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    Würzburg

    Wie kommen die Perlen ins Glas?

    Für Staunen sorgt die hochmoderne Abfüllanlage in der Sektkellerei Höfer (von links): Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Bezirksrätin Rosa Behon und die beiden Weinprinzessinnen Eléna Bergmann und Vanessa Wischer. Foto: Markus Mauritz

    Der wahre Schatz der Sektkellerei Höfer liegt zwölf Meter unter der denkmalgeschützten ehemaligen Brauereianlage im Würzburger Stadtteil Zellerau. Auf seiner Sommertour mit der Weinfachberatung sah sich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel das Würzburger Vorzeigeunternehmen an: "Denn ohne diesen Betrieb könnten viele unserer Winzer keine so hervorragenden Sekte anbieten“, wie Dotzel in einer Pressemitteilung zitiert wird. 

    Im Halbdunkel eines gewaltigen Kellers aus gemauertem Muschelkalk, mit Dutzenden von Kerzen nur unzulänglich ausgeleuchtet, befinden sich die Gär- und Rüttelkammern des Unternehmens. Acht bis zwölf Wochen lagern hier die mit einem Kronkorken verschlossenen Sektflaschen zur so genannten zweiten Gärung in speziellen, hölzernen Reitern. 60 Flaschen auf jeder Seite des Ständers, rund 250 000 Flaschen insgesamt, alle mit dem Flaschenboden nach oben. Regelmäßig werden sie von Hand ein kleines Stückchen weitergedreht und dabei immer steiler gestellt, damit sich die Hefe am Ende im Flaschenhals sammelt.

    Carsten Höfer hat gemeinsam mit seiner Frau Karin 1994 das ehemalige Brauereianwesen übernommen. Höfer hatte gerade sein Studium in Geisenheim als Diplom-Ingenieur abgeschlossen und erkannte das Potenzial des zu diesem Zeitpunkt heruntergekommenen Geländes, so die Mitteilung weiter. Acht Monate dauerte es, bis die historischen Kellergewölbe saniert waren und die neue Produktionshalle in Betrieb ging. 30 000 Flaschen produzierten die Jungunternehmer im ersten Jahr, heute sind es zweieinhalb Millionen. 2018 lag der Verbrauch bei rund vier Liter pro Kopf.

    Bei Höfer ist laut Pressemitteilung eine der modernsten Abfüllanlagen Deutschlands im Einsatz. Die Flaschenhälse mit dem Hefepfropfen werden zunächst vereist. Durch den Druck in der Flasche wird die gefrorene Hefe herausgeschleudert. Bei diesem Dégorgement, wie die Entfernung der Hefe heißt, geht zwangsläufig ein wenig Sekt in der Flasche verloren, die dann durch die so genannte Dosage ausgeglichen wird. Schließlich wird die Flasche verkorkt. Bei Höfer werden ausschließlich fränkische Weine aus klassischen Rebsorten wie Silvaner, Riesling oder Weißburgunder sowie so genannte Prestige-Cuvées nach der Champagner-Methode zu Sekt oder Secco verarbeitet. 

    Bearbeitet von Michaela Stumpf

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