etwa eineinhalb bis zwei Stunden wöchentlich in einem Verein, einer gemeinnützigen Einrichtung oder Organisation. Hanna, Daja und Carolin helfen in ihrem ortsansässigen Jugendzentrum und freuen sich schon mit ihrer Betreuerin zusammenzuarbeiten. Doch auch politisch aktive Jugendliche sind Teil des Projekts. Ben aus Höchberg ist bei den Grünen aktiv und war sogar schon im Landtagsgebäude in München zu Besuch. Doch noch nicht alle interessierten Jugendliche wissen bereits, bei welcher Organisation sie tätig sein wollen. Karina und Schaen, beide sind 16 Jahre alt, haben noch keinen festen Platz gefunden. "Helfen ist auf jeden Fall wichtig", so die motivierten Schüler und am liebsten wollen sie etwas "in der Nachmittagsbetreuung für Kinder oder mit dem Thema Umwelt machen". Die Nachwuchs-Ehrenamtlichen blicken zuversichtlich ihrem Engagement entgegen.

    Die Aula der Franz-Oberthür-Schule war bei der "Kick-Off"-Veranstaltung ein Ort zum Kennenlernen. Hier wurde eine Art Bingo gespielt, bei dem die Jugendlichen Ehrenamtliche aus anderen Bereichen suchen mussten. Foto: Thomas Obermeier
    "Ehrenamt heißt etwas geben, aber auch sehr viel zurück zu bekommen."
    Vorsitzender des BRK Kreisverbands Würzburg Thomas Eberth

    Das Freiwilligen-Projekt sei auch Landrat Eberhard Nuß sehr ans Herz gewachsen. Er hebt außerdem die besondere Stellung des Ehrenamts heraus:"In Deutschland werden viele staatliche Pflichtaufgaben von Freiwilligen wahrgenommen, dieses Engagement darf niemals enden", so Nuß. Auch der Vorsitzende des BRK Kreisverbandes Würzburg Thomas Eberth freut sich über 19 Jugendliche, die beim Roten Kreuz tätig sein werden. Anschließend richtete er noch ein paar Worte an die zukünftigen Ehrenamtlichen: "Ehrenamt heißt etwas geben, aber auch sehr viel zurück zu bekommen.". 

    Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch Fairtrade Pullover, T-Shirts und Rucksäcke. Diese seien von den Einsatzstellen der Jugendlichen "gewünscht worden", so die Projektkoordinatorin Kerstin Gressel. Damit seien die Jugendliche leichter als freiwillige Mitarbeiter zu erkennen.

    Die Jugendlichen sollen bei der neuen Einsatzstelle auch als freiwillige Helfer zu erkennen sein. Hier bei der Ausgabe der Pullover für die Teilnehmer am Projekt. Foto: Thomas Obermeier

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