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    WÜRZBURG

    Wildschweine verwüsten Sportplatz des TV 73 Würzburg

    Böse Überraschung für die Verantwortlichen des TV 1873 Würzburg um den Vorsitzenden Willi Dürrnagel: Gleich zweimal gab es ungebetenen Besuch von Wildschweinen. Erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der vergangenen Woche. Und ein zweites Mal in der Nacht von Sonntag auf Montag. „Unser Platz ist auf Monate unbespielbar“, stellt Stefan Dotter fest, der als ehemaliger Spieler inzwischen Platzwart, Fußball-Abteilungsleiter, sprich: Mädchen für alles beim TV 73 ist.

    Nachdem er am Donnerstag von den aufwühlenden Hinterlassenschaften des tierischen Besuchs erfahren hatte, versuchte Dotter mit Hilfe der beiden aktiven Mannschaften, die Schäden zu beheben. „Statt Training haben unsere Fußballerinnen und Fußballer in mühsamer Handarbeit Rasenstück für Rasenstück wieder eingesetzt, das hätte wohl funktioniert“, erzählt Dotter.

    Spielfeld bekommt einen Elektrozaun

    Auf den Feldern und Fluren zwischen Frankenwarte und Höchberg sind Wildschweine des Öfteren unterwegs. Auch deshalb ist das Spielfeld eingezäunt, allerdings nicht komplett: Auf einer Längsseite gebe es zwar dichte Hecken, aber für die Tiere sei das wohl kein echtes Hindernis, vermutet Dotter. Als Sofortmaßnahme wird noch an diesem Mittwochabend, wieder mit Hilfe von Freiwilligen, das komplette Spielfeld mit einem Elektrozaun versehen. „Den bekommen wir vom Ehemann einer Spielerin, der Jäger ist. Dafür entstehen uns zum Glück keine Kosten.“

    Anders sieht es bei der Wiederherstellung des Platzes aus, der in Vereinsbesitz ist. „Das Sportamt der Stadt Würzburg will erst helfen, wenn ein wirksamer Wildschwein-Schutz vorhanden ist“, verdeutlicht Dotter die Problematik. Sollte der Elektrozaun nicht die Lösung bringen, müsste der Verein mit seinen rund 450 Mitgliedern zunächst einen besseren Zaun bezahlen und dann auch die Wiederherstellung des Platzes finanzieren.

    Dafür gibt es laut Dotter nach Rücksprache mit einem Experten der Stadt zwei Varianten: Entweder abfräsen und neu einsäen, oder Rollrasen verlegen. „Einsäen würde heißen, dass wir eine ganze Saison ausweichen müssten. Rollrasen ist teurer, aber wir könnten vermutlich zur Rückrunde wieder Heimspiele austragen.“

    Platz ist täglich belegt

    Aktuell ist Dotter mit dem TSV Rottendorf im Gespräch, das Heimrecht für das Punktspiel am Sonntag (9. September) zu drehen. Die Fußballer sind mit drei Siegen aus vier Spielen recht erfolgreich in die Runde gestartet, die Fußballerinnen sollten am 16. September mit einem Heimspiel gegen Karsbach die Saison beginnen. 

    Obwohl der Verein keine Jugendmannschaften hat, ist der Sportplatz täglich voll belegt - er wird von vielen Freizeitkickern genutzt. „Die sind wie wir über Nacht ohne Spielfeld. Ich hoffe sehr, es gelingt mit Hilfe der Stadt, Ausweichmöglichkeiten zu finden“, so Dotter.

    Bleibt die wichtigste Frage: Was hat die Wildschweine nach dem ersten Besuch so sehr begeistert, dass sie ein weiteres Mal, und dann noch weit gründlicher, den Rasen umgebuddelt haben? Dotter zuckt mit den Schultern: Genaues wisse man nicht und werde es wohl auch nie erfahren.

    Weitere Informationen folgen.

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