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    Würzburg

    Wirtschaftsdialog im VCC: Blick in die smarte Zukunft

    Talk zur Smart City: Moderator Tilman Hampl, Astrid Carolus, Klaus Mapara, Anja Simon, Felix Hoffmann, Wolfgang Bayer und ChristianSchuchardt sehen unterschiedliche Potentiale, die mit der Digitalisierung einhergehen können. Foto: Georg Wagenbrenner

    Diesen 1. April hatten sich die Größen der Würzburger Wirtschaft, Gründer und zahlreiche Vertreter der Politik ganz dick im Kalender markiert: nicht aus Angst vor Scherzen, sondern wegen eines so noch nicht dagewesenen „Triple-Events“. Der mittlerweile 4. Wirtschaftsdialog wurde in diesem Jahr kombiniert mit dem Start der Würzburger Webweek und dem Auftakt der Würzburger Wirtschaftstage.

    Dies bedeutet natürlich auch: Mit den interessanten Veranstaltungen geht es nun erst los, die Webweek bietet rund 135 Formate, die Wirtschaftstage unterbreiten mehr als 60 Angebote. Welches thematische Spektrum hierbei behandelt wird, darüber gab die Abendveranstaltung mit rund 300 Gästen einen guten Vorgeschmack, so die Pressemitteilung der Stadt Würzburg. 

    Bei einer Podiumsdiskussion im Vogel Convention Center ging der Blick in die Zukunft. Tilman Hampl, der Moderator des Abends, stellte die Frage „Wie smart lebt Würzburg in zehn Jahren? Hierauf hatten IHK-Präsident Klaus Mapara für die Wirtschaft, Anja Simon die kaufmännische Direktorin des Uniklinikums für die Gesundheit, Felix Hoffmann vom Stadtjugendring für die junge Generation, Medienpsychologin Dr. Astrid Carolus für den Bereich Bildung und Medien, „Aktivsenior“ Wolfgang Bayer für die Senioren und Oberbürgermeister Christian Schuchardt für die Kommune unterschiedliche Antworten und Ansätze.

    Ein filmischer Einspieler mit Beispielen von Kiel bis Wien zeigte zudem, was bereits heute möglich ist. Würzburg kann vom Blick auf andere Städte und Serviceleistungen wie Mobilitäts-Apps, die wirklich alle Verkehrsmittel vernetzen, wie smarte Abfalleimer oder Prognosetools zur Sicherheit in Stadtteilen sicher profitieren. Dies gilt aber auch umgekehrt: Im aktuellen Smart-City-Atlas von Bitcom e.V. werden Würzburgs Aktivitäten auf diesem Feld bereits näher vorgestellt. 

    Diesen Part übernahm in der Diskussionsrunde in aller Kürze Oberbürgermeister Christian Schuchardt und erinnerte an das Förderprogramm, das aktuell Würzburgs Schulen digitalisiert, oder smarte Aktivitäten im Rahmen von „Sauber Mobil“. Weil auch Ängste und skeptische Positionen angesprochen wurden, plädierte er für ein gesundes Vertrauen in den Staat oder Verwaltungen. „Es geht nicht nur um das Stichwort ‚Datenschutz‘, wir haben auch ‚Datenschätze‘. Wir können gleichzeitig von Big-Data-Lösungen profitieren und personenbezogene Daten schützen. Das klappt. Oder kennen Sie die Steuererklärung Ihres Nachbarn?“

    Vertrauen war ein zentraler Begriff in der Runde, heißt es in der Pressemitteilung. Bayer wünschte sich eine Technik, die er als „Digitalbox Barbara“ beschrieb. Dies wäre eine sprachgesteuerte Assistenztechnik – gerade auch für ältere Menschen, die am Computer, Smartphone oder Tablet eben keine „Digital Natives“ sind. Hoffmann warb wiederum für den richtigen Umgang mit der jungen Generation. Man solle nicht nur Forderungen an die Fachkräfte von morgen formulieren, sondern Vertrauen aufbauen, indem man das Handeln der Jugend auch ernst nimmt, beispielsweise deren Teilnahme an Demonstrationen oder die Positionierung bezüglich Upload-Filtern. 

    Beim Wirtschaftsdialog ging es naturgemäß aber nicht nur um das Bühnenprogramm oder Grußworte – im Fall der Digitalisierungsministerin Judith Gerlach eine Videobotschaft.

    Im VCC war ausreichend Platz für die Präsentation der Gründerszene an kleinen Ständen und gute Gespräche unter vier Augen oder in größerer Stehtischrunde. Hier treffen dann auch gestandene Firmen wie die beiden Sponsoren der Formate Koenig & Bauer und s.Oliver mit 201 beziehungsweise 50 Jahren Unternehmensgeschichte auf neue Player, deren Produkte und Dienstleistungen noch nicht jeder kennt.

    Die IT-Gründerszene ist zunehmend ein Faktor in Würzburg, wie auch Schuchardt in seinem Grußwort betonte. In zehn Jahren habe sich nicht nur die Anzahl verdoppelt, auch die Gewerbesteuereinnahmen haben sich in diesem Zeitraum verdreifacht.

    Wer mehr über die Gründerszene erfahren möchte, kann laut der Mitteilung auch zu einem ganz analogen Medium greifen: Der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing der Stadt Würzburg hatte als Organisator des Abends auch die dritte Ausgabe des Gründermagazins Mainfranken aufgelegt. Auf 80 Seiten finden sich Firmenportraits, Statistiken, Interviews und natürlich die wichtigsten Infos zum „luxuriösen Beratungsangebot für Start-Ups“, wie Moderator Hampel die Strukturen in Mainfranken bezeichnete. Wer analog meidet, findet die Publikation unter www.wuerzburg.de/gruenden-mainfranken. Wer den ultimativen Hashtag zum Veranstaltungsreigen sucht oder teilen möchte, dem sei #wueww empfohlen. 

    Bearbeitet von Andreas Köster

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