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    Würzburg

    Wo liegt der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen?

    Der neue, komplett durchgeführte Schutzstreifen für Radfahrer am Friedrich-Ebert-Ring. Foto: Adrien Cochet-Weinandt

    Beim Ausbau von Radverkehrsachsen werden in Würzburg auf Grundlage des Radverkehrskonzeptes immer häufiger auch Schutzstreifen für Radfahrer auf die Fahrbahn gebracht. Schutzstreifen bieten Radfahrern einen besonderen Schonraum, wenn die Einrichtung eines Radweges oder Radfahrstreifens beispielsweise aus baulichen Gründen nicht möglich ist, erläutert die Stadt Würzburg in einer Pressemitteilung. Schutzstreifen haben sich in den letzten Jahren als sichere Führungsform für den Radverkehr herausgestellt.

    Gemeinsame und getrennte Wege für Fußgänger und Radler oft nicht möglich

    Gemäß Radverkehrskonzept scheidet eine gemeinsame Führung des Rad- und Fußgängerverkehrs an innerörtlichen Streckenabschnitten wegen möglicher Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrer aus. Auch die durchgängige Anlage von getrennten Fuß- und Radwegen ist in Würzburg aber aufgrund der historisch gewachsenen städtebaulichen Struktur und der topografischen Prägung der Stadt  mit Einhaltung der erforderlichen Mindestbreiten faktisch nicht möglich.

    Für eine effektive Förderung des Radverkehrs kommt es aber auf eine durchgängige Vernetzung von Haupt- und Nebenrouten an, erläutert die Stadtverwaltung. Aus diesem Grund orientiert sich das Prinzip der Hauptrouten im Radverkehrskonzept der Stadt Würzburg grundsätzlich an einer gebündelten und fahrbahnnahen Führung des Radverkehrs. Hierfür würden die „Angebotsstreifen“ entwickelt. Grundidee ist, dass zwischen beidseitigen Schutzstreifen eine „Kernfahrbahn“ verbleibt, auf der der weit überwiegende Teil der Begegnungen stattfinden kann, nämlich der Begegnungen von Pkw und Pkw.

    Was spricht für die Schutzstreifen?

    Für die Schutzstreifen spricht eindeutig die nachgewiesene, objektiv höhere Sicherheit, da Radfahrer fahrbahnnah und im Sichtfeld der Pkw-Fahrer unterwegs sind. Zudem sind Schutzstreifen flexibel für unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten im Radverkehr nutzbar (langsame Radler fahren 7 km/h, schnelle von 27 bis 40 km/h).

    In der Praxis sorgt der Schutzstreifen jedoch noch bei manchen Auto- und Fahrradfahrern für Unsicherheiten. Aber: Es gibt eindeutige Unterschiede zwischen Radfahr- und Schutzstreifen. Der Radfahrstreifen ist mit einer dicken, durchgehenden Linie von der Pkw-Fahrbahn abgetrennt. Auf Radfahrstreifen dürfen Autos nicht fahren, halten oder parken.

    Autofahrer darf Schutzstreifen im Bedarfsfall befahren

    Der Schutzstreifen hingegen ist kein eigener Fahrstreifen, sondern Bestandteil der Fahrbahn. Der Schutzstreifen, der auch Angebotsstreifen genannt wird, ist mit einer durchbrochenen, dünneren, gestrichelten Linie gekennzeichnet. Das bedeutet: Ein Fahrzeugführer darf die gestrichelte Linie bei Bedarf und unter besonderer Vorsicht überfahren, sofern er den Radfahrer nicht gefährdet. „Bei Bedarf“ bedeutet beispielsweise für Ausweichbewegungen im Begegnungsverkehr oder in engen Straßen. Eine durchgängige Nutzung als Fahrstreifen ist aber nicht zulässig, auch für Motorradfahrer.

    Nicht erlaubt ist auch das Parken auf Schutzstreifen, stellt die Stadtverwaltung. Das Halten zum Liefern und Laden hingegen schon. Beim Überholen eines Radfahrers auf einem Schutzstreifen muss ein daneben fahrendes Kfz einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einhalten. Ein Überholen von Radfahrern unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes ist in den allermeisten Fällen nur unter Nutzung der Gegenfahrbahn möglich, wenn kein Gegenverkehr entgegenkommt.

    Was bedeutet der Schutzstreifen für Radfahrer?

    Der Schutzstreifen wurde 1977 in die Straßenverkehrsordnung eingeführt. Er ist für Radfahrer nicht benutzungspflichtig. Radfahrer dürfen den Schutzstreifen bei Bedarf unter Berücksichtigung des Verkehrs zum Beispiel zum Überholen eines langsameren Radfahrers, oder zur Einordnung in den Linksabbiegestreifen an der Ampel, verlassen. Das Nebeneinanderfahren von Radfahrern auf dem Schutzstreifen ist aber genauso unzulässig wie das Befahren in entgegengesetzter Fahrtrichtung.

    Auf dem Schutzstreifen dürfen Radfahrer auf der Fahrbahn wartende Fahrzeuge rechts überholen (zum Beispiel im Rückstaubereich einer Ampel), aber nur mit besonderer Vorsicht und mäßiger Geschwindigkeit. Aus diesem Grund ist es wichtig und erforderlich, dass Pkw-Fahrer im Rückstaubereich einer Ampel nicht auf dem Schutzstreifen zum Stehen kommen, da sie ansonsten die Zufahrt zur Ampel für Radfahrer blockieren, denn jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau.

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