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    EISENHEIM

    Wird die Umgehungsstraße umgeplant?

    Nach den Vorstellungen des Volkacher Stadtrates soll an der Abzweigung der Staatsstraße 2060 in Richtung Escherndorf ein... Foto: Rainer Weis

    Mit Unterstützung der Politik plant das staatliche Bauamt seit Jahren auf der Staatsstraße 2060 eine Umgehungsstraße für Prosselsheim. Die von Kürnach kommende Straße soll vor Prosselsheim um den Ort herum bis zur Einmündung der Kreisstraße KT 30 aus Escherndorf führen und weiter Richtung Volkach gehen.

    In mehreren Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen hat der Leiter des Bauamts Michael Fuchs Bürger und Gemeinderäte in die offenen Fragen eingebunden: Streckenführung, Anbindung an die Kreisstraßen, Feldwegebau, touristische Erschließung per Rad und zu Fuß. Umsichtig hat das Bauamt die benötigten Flächen für die Neubaustrecke gekauft oder umgelegt, sodass man zum Ende 2017 mit der planerischen Feststellung rechnen konnte. Doch immer wieder kamen aus Escherndorf besondere Wünsche, die den Baubeginn zum Ärger vieler Prosselsheimer immer weiter verzögerten. Und dieses Spiel geht offensichtlich weiter.

    Hochrhein findet Brückenlösung genial

    Denn unter Punkt 9 stand jetzt auf einer Eisenheimer Gemeinderatssitzung „Ortsumgehung Prosselsheim; Errichtung eines Kreisels bei der Abzweigung nach Escherndorf“. Dort ärgerte sich erst einmal Eisenheims Winzervereinsvorstand und Gemeinderat Claus Hochrein, dass er erst zwei Stunden vor einer gemeinsamen Sitzung von Winzern, Bauamt, Stadt- und Gemeinderäten informiert wurde, dass der Volkacher Stadtrat über einen Kreisel auf der neuen Staatsstraße 2060 im Abzweig Escherndorf nachdenke: „Da sitzt man tagelang gemeinsam zusammen und plant und denkt über eine vernünftige Verkehrsführung nach und kommt zu dem Ergebnis, dass ein normaler Abzweig nach Escherndorf ausreicht. Zudem war zuletzt auf diesem Streckenabschnitt eine Brücke geplant, sodass die landwirtschaftlichen Fahrzeuge darunter hindurch ohne Probleme auf die gegenüberliegende Seite fahren können. Ich fand die Lösung genial. Und jetzt kommen die Escherndorfer einfach daher und schmeißen alles um. Das ist nicht nachvollziehbar“.

    Bürgermeister Andreas Hoßmann war ebenso empört, dass man nach dem jahrelangen planerischen Aufwand jetzt eine andere Lösung will. Was ihn erschrecke, sei, dass Staatliches Bauamt und Ingenieurbüro die Planung für den „Neubau eines Kreisverkehrs in der Sommeracher Straße am Knotenpunkt St 2260/St 2271 mit Anschluss der Kreisstraße KT 30 an die St 2271“ bereits in einer gemeinsamen Sitzung von Gemeinderat Nordheim und Stadtrat Volkach vorstellten. Der Volkacher Stadtrat beschloss mit 17:1, die vorgestellte Lösung und beauftragte die Verwaltung, die weiteren Schritte in die Wege zu leiten.

    Eisenheims Bürgermeister Hoßmann fragte: „Werden wir von unseren kommunalen Nachbarn nicht ernst genommen? Oder warum wurden wir nicht in dieses Thema mit eingebunden? Denn wir liegen im Gegensatz zu Escherndorf mit mehreren hundert Metern in der Neubaustrecke und haben bisher alles mitgetragen.“

    Der Eisenheimer Gemeinderat beschloss einstimmig, dass er weiterhin auf einer Lösung ohne Kreisverkehr bestehe. Das Gremium bedauerte, dass eine so gravierende Änderung der Planung ohne den Eisenheimer Gemeinderat und dem örtlichen Weinbauverein vorgenommen wurde.

    Börger: Kreisverkehr nicht dienlich

    Auch Prosselsheims Bürgermeisterin Birgit Börger vertritt in einer Pressemitteilung die Ansicht, dass ein Kreisverkehr an dieser Stelle nicht dienlich sei. Der angedachte Kreisel würde auf dem tiefsten Punkt des Straßenverlaufs, den fließenden Verkehr auf freier Strecke abstoppen. Und wie sollen zukünftig Fußgänger und Fahrradfahrer die Straße queren, fragt Börger. Auf gleicher Höhe im Kreisverkehr außen herum wie der fließende Autoverkehr? Das sei für alle Verkehrsteilnehmer ein zu hohes Risiko.

    „Wie lange werden wir in Prosselsheim noch auf die Umgehungsstraße warten müssen, bis sich die Escherndorfer auch noch über eines besonderen Blümchens an der Abbiegung in ihren schönen Ort durchgesetzt haben? Das kann noch Jahre dauern“, ärgert sich auch der Sprecher der Bürgerinitiative Ortsumgehungsstraße Prosselsheim Ragnar Warnecke. „Man kann und sollte nicht alles auf Kosten der anderen durchsetzen.“ Warndecke bittet die Nachbarn: „Helft uns, Lärm und Verkehrsbelastung in Prosselsheim baldmöglich zu mindern.“

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