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    Creglingen

    Wirthwein AG: Von der Kellerwerkstatt zum Weltunternehmen

    Mit einer Ehrenurkunde gratulierte die IHK Heilbronn-Franken zum 70. Jubiläum der Firma Wirthwein. Im Bild (v.l.): IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring, Ingrid und Udo Wirthwein, die heutigen Vorstandsmitglieder Frank und Marcus Wirthwein sowie der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Reinhart. Foto: Gerhard Meißner

    Anfangen hat alles 1949 mit achteckigen Holzdübeln für den Gleisbau, die Walter Wirthwein in seinem heimischen Keller in Creglingen produzierte. Aus der Firma ist ein weltumspannendes Unternehmen mit 3650 Mitarbeitern an über 20 Standorten auf drei Kontinenten geworden, das einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro erwirtschaftet. In der Creglinger Stadthalle feierte die Wirthwein AG gemeinsam mit 400 Gästen ihr 70. Jubiläum.

    Der Mann hinter dem Erfolg ist Udo Wirthwein. Als Sechsjähriger musste er zu Hause schon mithelfen, die Rohlinge in die Fräsmaschine einzulegen, erinnerte er sich in seinen Begrüßungsworten. 1978 übernahm er die Firma mit angeschlossenem Sägewerk und 100 Mitarbeitern. Was folgte, war eine Erfolgsgeschichte, die das Unternehmen zu einem der führenden Arbeitgeber im Nordosten Baden-Württembergs werden ließ.

    "Über unsere Vielseitigkeit haben sich viele gewundert, manche haben uns vielleicht auch belächelt."
    Udo Wirthwein, Unternehmer

    Udo Wirthwein verließ ausgetretene Pfade, widmete sich der Kunststoffverarbeitung und erschloss neue Geschäftsfelder. Inzwischen ist der Konzern Zulieferer in den unterschiedlichsten Branchen, vom Automobilbau über die Medizin bis zur Elektro- und Hausgerätetechnik. Seit der Übernahme der Röttinger Firma Winkler Design zählt die Wirthwein-Gruppe außerdem zu den weltweit führenden Ausstattern von Zugrestaurants und hat sich mit der Beteiligung am Bad Mergentheimer Parketthersteller Bembé die Tuchfühlung zu den Ursprüngen in der Holzverarbeitung bewahrt.

    "Über unsere Vielseitigkeit haben sich viele gewundert, manche haben uns vielleicht auch belächelt", so Udo Wirthwein. Tatsächlich sei  die breite Aufstellung Garant für die stabile Entwicklung des Unternehmens gewesen. "Wenn es in einer Branche mal schlechter gelaufen ist, konnten wir das anderswo auffangen."

    Gründung der Wirthwein AG als Markstein der Erfolgsgeschichte

    Die Gründung der Wirthwein AG im Jahr 1998 sei einer der wichtigsten Marksteine in der Unternehmensgeschichte gewesen, erinnerte sich Udo Wirthwein. 2013 wechselte er vom Vorstand in den Aufsichtsrat und überließ seinen beiden Söhnen Frank und Marcus gemeinsam mit Finanzvorstand Rainer Zepke die operative Unternehmensführung. "Sie sehen heute einen zufriedenen Udo Wirthwein, der sich neben dem Unternehmen gern um seine vier Enkeltöchter kümmert, und der sich wünscht, dass wir uns als Familienunternehmen erfolgreich weiterentwickeln", bekannte er vor seinen Gästen. 

    Welch wichtige Rolle die Familie für Udo Wirthwein spiele, brachte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Edmund Brenner zum Ausdruck. Wirthweins Frau Ingrid sei stets eine "wichtige Ratgeberin im Hintergrund"gewesen, und manchmal auch die einzige, deren Ratschläge der Unternehmer beherzigt habe, so Brenner.

    "Die Firma Wirthwein bedeutet für uns Zukunft, weil unsere jungen Menschen einen Arbeitsplatz finden und am Ort bleiben können."
    Uwe Hehn, Bürgermeister von Creglingen

    Dass der Übergang auf die nächste Generation geklappt hat, stellten die Vorstandsmitglieder Frank und Marcus Wirthwein und Rainer Zepke in einem gemeinsamen Vortrag unter Beweis, in dem sie die künftigen Herausforderungen des Unternehmens skizzierten. Dazu zähle auch das nachhaltige Wirtschaften mit Kunststoffen, so Frank Wirthwein. 

    Welchen Stellenwert das Unternehmen  für Creglingen hat, betonte Bürgermeister Uwe Hehn. "Die Firma Wirthwein bedeutet für uns Zukunft, weil unsere jungen Menschen einen Arbeitsplatz finden und am Ort bleiben können", so Hehn. "Diese Standorttreue im ländlichen Raum ist gar nicht hoch genug einzuschätzen", meinte auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion und ehemalige Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Wolfgang Reinhart.

    Sebastian Reich und Nilpferd Amanda gratulierten

    Statt der üblichen Grußworte moderierte die Leiterin des Heilbronner SWR-Studios, Ulrike Hagenbusch, eine Diskussionsrunde, der neben Brenner, Hehn und Reinhart auch Landrat Reinhard Frank, die CDU-Bundestagsabgeordneten Nina Wanken, Alois Gerig und Christian von Stetten sowie die Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken, Elke Döring, angehörten.

    Eingebettet waren die Redebeiträge in ein buntes Unterhaltungsprogramm mit dem Seifenblasenkünstler "Blub", Sängerin Kerstin Heiles mit Pianist Christoph Pauli und dem Tanzensemble "Moondancer". Mit Videobotschaften meldeten sich Mitarbeiter verschiedener Wirthwein-Standorte zu Wort, bevor Kabarettist Sebastian Reich mit seiner Nilpferddame Amanda die Gäste in seinen Bann zog.

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