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    Dipbach

    Wie eine Dipbacher Erzieherin in Tansania helfen möchte

    Rosi Angel (links) und Inge Holzleitner mitten unter den Kindergartenkindern auf dem Gelände des Bischofssitzes in der Diözese Mbinga im Jahr 2018. In diesem Kindergarten will die Dipbacherin in diesem Jahr mehrere Wochen arbeiten. Foto: Anette Herbig

    Für fast sechs Wochen reist die Dipbacher Erzieherin Rosi Angel nach Mbinga in den Südwesten Tansanias. Es ist keine Urlaubsreise. Die Dipbacherin wird in einem Kindergarten arbeiten. Sie will Kontakte zu Einheimischen herstellen. Und vor allem das Projekt "Sauberes Wasser" der Pfarrei St. Ägidius in Dipbach voranbringen.

    Im Mai 2018 war Rosi Angel zusammen mit fünf weiteren Dipbachern und Thomas Henn vom Bischöflichen Ordinariat schon einmal in Tansania unterwegs gewesen.Damals hat die Reisegruppe von Daressalam aus 16 Tage lang Land und Leute erkundet. Bei dieser Reise fuhren sie mit Bischof John Ndimbo von der Diözese Mbinga auch nach Mkoha.

    7500 Menschen leben in Mkoha

    Mkoha liegt rund 40 Kilometer westlich vom Bischofssitz in Mbinga im Hochland Tansanias. Etwa 7500 Menschen leben dort. Es gibt drei Grundschulen, eine weiterführende Schule und eine Anlaufstelle für Kranke. Bischof John empfahl den Dipbachern die Pfarrei in Mkoha als Partner. Er wusste seit einem Besuch im kleinen 600-Seelen-Dorf Dipbach vom Wunsch des Pfarrgemeinderats nach einer Pfarreienpartnerschaft.

    Seit der Stiftung der Partnerschaft durch Bischof John vor einem Jahr lief die Vermittlung vor allem über ihn und seinen Sekretär Father Celestine Kapinga. Das soll auch so bleiben, aber Rosi Angel möchte weitere Kontakte in Mbinga und Mkoha knüpfen. Das ist nicht nur ihr ein Anliegen. Sie hat dazu den Segen ihrer Familie und der gesamten Kirchengemeinde St. Ägidius.

    Deswegen lernte die 52-Jährige eifrig weiter Kisuaheli. Und deswegen nimmt sie über ihren vierwöchigen Jahresurlaub als Erzieherin zwei weitere Wochen Sonderurlaub. Rosi Angel arbeitet im Dipbacher Kindergarten. Der mit aktuell 23 Kindern überschaubar klein ist.

    Vor einem Jahr kamen die sechs Tansania-Reisenden beeindruckt und beschenkt nach Dipbach zurück. Sie haben eine Partnerschaft gegründet und den Arbeitskreis "Sauberes Wasser" ins Leben gerufen. Von links: Antje und Lothar Fuchs, Anette Herbig, Rosi Angel, Josef-Störmann-Belting und Inge Holzleitner. Foto: Irene Konrad

    In den Kindergarten auf dem Bischofsgelände in Mbinga gehen 90 Kinder. Außerdem ist ein Waisenhaus angegliedert. Erzieherin Angel weiß von ihrem Besuch im letzten Jahr, worauf sie sich einlässt. "Die strahlenden Gesichter der Kinder dort kann ich einfach nicht vergessen", gesteht sie.

    Damit alles seine Ordnung hat, schickte ihr Bischof John ein offizielles Einladungsschreiben für die Arbeit im Kindergarten in Mbinga. Bischof John lässt die Dipbacherin nicht alleine durch das Land reisen. "Ich hätte es mir zugetraut", ist sich Weltenbummlerin Rosi sicher. Aber Bischof John stellt ihr einen Priester an die Seite. Er wird sie am Flughafen in Daressalam abholen und die 1200 Kilometer im Bus bis zum Bischofssitz in Mbinga begleiten.

    Der Bau einer acht Kilometer langen Wasserleitung hat begonnen

    Vor einem Jahr sei die Delegation aus Dipbach überaus herzlich in Mkoha empfangen worden. Das Dorf mit seinen neun Außenstellen ist arm. Bisher gibt es kein fließendes Wasser und auch keinen Strom. Father Orestes wünschte sich von den Dipbachern für seine Gemeinde vor allem den Bau einer Wasserleitung mit drei Entnahmestellen im Ort. Seit ihrer Rückkehr nach Dipbach im letzten Jahr erzählen die sechs Frauen und Männer von diesem Wunsch. Sie haben ihr Projekt "Sauberes Wasser für Menschen in Mkoha" genannt. Inzwischen hat der Bau einer acht Kilometer langen Wasserleitung von den Bergen herunter begonnen. "Die Quelle ist schon gefasst", wissen die Dipbacher.

    Die Arbeitsleistungen – vor allem das Graben - werden von den Bürgern in Mkoha selbst erbracht. Sie nutzen kostengünstig lokale Baumaterialien wie gebrannte Ziegel, Steine, Sand und Kies. Trotzdem werden die Materialkosten rund 18 000 Euro betragen. Für Rohre, Tanks, Filter, Zement und Ähnliches.

    Das Wasserprojekt im Mkoha wird von den Dipbachern unterstützt. Die Quelle hoch auf dem Berg ist schon gefasst. Von links: Bischof John Ndimbo, zwei Arbeiter an der Wasserleitung und Father Orestes aus Mkoha. Foto: Anette Herbig

    Zur Mittelbeschaffung haben die Dipbacher Aktionen durchgeführt. Zu ihnen zählen ein Power-Point-Abend, ein Fastenessen oder Eine-Welt-Verkäufe. Der Erlös eines Glühweinabends im Dorf ging auf das Projektkonto. Es gab auch etliche private Spenden. Rund 7000 Euro und damit knapp die Hälfte der erforderlichen Gelder hat der "Arbeitskreis Sauberes Wasser" bisher gesammelt.

    Mit ihrer Reise nach Tansania will Rosi Angel deutlich machen, dass die Dipbacher die Menschen in Mkoha ernsthaft unterstützen wollen. Die Verbindung zur Pfarrei soll durch sie enger werden. Und auf die Kinder in Mbinga freut sich Rosi Angel auch.

    Das Projekt "Sauberes Wasser"
    Der Arbeitskreis stellt das Projekt "Sauberes Wasser" gern vor. Kontakt gibt es unter Tel.: (0170) 2306664 oder per Mail unter partnerschaft-mkoha-dipach@ehrenamt.bistum-wuerzburg.de. Die Bankverbindung der Pfarrei bei der Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim lautet DE90 7906 3060 0300 405744. Auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

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